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	<title>Rezensionen &#187; Ökologie</title>
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	<description>von Petra Hildebrandt</description>
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		<title>Jared Diamond &#8211; Collapse</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 10:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond, Jared]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Sachbücher, insbesondere solche die sich mit Anthropologie, Ökologie, Klimaveränderung und auch menschlicher Siedlungsgeschichte befassen, lese ich sehr gern und &#8211; offen gesagt &#8211; zum Vergnügen. Für Jared Diamond &#8211; CollapseHow Societies Choose to Fail or Succeed habe ich allerdings über 3 Jahre und ungefähr 14 Anläufe gebraucht, bis ich das Buch komplett gelesen hatte. Warum? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sachbücher, insbesondere solche die sich mit Anthropologie, Ökologie, Klimaveränderung und auch menschlicher Siedlungsgeschichte befassen, lese ich sehr gern und &#8211; offen gesagt &#8211; zum Vergnügen. Für</p>
<p><center><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/21RF59BST0L._SL160_.jpg"></center><br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0143036556?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0143036556"></p>
<h3 align=center>Jared Diamond &#8211; Collapse<br />How Societies Choose to Fail or Succeed</h3>
<p></a></p>
<p>habe ich allerdings über 3 Jahre und ungefähr 14 Anläufe gebraucht, bis ich das Buch komplett gelesen hatte. Warum?</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jared_Diamond">Jared Diamond</a> ist ein bekannter amerikanischer Evolutionsbiologe und Biogeograf. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Bücher <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0060845503?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0060845503">The Third Chimpanzee</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0060845503" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> (über die Evolution des Menschen) und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0099302780?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0099302780">Guns, Germs and Steel: A Short History of Everybody for the Last 13000 Years</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0099302780" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> bekannt.</p>
<p>In <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0670033375?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0670033375">Collapse</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0670033375" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> (auf Deutsch als <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596167302?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596167302">Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3596167302" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> erschienen) stellt Diamond die These auf, dass sich Homo sapiens durch schlechte / falsche / kurzsichtige gesellschaftlich-wirtschaftliche  Entscheidungen selbst ausrotten kann, weil er seine Umwelt zerstöre (n muss), und versucht Muster dieser falschen (und richtigen) Entscheidungen anhand verschiedener Kulturen aufzuzeigen, bei denen das mit dem Überleben geklappt hat oder eben schief gegangen ist.</p>
<p>Zu Beginn liest sich das Buch sehr flüssig &#8211; Diamond beginnt bei seinen eigenen Beobachtungen in Montana, bei befreundeten Ranchern, einer verfehlten Landwirtschafts-, Wasser- und Minenbaupolitik, und wie diese das Leben der dort Ansässigen verändert und die Umwelt dauerhaft beeinflusst, so dass von Nachhaltigkeit beim Wirtschaften keine Rede mehr sein kann.</p>
<p>Dann folgen Kapitel über die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anasazi">Anasazi</a>, die Kultur der Osterinseln sowie die Pitcairn Islands, die Maya, die Expansion der Wikinger, die nordische Besiedlung Grönlands, Neu-Guinea, das Tokugawa-Japan, Genozid und Umweltprobleme in Ruanda, die Dominikanische Republik und Haiti, China und Australien, sowie ein abschliessender Block mit Diamonds Schlußfolgerungen.</p>
<p>Bis zu den Wikingern habe ich mit Interesse, aber durchaus auch Unbehagen ob des lockeren Umgangs mit den Fakten gelesen. Den Abschnitt über die nordische Besiedlung Grönlands und das Aussterben der Grönländer musste ich insgesamt 8 Mal neu zu lesen anfangen, da sich zwischendrin unendliche Müdigkeit und Langeweile einstellten &#8211; dazu gleich mehr. Die Texte über Ruanda und Haiti schliesslich sind wieder sehr spannend, bedürften aber einer genaueren historischen Prüfung.</p>
<p>Diamonds Buch beginnt mit einer These; daran ist zunächst nichts falsch. Diese These und die Belege, die er dafür anführt, hämmert Diamond aber durch das Buch immer und immer wieder penetrant in die Köpfe seiner Leser; ich fühle mich an eine einschläfernde Vorlesung erinnert &#8211; es ist als traue der Autor seinem Leser nicht zu sich die simpelsten Fakten und theoretischen Konstrukte auch nur für 20 Seiten zu merken. Insbesondere die Kapitel über Wikinger und Norweger sind langatmig und unnötig aufgebläht. Auch das könnte man noch hinnehmen, wenn Diamond denn seine Punkte wenigstens konzise wissenschaftlich belegen könnte.</p>
<p>Stattdessen beschleicht mich beim Lesen das Gefühl, dass hier ein Think-Tank für Diamond Sekundärliteratur querrezipiert hat. Tatsächlich sind die erwähnten Fakten fast deckungsgleich mit denen aus <a href="http://www.mnh.si.edu/vikings/">Vikings &#8211; A North Atlantic Saga</a> (ein Werk des Smithsonian Institute), und viele Begrifflichkeiten und Behauptungen Diamonds halten nicht mal einfachsten Prüfungen auf Glaubwürdigkeit stand.<br />
