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	<title>Rezensionen &#187; historischer Roman</title>
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	<description>von Petra Hildebrandt</description>
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		<title>Pauline Gedge &#8211; Die Herrin vom Nil</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 10:45:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedge, Pauline]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Hatschepsut]]></category>
		<category><![CDATA[historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Pharaonen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die Herrin vom Nil&#8221; ist wohl der bekannteste Roman der kanadischen Schriftstellerin Pauline Gedge, und befasst sich mit der Lebensgeschichte der Pharaonin Hatschepsut, Tochter von Thutmosis I., Ehegattin von Thutmosis II und Regentin und Stiefmutter von Thutmosis III. Pauline Gedge: Die Herrin vom Nil Im Zentrum des 1977 erstmals gedruckten Romans steht die Liebesgeschichte zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499153602?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3499153602">Die Herrin vom Nil</a>&#8221; ist wohl der bekannteste Roman der kanadischen Schriftstellerin <a href="http://www.quillandquire.com/authors/profile.cfm?article_id=1379">Pauline Gedge</a>, und befasst sich mit der Lebensgeschichte der Pharaonin <a href="http://www.aegypten-online.de/themen/hatschepsut.htm">Hatschepsut,</a> Tochter von Thutmosis  I., Ehegattin von Thutmosis II und Regentin und Stiefmutter von Thutmosis III.</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499153602?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3499153602"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WXZ2B31JL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Pauline Gedge: Die Herrin vom Nil</a></h3>
<p>Im Zentrum des 1977 erstmals gedruckten Romans steht die Liebesgeschichte zwischen der Pharaonentochter, die das Land regieren wird, und dem einfachen, begabten Senmut, der zu ihrer rechten Hand heranwächst, während sie sich ihren Platz auf dem Thron erkämpft.</p>
<p><span id="more-163"></span></p>
<p>Die Fakten sind hinlänglich bekannt, wenn auch umstritten, und so fabuliert Gedge auch bisweilen wild drauflos, mit Thesen, die sich mit aktuellen Erkenntnissen der Archäologie nicht immer vereinen lassen, aber das mag darauf zurückzuführen sein, dass ihr Roman vor 30 Jahren entstanden ist.</p>
<p>Der Roman ist übervoll an visuellen Details, oftmals fühle ich mich beim Lesen in einen Film vom Stile &#8220;Cleopatra&#8221; mit Elizabeth Taylor versetzt, oder schlimmer, in einen Sissi-Film in Altägypten, so prunk- und prachtvoll, farbig und überladen ist das Bild, das Gedge von Ägypten vor 3500 Jahren malt. Und ihre Charaktere entsprechen dem Ambiente &#8211; natürlich sind alle Guten unglaublich gutaussehend, stärker als stark, genialer, klüger, schöner, besser, brillianter als alle anderen.</p>
<p>Es ist ungemein ermüdend so viel Perfektion zu ertragen, und der schwülstige Sprachstil macht diesen Roman für mich zusätzlich nur zu einem geringen Lesevergnügen. Die Tatsache, dass die komplette Handlung im engsten Dunstkreis des &#8220;Adels&#8221; von Altägypten statfindet und das reale Leben nur Randerscheinung ist, verschärft das Gefühl, die Romanumsetzung eines Leinwandepos zu lesen.</p>
<p>Die Welt teilt sich fein säuberlich in die Guten und die Bösen, schwarz und weiss, ein Muster, das Gedge nur selten verlässt, wenn sie tatsächlich anerkennt, dass es neben persönlichem Ehrgeiz auch so etwas wie Staatsräson geben kann.</p>
<p>Die Schwerpunkte, die Gedge bei ihrer Auswahl des Lebens der Pharaonin setzt, sind für mich schwer nachvollziehbar &#8211; so widmet sie ein komplettes Viertel der gesamten Romanstrecke zwei (belanglosen) Jahren in der Jugend Hatschepsuts ehe diese zur Frau wird, dafür bleiben religiöse und politische Themen, die am Ende logisch zum Fall der Herrscherin führen sollen, fast vollständig aussen vor.</p>
<p>Immer wieder wird nur die Grossartigkeit des Königs Hatschepsut im goldenen Lichtschein dargestellt, ihre Berufung, ihre Bestimmung, ihre Göttlichkeit, ihre angebliche Machtbesessenheit über die Gepflogenheiten ihres Landes und ihrer Religion hinaus, die sich so gar nicht mit dem antiken Verständnis von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maat_%28%C3%84gyptische_Mythologie%29"><em>ma&#8217;at</em></a> verträgt, die jeder Pharao, ganz besonders aber einer mit dem Thronnamen <em>Maat-Ka-Re</em>, über alles stellte. Ob Haushofmeister oder Hohepriester, Bruder oder Stiefsohn, Bauernsohn oder Architekt, alle scheinen ihrem Glanz und ihrer Anmut verfallen zu sein, jeder liebt sie und ist dankbar ihr dienen zu dürfen.</p>
<p>Die tatsächliche Pharaonin hinter all diesem Glanz auszumachen ist fast unmöglich, ebenso wie das Leben im Äygpten der Antike hinter Gold und Glorie zu verblassen scheint; die realen Probleme denen sich ein Pharao im Alltag ausgesetzt gesehen haben mag verschwinden hinter Lug, Trug, Intrigen und persönlichen Machtspielchen vom Stile <em>Dallas</em> am Nil.</p>
<p>Kurzum, wer ein buntes Melodram mit viel Spektakel mag, wird hier bestens unterhalten  Wer einen historischen Roman sucht, der die Zeit der Thutmosiden besser verstehen hilft, sollte von diesem Roman Abstand nehmen &#8211; auch, weil er sich sonst fragen wird, warum eine Hatschepsut vom Geschlecht der <em>Thutmosiden</em> redet,  oder wie Schritte hallen können in Sälen eines Palastes, der aus Lehmziegeln und Holz errichtet wurde, woher die &#8220;mit Gold oder Silber bedeckten Steinfliesen&#8221; in diesen Palästen kommen, warum die Kinder des Königs nicht im Harem wohnen, oder woher die Pharaonen Ventilatoren kannten&#8230;</p>
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		<title>Suzanne Frank &#8211; Die Prophetin von Luxor</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 03:55:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Frank, Suzanne]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Pharaonen]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles beginnt ganz harmlos. Die amerikanische Künstlerin Chloe besucht ihre Schwester, frisch gebackene Doktorin der Ägyptologie, in Ägypten und will ein paar schöne Tage verbringen, tolle Fotos machen, sich erholen und Spaß haben. Ihre Schwester Camille ist in der Wüste auf einen Aufsehen erregenden Fund gestoßen &#8211; antike Papyri mit Zeichnungen von ungeahnter Klarheit, wenigstens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles beginnt ganz harmlos. Die amerikanische Künstlerin Chloe besucht ihre Schwester, frisch gebackene Doktorin der Ägyptologie, in Ägypten und will ein paar schöne Tage verbringen, tolle Fotos machen, sich erholen und Spaß haben.</p>
<p>Ihre Schwester Camille ist in der Wüste auf einen Aufsehen erregenden Fund gestoßen &#8211; antike Papyri mit Zeichnungen von ungeahnter Klarheit, wenigstens 3000 Jahre alt, aber in einem Stil gemalt, der zu dieser Zeit völlig unbekannt war. Und so reist Camille aus Theben ab, während Chloe zu einer nächtlichen Lightshow im Tempel von Deir el-Bahari geht und dort in einer Kammer versteckt auf den frühen Morgen warten will, um Fotos zu schießen, wie sie sonst und mit amtlicher Erlaubnis unmöglich wären.</p>
<p>Doch es kommt anders als sie denkt&#8230;</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442359384?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3442359384"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/515KNDTQMYL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Suzanne Frank: Die Prophetin von Luxor</a></h3>
<p>In der Tempelkammer der Göttin Hathor wird ihr schwindelig, und plötzlich dreht sich alles um sie.</p>
<p>Als Chloe wieder erwacht, ist sie blutüberströmt &#8211; und steckt im Körper einer der wichtigsten Priesterinnen Hathors, zu Zeiten Hatschepsuts, rund 3500 Jahre vor unserer Zeit. Chloes Seelenwanderung bleibt nicht ohne Folgen &#8211; der Körper der Priesterin hat plötzlich grüne Augen wie sie, große Füße und ist gewachsen &#8211; und das Schlimmste: obwohl sie jedes Wort versteht und bruchstückhaft auf die Erinnerungen von RaEmHetep, der Priesterin zurückgreifen kann, weiss sie nicht was vor sich geht &#8211; und ihre Stimme  verweigert den Dienst.</p>
<p><span id="more-162"></span></p>
<p>Schnell begreift sie, dass RaEm ein ausgemachtes Luder ist, und die Pharaonin Hatschepsut diese wohl nicht ganz zu Unrecht der Verschwörung gegen den Pharao verdächtigt. Und dann ist da noch der gutaussehende und nette Arzt Cheftu, der RaEmHetep hasst und für eine verantwortungslose Schlampe hält, und sich um ihre Genesung kümmern soll.</p>