<span id="more-822"></span><br />
Das beginnt schon dabei, dass er sich über das &#8220;normale&#8221; Klima, Wetter, Regen- und Schneefälle Montanas auslässt, und diese &#8216;Normalität&#8217; nirgends anhand irgendwelcher Zahlen wissenschaftlich belegt &#8211; normal scheint für ihn zu sein, was er in seiner Lebenszeit erlebt hat. Gemessen an den glazialen Entwicklungen Nordamerikas oder auch nur der Temperaturkurve der Erde der letzten 14.000 Jahre muss man sich fragen, wie ein Biogeograf solche Positionen vertreten kann. An anderer Stelle moniert er dann etwa, dass die Anasazi nicht über ihren Tellerrand von 1 oder 2 Generationen Regenmustern wegsehen konnten und deswegen untergehen mussten &#8211; ähm, ja?</p>
<p>Diamonds Ausführungen zu den Osterinseln werfen mehr Fragen auf als sie beantworten &#8211; ich glaube Erich von Däniken hat sich intensiver damit befasst als der amerikanische Professor. Bei der Entwicklung der Norweger in Grönland und den Gründen für ihr Aussterben stellt Diamond Thesen auf, denen sogar die von ihm angeführten Fakten widersprechen&#8230; summa summarum sind die &#8216;Belege&#8217; die er für seine Thesen anführt bestenfalls schwach und wenig schlagkräftig, und ich werde beim Lesen das Gefühl nicht los, dass er  genau deswegen seine Argumente immer und immer wiederholt &#8211; nur werden sie davon nicht überzeugender.</p>
<p>Dennoch führt Diamond eine Menge interessante Fragen ins Feld, mit denen man sich befassen muss: Etwa die Berücksichtigung von Bodengeografie, Reproduktionsraten von Böden, der Wichtigkeit vulkanischen Ascheeintrags und regelmässiger Regen (Monsun) sowie Wärme für die schnelle Erholung einer Vegetation vs. die langsamen Erholungsraten von Böden, die sich unter Periglazialbedingungen und niedriger neuer Humusbildung entwickelt haben. Dass diese Faktoren, zusammen mit für Siedlungsareale neuen fremden Pflanzen und Tieren, Einfluss auf Erfolg oder Mißerfolg einer Siedlung gehabt haben mögen, ebenso wie die (mangelnde) Anpassungsfähigkeit von Siedlern an neue Bedingungen, ist wohl unbestritten.</p>
<p>Auch seine Überlegungen zum Versagen demokratischer Systeme im Hinblick auf den Ressourcenerhalt (das Wort Kapitalismus darf er als ordentlicher Amerikaner ja nicht einfach benutzen) sind interessant und bedenkenswert.</p>
<p>Woran es <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0143036556?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0143036556">Collapse</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0143036556" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> mangelt, ist wissenschaftliche Präzision. Hier hat nicht jemand sorgfältig eine These erarbeitet, sondern das Ganze wirkt wie ein verlegerischer Schnellschuss, aus Versatzstücken der Menschheitsgeschichte und vielleicht ein paar Seminarpapieren zusammengestoppelt. Diamond bleibt an fast allen Stellen die tatsächlichen Belege für seine trendige These von der gesellschaftlich bedingten Selbstausrottung von <em>homo sapiens</em> und den angeblich dagegen wirksamen Mechanismen schuldig; bereits bei der Problemdefinition setzt er unterschiedliche Maßstäbe an und lässt einen ordentlichen methodologischen Ansatz vermissen.</p>
<p>So bleibt am Ende für mich nach diesem Buch nur ein seltsam unbefriedigtes Gefühl &#8211; ich habe es endlich geschafft mich hindurch zu kämpfen, und eine Menge Interessantes über Maya, Anasazi und zum Teil auch die Siedlungen der Wikinger erfahren, sowie einen spannenden Einblick in die heutige Politik der USA erhalten. Aber sein eigentliches Ziel hat das Buch um Längen verfehlt, und das Wikingerkapitel und die beiden (sic!) Abschnitte über die Grönlandsiedler &#8211; die ausserdem reichlich Fehler enthalten &#8211; taugten für mich monatelang als Einschlafhilfe und zum Einstellen jeglichen Lesens.</p>
<p>Enttäuschend.</p>
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		<title>Norbert Suchanek &#8211; Der Soja-Wahn</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 13:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Suchanek, Norbert]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Soja]]></category>

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		<description><![CDATA[Norbert Suchanek ist seit seinem Studium der Chemietechnik Umweltjournalist, war für Greenpeace aktiv, und hat sich in Eine-Welt-Netzwerken engagiert. Er lebt und arbeitet heute in Brasilien. In Norbert Suchanek: Der Soja-WahnWie eine Bohne ins Zwielicht gerät setzt er sich kritisch mit der Sojabohne auseinandern &#8211; egal ob es sich um Ernährungslügen handelt oder die Folgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Norbert Suchanek ist seit seinem Studium der Chemietechnik Umweltjournalist, war für Greenpeace aktiv, und hat sich in Eine-Welt-Netzwerken engagiert. Er lebt und arbeitet heute in Brasilien. In</p>
<p><center><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41VA0HG4LBL._SL160_.jpg"></p>
<p></center></p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3865812163?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3865812163">Norbert Suchanek: Der Soja-Wahn<br />Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät</a></h3>
<p>setzt er sich kritisch mit der Sojabohne auseinandern &#8211; egal ob es sich um Ernährungslügen handelt oder die Folgen des weltweiten Sojaanbaus für Mensch und Umwelt.</p>
<p>Die Kapitelliste:</p>
<ol>
<li>Soja &#8211; gut für die Gesundheit?