<p>Nur mühsam findet sich Chloe in der fremden Welt zurecht. Schon bald wird ihr klar, dass sie alles daran setzen muss, den Ruf der Person, die sie nun ist, reinzuwaschen &#8211; und Cheftus Respekt zu gewinnen.</p>
<p>Suzanne Frank versetzt ihre Protagonistin in eine fremdartige Welt, und durch die Augen von Chloe kann auch der Leser das wundersame Ägypten erleben. Zwar hinken die historischen Fakten hier und da &#8211; so lässt sich Frank auf das Böse-Stiefmutter-Spiel und eine &#8220;machtgeile, machtgierige&#8221; Pharaonin Hatschepsut ein, ja sie macht einen der älteren Brüder der Pharaonin kurzerhand zum Stammvater Israels (Moses = Moshe = Ramose) &#8211; aber ihr Roman versprüht lebendiges, authentisches Flair und versetzt den Leser tatsächlich mitten in die Antike.</p>
<p>Die Thesen, die sie aufstellt, sind ebenso phantastisch wie Chloes Reise durch Raum und Zeit, und man sollte das alles nicht furchtbar ernst nehmen. Angereichert ist der Roman, der ebenso pittoresk wie abenteuerlich ein Leben im pharaonischen Land am Nil präsentiert, mit einigen sehr ausführlichen Liebesszenen, die durchaus verzichtbar gewesen wären, aber wohl der hauptsächlich weiblichen Leserschaft Rechnung tragen sollen.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442359384?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3442359384">Die Prophetin von Luxor</a> liefert einige Stunden ausgezeichnet geschriebene Unterhaltung mit ein wenig kulturhistorischem Hintergrund  und viel Abenteuer und Romantik, die einfach Spaß machen &#8211; gelungen.</p>
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		<title>Birgit Fiolka &#8211; Sit-Ra. Die Rache der weisen Frau</title>
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		<pubDate>Tue, 29 May 2007 09:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Fiolka, Birgit]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Pharaonen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schriftstellerin Birgit Fiolka interessiert sich schon seit ihrer Kindheit für das alte Ägypten und hat mehrere Romane geschrieben, die in der Pharaonenzeit spielen. Der Roman Birgit Fiolka: Sit Ra &#8211; Die Rache der weisen Frau. erzählt die Lebensgeschichte der Prinzessin Sit-Ra, einer Tochter Echnatons. Ihre Amme &#8211; ebenfalls mit dem Namen Sit-Ra, deren Leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schriftstellerin <a href="http://birgit-fiolka.de">Birgit Fiolka</a> interessiert sich schon seit ihrer Kindheit für das alte Ägypten und hat mehrere Romane geschrieben, die in der Pharaonenzeit spielen. Der Roman</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3426621940?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3426621940"><br />
<img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51S3XVMMZNL._SL160_.jpg" height="140" width="89" border=0 /><br clear="all" /><br clear="all" />Birgit Fiolka: Sit Ra &#8211; Die Rache der weisen Frau.</a></h3>
<p>erzählt die Lebensgeschichte der Prinzessin Sit-Ra, einer Tochter Echnatons. Ihre Amme &#8211; ebenfalls mit dem Namen Sit-Ra, deren Leben wird in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3426621932?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3426621932">Sit-Ra. Weise Frau vom Nil.</a> aufgerollt &#8211; hinterläßt ihr Papyri mit Aufzeichnungen, die das Leben der jüngeren Sit-Ra auf ewig verändern. Die Prinzessin begreift, dass ihr Platz bei Hofe ist und sie die Geschicke Ägyptens nicht widerstandslos in die Hand der derzeitigen Herrscher legen kann. Sie muß ausziehen und ihren Thronanspruch geltend machen, obwohl es genau das ist was sie nie wollte &#8211; damit das Land am Nil blühen kann.</p>
<p><span id="more-156"></span></p>
<p>Der Herrscher Ägyptens ist Horemheb oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haremhab">Haremhab</a>, der ursprüngliche Oberbefehlshaber des Militärs unter Echnaton, der auch auf die Regentenzeit Tutanchamuns Einfluß gehabt hat und sich später, vor den Ramessiden, zum Pharao aufschwang. Mit dem Kniff, die nicht belegte Tochter Echnatons Sit-Ra als vorgeblich matrilineare Erbin des Throns einzubringen, und sie noch als junge Frau einen Bürgerlichen, den späteren Ramses den I.,  heiraten zu lassen, schlägt Fiolka hier den Bogen von Haremhab zu seinem Wesir Paramessu / Ramses.</p>