<li>Margarine aus Soja &#8211; gesünder als Butter?
<li>Soja statt Gras &#8211; schlecht für Mensch und Tier
<li>Soja und Asien &#8211; mehr Mythos als Wahrheit
<li>Opfer der Bohne: Mensch und Natur
<li>Soja &#8211; ein amerikanischer (Alb-) Traum
<li>Kann (Gen-) Soja nachhaltig sein?</ol>
<p>Die Frage nach der Gesundheit ist hoch interessant, und es ist passend, dass Suchanek sie an den Anfang stellt. Immer wieder wird Soja als gesundes Nahrungsmittel, ja geradezu als <em>Superfood</em> angepriesen; Soja sei gut in den Wechseljahren und gegen Krebs (wegen der Phytoöstrogene); das Eiweiss besonders hochwertig; Sojaprodukte ein jahrtausendealtes Gesundmittel der Asiaten, Motto: esst mehr davon, etc. pp.</p>
<p>Dem Format des Bändchens angemessen geht Suchanek auf diese Fragen sehr komprimiert ein; viele Erkenntnisse der modernen Ernährungsmedizin jenseits von Low-Fat-Propaganda und Ernährungsrichtlinien der Regierungen (wie die Fehlerhaftigkeit der Cholesterinhypothese oder die fälschliche Behauptung mehrfach ungesättigte Fettsäuren seien gesünder als einfach gesättigte) setzt er voraus oder reisst diese nur knapp an; dafür findet sich dann in der Literaturliste das wohl endgültige Standardwerk zum Thema, Gary Taubes&#8217; <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1400033462?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=1400033462">Good Calories, Bad Calories: Fats, Carbs, and the Controversial Science of Diet and Health</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=1400033462" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> oder auch die thematische Artikelsammlung der Weston A. Price Foundation zum Thema Soja, <a href="http://www.westonaprice.org/soy-alert/">Soy Alert</a>.</p>
<p>Für den, der diese Lektüre kennt, sind die Ernährungskapitel keine Neuigkeiten, alle anderen dürften erstaunt aufschauen. Die meisten Punkte aus dem Buch zum Thema Soja als Menschennahrung findet man bei Taubes oder der Weston A. Price Foundation detaillierter wieder, sofern man des Englischen mächtig ist &#8211; das Weiterlesen lohnt sich.</p>
<p>Die folgenden Kapitel widmen sich dann der Massenproduktion von Soja im agrarindustriellen Komplex &#8211; beginnend bei der Tatsache, dass proteinreiches Soja eben keine geeignete Tiernahrung darstellt (und natürlich ernährtes Tier, <em>grass-fed</em> oder <em>pastured</em> heisst das im angloamerikanischen Raum, nicht nur besser schmeckt sondern auch für den Konsumenten deutlich gesünder ist).</p>
<p>Weiter geht es über Gentechnik (97% der Sojabohnen aus den USA sind GMO-crops) und Pestizide (Round-up und Konsorten) zur flächendeckenden Vernichtung von Regenwäldern für aus Sojaöl gewonnenen ach-so-nachhaltigen Biodiesel (die Produktion verschlingt 27% mehr Energie als sie erzeugt) und den Billigfleischhunger der ersten und zweiten Welt, die Zerstörung kleinbäuerlicher Strukturen und die Subventionierung von Soja in den USA, bis hin zu neuem Agrarkolonialismus in Afrika. Der Pestizid- und Düngerverbauch von Soja nimmt Rekordausmaße an. Und dank Lobbyisten darf sich in Zukunft selbst Soja, das mit aus Flugzeugen versprühten Pestiziden eingenebelt wurde, noch als &#8216;verantwortliches Soja&#8217; schmücken.</p>
<p>Soja, eine Alternative für die Zukunft? Nur, wenn die Zukunft transgenen patentierten Produkten aus dem Labor der Agrochemiekonzerne gehört.</p>
<p>Die 110 Seiten sind gut zu lesen und ein vielleicht grad dank seiner Kompaktheit kräftiger Tritt in den Hintern, die eigenen Glaubenssysteme mal wieder zu überdenken. Zu befürchten steht allerdings, dass dieses Büchlein diejenigen, die es bräuchten, am wenigsten erreichen wird, sondern es am Ende auf <em>preaching to the choir</em> herausläuft.</p>
<p>Auf jeden Fall <strong>empfehlenswert</strong>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Alan Weisman &#8211; Die Welt ohne uns</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2008/03/alan-weisman-die-welt-ohne-uns/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Mar 2008 03:44:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Weisman, Alan]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Apokalypse]]></category>

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		<description><![CDATA[“Was wäre eigentlich,wenn die Menschen plötzlich verschwinden würden? Erobert die Natur alles zurück, was der Mensch in Jahrtausenden geschaffen hat? Welche Spuren bleiben von uns?” Das sind die Fragen, denen sich ein amerikanischer Autor und Journalistikprofessor in Alan Weisman &#8211; Die Welt ohne unsReise über eine unbevölkerte Erde stellt. Um diese Frage erschöpfend zu beantworten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“<em>Was wäre eigentlich,wenn die Menschen plötzlich verschwinden würden? Erobert die Natur alles zurück, was der Mensch in Jahrtausenden geschaffen hat? Welche Spuren bleiben von uns?</em>”</p>
<p>Das sind die Fragen, denen sich ein amerikanischer Autor und Journalistikprofessor in</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492051324?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3492051324"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51jZs94SU6L._SL160_.jpg" border=0><br clar=all><br clear=all>Alan Weisman &#8211; Die Welt ohne uns<br clear=all>Reise über eine unbevölkerte Erde</a></h3>
<p>stellt.</p>
<p>Um diese Frage erschöpfend zu beantworten, hat er sich auf eine lange Forschungsreise rund um die Welt begeben, und er nimmt seine Leser dabei mit. Von den Ursprüngen der Menschheit in der afrikanischen Savanne, über die Höhlenstädte Kappadokiens, die Unterwelt von New York City, die blutweiderichbewachsenen Ufer Alaskas, den entmilitarisierten Streifen auf Zypern oder den Panamakanal, zum “großen pazifischen Müllstrudel”, der Architektur von Istanbul und den Ölfeldern von Texas, bis hin zur Voyager-Sonde reicht das Spektrum der Ziele, an denen er nach Erkenntnissen über den Menschen und seine Spuren auf diesem Planeten und im All sucht &#8211; was bleibt?<br />
<span id="more-193"></span><br />
Ich war mit großem Interesse an dieses Buch gegangen, nachdem ich die zahlreichen guten Kritiken und kurze Textauszüge gelesen hatte, auch die (ernüchternde) Lektüre des Beispielskapitels auf der Homepage zum Buch machte mich sehr neugierig. Weisman macht sich die Mühe, Erkenntnisse aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Anthropologie, Archäologie, Klimakunde, Physik, Biologie und Architektur zu einem Gesamtgebilde zu verknüpfen, das man als die Essenz des menschlichen Daseins bezeichnen könnte &#8211; von dort extrapoliert er, erneut gestützt auf Fakten und Fachkenntnisse, was das alles für die Zukunft dieses Planeten bedeuten würde, verschwände <em>homo sapiens</em> ganz plötzlich.</p>
<p>Das Bild das dabei entsteht ist ebenso vielfältig wie die Gesichtspunkte, unter denen er das Thema angeht. An manchen Stellen möchte man beim Lesen erleichtert aufatmen, wenn man begreift dass das Leben doch irgendwie weitergehen könnte und vielleicht auch wird, wenn der Mensch verschwindet &#8211; dass sich Ozeane und Wälder sehr schnell von den Belastungen unseres Missbrauchs erholen würden. An anderer Stelle wird klar, dass das nur Wunschdenken bleiben kann, etwa wenn man sich die geradezu apokalyptischen Folgen vor Augen ruft, die ein Zusammenbruch der großen hochkomplexen Ölraffinerieanlagen in Texas, oder das Ausfallen der Kühlaggregate von weltweit 441 Atomkraftwerken bedeuten wird. Richtig schlecht geworden ist mir aber bei den viel unmittelbareren Auswirkungen auf die Umwelt &#8211; während es zur Zeit des zweiten Weltkrieges so gut wie keinen Kunststoff gab, hat die Menschheit bis heute ungefähr 1 Milliarde Tonnen Plastik produziert, das zu Millionen Tonnen in den Ozeanen als Müll treibt, und das durch physische Zerkleinerung bis auf Mikronebene mittlerweile selbst beim Plankton in der Nahrungskette angekommen ist &#8211; alles frisst, alles wird zu Plastik.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492051324?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3492051324">Die Welt ohne uns</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3492051324" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist ein spannendes und hochinteressantes Buch, leidet aber für meine Begriffe unter zwei Dingen:</p>
<p>Zum einen fehlt dem Buch die innere Struktur &#8211; die Anordnung der Kapitel scheint beliebig, Weisman springt von Kontinent zu Kontinent, von Thema zu Thema und von Disziplin zu Disziplin. <a href="http://worldwithoutus.com/toc.html">In der englischen Gliederung</a> macht das noch ansatzweise Sinn, der durch die fehlende Untergliederung in der (sehr guten) Übersetzung von Hainer Kober jedoch etwas verloren geht. Durch die Vereinzelung der Themen führt Weisman seine fiktionalen Entwicklungen auch nicht konsistent zu einem Gesamtbild zusammen.</p>
<p>Zum anderen hat für mich das Buch etwas anderes versprochen als es am Ende liefert. Weisman taucht tief in Ökologie, Anthropologie, Probleme des heutigen Daseins ein, etwa die Stadtentwicklung von Istanbul  oder das Leben der Zápara-indianer Ecuadors, deren erschreckende Geschichte unbedingt lesenswert ist. Er tut all dies, um ausgehend von der Vergangenheit auf die Zukunft zu deuten. Die Erläuterungen zu Vergangenheit und Gegenwart nehmen jedoch den sehr viel größeren Teil des Buches ein als die Zukunftsvisionen, um die es mir bei diesem Buch in erster Linie ging. Vielleicht bin ich auch etwas vorbelastet &#8211; über den Untergang der Maya und anderer antiker Kulturen oder den Menschen als Ausrotter vieler Tierarten zum Beispiel hat <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596167302?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596167302">Jared Diamond</a> sehr viel erhellender und analytischer geschrieben, über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clovis-Kultur">Clovis-Kultur</a> und die Mammutjäger kann man bei <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3764359153?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3764359153">Peter D. Ward</a> präziser und besser verständlich nachlesen, das Klimathema haben Leute wie Al Gore oder Tim Flannery längst anschaulicher erläutert. All diese Punkte sind für an dem Thema Interessierte relativ alte Kamellen, die Weisman dem breiten Publikum noch einmal auftischt, und durch die wirre Struktur des Buches verliert man schnell den Durchblick, auf was der Autor mit den vielen Einzelschicksalen die er anbringt eigentlich hinaus will.</p>
<p>Nur an ganz wenigen Stellen, etwa wenn er von der Ölindustrie in Texas, oder dem New Yorker U-Bahn- und Wasserpumpensystem erzählt, ist Weismans Vision wirklich das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte &#8211; ein Augenöffner darüber, wie stark wir von bestimmten Technologien und diese wiederum von uns abhängig sind, wie schnell das Ende so mancher für uns fast unzerstörbar erscheinenden Struktur kommen könnte. Im großen und ganzen aber handelt es sich mehr um eine bildhafte Zusammenstellung all der Schäden, die der Mensch dem Planeten den er Heimat nennt zugefügt hat, von den heilbaren bis zu denen mit mehreren Millionen Jahren Halbwertzeit.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492051324?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3492051324">Die Welt ohne uns</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3492051324" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist nicht das was ich erwartet habe, und durch die starke, teilweise kaum unterscheidbare Vermischung von Fakten und Fiktion streckenweise ebenso anstrengend zu lesen wie diskutabel. Vieles das Weisman anführt hat man andernorts schon gelesen, vieles ist alles andere als überraschend. Als Gesamtwerk ist es aber dennoch hoch lesenswert und augenöffnend.</p>
<ul>
<li>Offizielle Website zum Buch: <a href="http://worldwithoutus.com/">www.worldwithoutus.com</a> &#8211; dort kann man auch das Kapitel über die Problematik des Plastikmülls, <em>Polymers Are Forever</em>, in Englisch online lesen.</ul>
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		<title>Anna Lappé and Bryant Terry: GRUB</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2007/06/anna-lappe-and-bryant-terry-grub/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Jun 2007 11:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Lappé, Anne]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Terry, Bryant]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[What is GRUB?1. grub is healthy, local, sustainable food for all 2. grub is food that supports community, justice, and sustainability 3. grub should be universal definieren die Autoren des Buches ihre Mission auf der Webseite eatgrub.org, und wie das heutzutage so üblich ist, gibt es natürlich auch ein Begleit-Blog mit dem Titel Getcha Grub [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>What is GRUB?<br clear="all" /><br clear="all" />1. grub is healthy, local, sustainable food for all<br />
2. grub is food that supports community, justice, and sustainability<br />
3. grub should be universal</p></blockquote>
<p>definieren die Autoren des Buches ihre Mission auf der Webseite <a href="http://www.eatgrub.org/">eatgrub.org</a>, und wie das heutzutage so üblich ist, gibt es natürlich auch ein Begleit-Blog mit dem Titel <a href="http://grubbook.blogspot.com/">Getcha Grub On</a>.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass Konzepte wie <em>Eat Local</em>, das Unterstützen regionaler Strukturen und Handelsketten, und eine Auseinandersetzung damit wo unsere Lebensmittel tatsächlich herkommen, sehr wichtig und zukunftsweisend sind, nicht nur wenn es um die Ökologie geht, sondern auch im Hinblick auf transparente Produktion und Lebensmittelqualität. Das Buch</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1585424595?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1585424595"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/21ERD7KQVTL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Anna Lappé and Bryant Terry: GRUB<br clear="all" />Ideas for an urban organic kitchen</a></h3>
<p>verspricht eine interessante Lektüre und frische Ideen für das umweltbewusste Leben einer neuen, hippen jungen Generation, für die die Freude am guten Essen der Antrieb ist, nicht aber <em>Political Correctness</em>.<br />
<span id="more-158"></span><br />
Der erste Eindruck allerdings, als das Buch ankam und ich es auspackte, war enttäuschend. Denn, auch wenn die 334 Seiten auf &#8220;<em>acid free 100% recycled paper</em>&#8221; gedruckt sind, ist die Bindung doch alles andere als hochwertig, der Umschlageinband ist dünner, billiger Karton (eher dickes Papier), der nicht den Eindruck von Langlebigkeit macht und schon beim Ansehen Eselsohren bekommt.</p>
<p>Von einem Buch und Kochbuch, das sich mit <em>sustainability</em> befasst, erwarte ich eigentlich etwas das dem auch haptisch und qualitätsmäßig gerecht wird. Gedruckt ist das Buch komplett in Grün, was auf dem beinahe weissen Recyclingpapier suboptimal zu lesen ist &#8211;  ein Hinweis auf die verwendete Tinte oder Pigmente fehlt. Hier hätte ich mir einen stabilen Hardcovereinband und dafür billigere Druckfarbe gewünscht&#8230;</p>
<p>Doch was zählt ist bekanntlich der Inhalt.</p>
<p>Nach einem Vorwort von Eric Schlosser, Autor von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141006870?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0141006870">Fast Food Nation</a>,  widmen sich die Autoren den &#8220;<em>six illusions</em>&#8221; der Konsumenten, die sich mit der Reinheit und Qualität der Nahrung befassen, mit Pestiziden, den wahren Kosten der Massenproduktion, aber auch mit der Illusion, dass wir angeblich immer mehr Lebensmittel zur Auswahl haben (das Gegenteil ist der Fall). Terry und Lappé machen weiter mit der Verfettung der Nation USA (leider an einigen Stellen auf fehlerhaften Daten basierend), und zeigen für den US-amerikanischen Markt auf, welche Multis sich hinter welchen vorgeblich gesunden Bio-/Ökomarken verstecken. Dabei erklären sie auch die jeweiligen amerikanischen Öko-Label und deren Vorzüge und Nachteile. Für Europäer ist das ganz unterhaltsam, aber nicht übertragbar auf unsere Lage &#8211; interessant ist wie sich große Konzerne wie Kelloggs und Heinz nach und nach Bio-Hersteller einverleiben und nun auch Bio-Cornflakes und Co. an den Kunden bringen. Die Überlegungen zu den Kosten importierter Nahrung (Geld das ins Ausland abfließt statt bei den lokalen Produzenten zu bleiben) sind interessant und auch für Europäer aufschlußreich.</p>
<p>Im zweiten Teil, <strong>Grub 101</strong>, wird das Hohelied der vegetabilen Vollwert-Körner-Tofukost gesungen, wenn auch politisch korrektes Fleisch eventuell auf den Speiseplan darf. Der letzte Stand der Ernährungsforschung wie ihn etwa die <a href="http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/pyramids.html">Harvard Medical School</a> vertritt, wird leider komplett ignoriert, was allerdings bei der Tochter von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Frances_Moore_Lapp%C3%A9">Frances Moore Lappé</a> nicht wirklich  überraschen kann.</p>
<p>Teil 3 soll Wege aufzeigen wie man die Prinzipien von <em>Eat Local </em>besser umsetzen kann, sich von der Nahrungsmittelproduktion der Multis, von Importen aus dem Ausland unabhängiger machen kann. Das könnte sehr spannend sein, ist aber erneut ausschließlich für den amerikanischen Leser zugeschnitten. Dennoch kann man auch hier nützliche Hinweise finden, spannend ist der Vergleich eines Einkaufs bei einer Bio-Einkaufskooperative gegen einen Supermarkt in New York City &#8211; die Kooperative schneidet günstiger ab.</p>
<p>Modelle wie <a href="http://www.localharvest.org/csa/">Community Supported Agriculture,</a> oder das Einkaufen von Vorräten beim Hersteller in größerer Menge setzen bestimmte logistische Möglichkeiten voraus die nicht jeder hat. Wirklich einfach umsetzbare Ziele und Ideen sind nur wenige zu finden.</p>
<p>Rund die Hälfte des Buches schließlich macht der <strong>Rezeptteil </strong>aus, der dazu auffordert, mit Freunden das gute Essen zu feiern, und dessen Rezeptthemen sich entsprechend um Festlichkeiten &#8211; von Mardi Gras bis Thanksgiving &#8211; drehen.  Die Auswahl reicht dabei von modernisierten Klassikern (Po&#8217;Boys mit Tempeh, Sweet Potato Fries) über Latino- und Texmex-Küche bis nach Asien. Mit Ausnahme von Fisch-Kebabs und -tacos sind die Rezepte ausschließlich vegetarisch. Bereichert werden die Köstlichkeiten um Musikvorschläge aus Weltmusik und von kleinen, unbekannteren Bands, um auch hier den Gedanken von GRUB weiterzuführen.</p>
<p>Der &#8220;Abspann&#8221; des Buches ist eine umfangreiche Quellen und Ressourcenliste zu den Themen des Buches, sowie eine vollständige Literaturliste.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1585424595?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1585424595">Grub: Ideas for an Urban Organic Kitchen</a> schneidet eine Menge Themen an, die jeden, der sich ernsthaft mit Nahrung und ihrer Qualität und Herkunft auseinandersetzt, betreffen und interessieren sollten. Leider, so muss sagen, war das Buch für mich dennoch ein Fehlkauf &#8211; aus drei Gründen.</p>
<p>1. ist <strong>Grub</strong> ausschließlich und sehr spezifisch für Amerikaner geschrieben. Wirklich hilfreich wäre ein solches Buch lokalisiert auch für Europa oder vielleicht sogar Deutschland (was die englische Urfassung natürlich nicht leisten kann).</p>
<p>2. So nett die Rezepte auch sind, von einem Sachbuch dieser Art hatte ich mir mehr als nur ein Kochbuch erhofft. Anstelle von Fakten, vielleicht auch tatsächlichen Lösungsansätzen wie andere &#8216;urbane&#8217; Menschen ihre Lebensmittel einkaufen, wie man auch andere als den vorgestellten Ernährungsstil leben kann, gibt es Tipps zur Küchenausrüstung, zum Gemüseputzen oder den Hinweis, man möge an Thanksgiving doch auch mal an die Probleme der Indianer denken. Auf dem Rückeinband steht</p>
<blockquote><p> The authors don&#8217;t browbeat you into politically correct dining.</p></blockquote>
<p>Doch genau das versuchen sie mit jedem zweiten Satz &#8211; das Buch kommt an vielen Stellen nicht aufklärend, nicht hilfreich, sondern belehrend daher, in der Art eines Selbsthilfebuchs &#8220;Wie werde ich ein besserer Mensch&#8221;.</p>
<p>3.  Die Fixierung auf vegetarische Getreide- und Tofukost, auf eine extrem kohlenhydratreiche pflanzenbasierte Nahrung ist extrem einseitig und zumindest für mich praxisuntauglich.</p>
<p>Wer ein <strong>vegetarisches Kochbuch mit neuen, ungewöhnlichen Ideen</strong> sucht, wird hier allerdings viele Anregungen finden.</p>
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		<title>Neal Stephenson &#8211; Volles Rohr</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2006/12/neal-stephenson-volles-rohr/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Dec 2006 07:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Stephenson, Neal]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal ein vielversprechender junger Biochemiker, der hiess Sangamon Taylor, und arbeitete für einen großen Bostoner Chemiekonzern. Dummerweise hatte Sangamon einen Hang zur demonstrativen Ehrlichkeit, sowie Ambitionen, die Welt zu retten, und so finden wir ihn Jahre später in einem kleinen Büro einer weltweit operierenden Umweltschutzorganisation wieder, bei GEA International. Die Leute von GEA [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal ein vielversprechender junger Biochemiker, der hiess Sangamon Taylor, und arbeitete für einen großen Bostoner Chemiekonzern. Dummerweise hatte Sangamon einen Hang zur demonstrativen Ehrlichkeit, sowie Ambitionen, die Welt zu retten, und so finden wir ihn Jahre später in einem kleinen Büro einer weltweit operierenden Umweltschutzorganisation wieder, bei GEA International. Die Leute von GEA sind langhaarige Öko-Aktivisten, die in ihren Zodiacs (der Originaltitel des Buches lautet <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0553573861?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0553573861">Zodiac: The Eco-Thriller</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0553573861" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" />) die Big Bosse der Großkonzerne das Fürchten lehren. Ähnlichkeiten mit real existierenden Umweltschutzorganisationen sind offensichtlich und gewollt.</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442098114?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3442098114">Neal Stephenson &#8211; Volles Rohr (Zodiac)</a></h3>
<p>Sangamon Taylor ist ein Aussteiger, ein Einzelgänger &#8211; daran ändert auch die Tatsache dass er in einer WG lebt nichts &#8211; und ein ekelhafter Mistkerl. Zufällig kommt er einem großangelegten Umweltskandal in Boston &#8211; der &#8220;Stadt in der sogar Hacker Hemden mit Knöpfen tragen&#8221; &#8211; auf die Spur. Der gesamte Bostoner Hafen &#8211; praktisch Sangamons Privatterritorium &#8211; wimmelt nur so von PCBs&#8230; und die Vietnamesen, die am Ufer angeln, sowie die alten irischen Hummerfischer blühen unter Chlorakne.</p>
<p><span id="more-123"></span></p>
<p>Sangamon tut sein Bestes, um den Ungläubigen zu predigen und zu helfen wo er nur kann, aber schon bald hat er ganz andere Sorgen. Wieder einmal hat er seine Nase zu offensichtlich in die Angelegenheiten von BASCO Chemicals gesteckt. Nur knapp und mit der Hilfe guter Freunde entkommt Taylor den Häschern der bösen Industriebosse, die ihn mund- und mausetot machen wollen. Der Konzern erklärt ihn öffentlich zu einem gefährlichen, gewalttätigen und durchgeknallten Terroristen. Dem Chemiker bleibt keine Wahl &#8211; er muss die Quelle der Vergiftungen finden, und so holt er auf seine Weise zum Gegenschlag aus&#8230;</p>
<p>Was von aussen wie ein ganz normaler Thriller aus dem Baukasten wirkt, ist brillant geschrieben, mit viel Humor, Fachwissen und einem beissenden Sarkasmus gewürzt, der in der ausgezeichneten Übersetzung fast noch besser wirkt als im Original. Stephenson bringt dem Leser eher spielerisch das kleine und große Einmaleins der Chlorchemie und der Umweltverschmutzungsrhetorik bei. Witzig und kreativ schlagen seine Helden zu, und beweisen, dass David Goliath besiegen kann, wenn David nur helle genug ist. Hier bekommt jeder sein Fett ab, ob langhaarige Alternativ-Öko-Spinner, Gotcha-Spieler, Heavy-Metal-Fans, amerikanische Tageszeitungen oder Biotech-Enthusiasten.</p>
<p>Ein giftiger Roman, der keine Zweifel offenlässt über die schmutzige Melange aus Chemie und Profiten, aber dank viel Tempo und Ironie ein Top-Ökothriller geworden ist.</p>
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		<title>Charles Clover &#8211; Fisch kaputt</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2005/10/charles-clover-fisch-kaputt/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2005 08:35:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Clover, Charles]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Artensterben]]></category>
		<category><![CDATA[Fisch]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Überfischung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehrere Jahre hat der renommierte britische Wissenschaftsjournalist Clover sich auf die Reise begeben, um den Zustand der Weltmeere zu erkunden, sich mit Fischern und Umweltschützern zu unterhalten und herauszufinden, wie es um die Fischbestände der Weltmeere bestellt ist. Das Ergebnis ist, salopp gesagt, eine globale Katastrophe. Der Mensch hat im 20. Jahrhundert die Fischbestände auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrere Jahre hat der renommierte britische Wissenschaftsjournalist Clover sich auf die Reise begeben, um den Zustand der Weltmeere zu erkunden, sich mit Fischern und Umweltschützern zu unterhalten und herauszufinden, wie es um die Fischbestände der Weltmeere bestellt ist. Das Ergebnis ist, salopp gesagt, eine globale Katastrophe. Der Mensch hat im 20. Jahrhundert die Fischbestände auf etwa 1/4 ihres ursprünglichen Ausmaßes reduziert. Mit Fangmethoden, die das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kosystem">Ökosystem</a> Meer dauerhaft schädigen, wurde binnen weniger Jahrzehnte 90 % der gängigen Speisefische der Garaus gemacht &#8211; und Fisch liegt weiter im Trend, Fisch ist gesund, lecker, hip und die Umsatzzahlen steigen.</p>
<p>Doch wo soll all der Fisch in Zukunft herkommen, wenn die Ozeane leergefischt sind und keine Aussicht auf Besserung besteht? Was müssen wir tun, was müssen wir ändern, damit auch die Generation nach uns noch eine Chance hat, Seefisch zu essen? Wer trägt die Schuld an der Katastrophe? Und was kann der Verbraucher tun?<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/357050056X&amp;tag=webhafen-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742" title="Fisch kaputt bei Amazon.de"></a></p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/357050056X&amp;tag=webhafen-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742" title="Fisch kaputt bei Amazon.de"><img src="http://images-eu.amazon.com/images/P/357050056X.03.MZZZZZZZ.jpg" border="0" /><br ckear="all" /><br clear="all" />Charles Clover: Fisch kaputt</a></h3>
<p>Auf all diese Fragen sucht &#8211; und findet &#8211; Clover Antworten, die erwartungsgemäß bei vielen nicht auf Gegenliebe stoßen werden. So fordert er von Gastronomen besonders der Spitzenküche, nicht nur nach der sensorischen, sondern auch nach der ökologischen Qualität der Produkte auf ihrem Teller zu fragen. Was bei Fleisch und Gemüse schon längst Normalität ist, muss auch bei Fisch und Meeresfrüchten Standard werden. Er stellt die <a href="http://de.msc.org/">MSC-Zertifizierung</a> mit all ihren Pros und Kontras vor, und ruft Verbraucher auf, bewußt mit dem Produkt Fisch umzugehen.</p>
<p><span id="more-29"></span></p>
<p><a href="http://www.randomhouse.de/author/author.jsp?per=99272">Charles Clover</a> weckt Mitgefühl für Fischer, zeigt Projekte, die mit bewußtem Naturschutz die Lebensbedingungen für Fischer und Meeresbewohner verbessert haben, und bohrt immer wieder in klaffenden Wunden bei der politischen Verwaltung der Fischbestände. Wer hätte gedacht, dass etwa die Bush-Regierung Teile des Ozeanes für lukrative Aquafarmen privatisieren möchte? Wer gebietet Einhalt, wenn gentechnisch veränderte Riesenlachse plötzlich natürliche Populationen durchmischen (und irgendwann diese dann wahrscheinlich nur noch mit Lizenzgebühren an die Gentech-Konzerne gefischt werden dürfen?)</p>
<p>Vor allem aber ist &#8220;Fisch kaputt&#8221; (im Original treffsicher mit <em>The End of the Line</em> betitelt, ein Wortspiel aus der Langleinenfischmethode und der Tatsache, dass wir das Ende der Nahrungskette und des kommerziellen Fischfangs erreicht haben) ein aufrüttelndes Dokument, das zeigt, dass es für die Ozeane längst 5 nach 12 ist; dass die Fangmethoden für <a href="http://marktcheck.greenpeace.at/1509.html">delfinfreundlich</a> gefangenen Tunfisch dennoch Dutzende anderer Lebewesen im Meer schwer schädigen; dass besonders die EU, die als Anrainer kleinerer Ozeane wie Nordsee und Mittelmeer ein Interesse am Schutz der Meere haben sollte, ihren Fischern auf Kosten armer Drittweltländer immer neue Fanggründe sichert, die diese rücksichtslos ausplündern können; und dass in den Köpfen der Politiker noch lange nicht angekommen ist, dass es so nicht weitergehen kann, weil ansonsten jeglicher Fischerei die Lebensgrundlage entzogen wird.</p>
<p>Dass es auch ganz anders geht, zeigen Nationen wie Neuseeland, die die Fischer und ihre Fangquoten per Satelliten überwachen lassen und drastische Strafen verhängen, wenn es zu Verstößen kommt, wogegen Europa Plünderungen durch seine Gesetzgebung quasi noch fördert. Ein Buch, das das Stück Fisch im Halse steckenbleiben lässt. Und auch grün angehauchte Leser müssen die bittere Pille schlucken, dass ein Fisch-Mac unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes weit besser abschneidet als das Sushi vom Edeljapaner.</p>
<p>Ein Anstoß, etwas zu verändern, der vor allem von Politikern und Fischern gelesen werden sollte. Aber auch der Verbraucher kann seinen Teil dazu beitragen &#8211; durch bewußten Konsum, durch die Förderung von Projekten wie MSC oder den Verzicht auf fast ausgestorbene Fischarten auf dem Teller, und vielleicht auch dadurch, Politiker für das Problem zu sensibilisieren.</p>
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