<p>Die Frage der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matrilinearit%C3%A4t">Matrilinearität</a> in der Thronfolge der ägyptischen Pharaonendynastien ist umstritten,  glaubt man diese Prämisse des Romans allerdings, ergibt sich ein interessantes Sittengemälde persönlicher und politischer Verflechtungen und Betrügereien am Hofe Ägyptens. Auch die Sichtweise Fiolkas auf Echnaton kann man durchaus in Frage stellen, historische Genauigkeit ist nicht ihre Stärke. Das macht sich nicht nur an den konsistent gräcisierten Ortsnamen oder Eigenbezeichnungen fest &#8211; das könnte vom Verlag gewollt sein &#8211; sondern auch daran, dass dem Roman der Geschmack des Ägyptischen fehlt.</p>
<p>Fiolka erzählt eine klassisch-dramatische Liebesgeschichte, von einer Frau, die sich in jemanden verliebt, den sie zu hassen glaubte, und der verliebt sich (natürlich) in sie, obwohl er meinte, sie nur benutzen zu können. Am Ende sind beide gebrochene Gestalten, die von den Zwängen, die ihre höheren Aufgaben und ihr Leben ihnen auferlegen, aber auch von ihren eigenen menschlichen Begierden, von Arroganz, Stolz, Hass und Hochmut auseinandergetrieben werden &#8211; natürlich nur zum Wohle Ägyptens.</p>
<p>Leider vermag Fiolka jedoch nicht die Faszination des Landes von Binse und Biene zu vermitteln &#8211; so stark und emotional intensiv ihre Charaktere geschildert sind, so blaß und detailarm bleibt der historische, der geographische, der kulturelle Background. Die Plots könnten austauschbar auch in Griechenland, dem alten Rom oder in sonst einer Kultur spielen, weder das Alltagsleben noch das sakrale Ägypten, weder die klimatischen und sozialen, noch die künstlerischen Besonderheiten Ägyptens finden bildhaft Eingang. Das  pharaonische Ägypten erwacht hier nicht zu neuem Leben, sondern bleibt reiner Bilderrahmen. (Stattdessen erlaubt sich die Autorin auch noch Schnitzer wie den, eine ägyptische Prinzessin Mais essen zu lassen&#8230; )</p>
<p>Für mich war der Roman unbefriedigend &#8211; die Story ging zu Herzen, ohne Frage, aber leider ansonsten am Thema, nämlich dem Ägypten der ausgehenden 18. Dynastie, vorbei. Von einem historischen Roman erwarte ich, dass er etwas von der Zeit erzählt, das über Lügen, Kriege und Intrigen hinausreicht, und das kann Birgit Fiolka zumindest mit diesem Buch nicht bieten.</p>
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		<title>Hanns Kneifel &#8211; Hatschepsut</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jan 2007 08:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Kneifel, Hanns]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Hatschepsut]]></category>
		<category><![CDATA[historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Pharaonen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der wohl umstrittensten und vielleicht auch mysteriöstesten Figuren der altägyptischen Geschichte ist die Pharaonin Hatschepsut, Tochter von Thutmosis dem I., Schwester und Gattin von Thutmosis dem II. und Ziehmutter und Gattin ihres Nachfolgers, Thutmosis des III. Ihre Regentschaft gilt als Blütezeit des Reichs am Nil, ihre Expedition in das sagenhafte, reiche Land Punt ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der wohl umstrittensten und vielleicht auch mysteriöstesten Figuren der altägyptischen Geschichte ist die Pharaonin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hatschepsut">Hatschepsut</a>, Tochter von Thutmosis dem I., Schwester und Gattin von Thutmosis dem II. und Ziehmutter und Gattin ihres Nachfolgers, Thutmosis des III. Ihre Regentschaft gilt als Blütezeit des Reichs am Nil, ihre Expedition in das sagenhafte, reiche Land Punt ist legendär, und dennoch scheint es, als hätten nachfolgende Generationen sich bemüht, sie aus den Annalen zu tilgen.</p>
<p><a href="http://www.epilog.de/Person/K/Km_Kn/Kneifel_Hanns_1936.htm" title="Hanns Kneifel bei epilog.de">Hanns Kneifel</a> versucht in seinem umfänglichen Roman eine Rekonstruktion des Lebens der Pharaonin Hushpeswa, oder Hatschepsut, von ihren Jugendjahren bis zu ihrem möglichen oder tatsächlichen Verschwinden von der Bildfläche der ägyptischen Geschichte.</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596177081?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596177081"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WK0RXCqPL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Hanns Kneifel &#8211; Hatschepsut: Die Pharaonin</a></h3>
<p>Dabei gibt er sich sehr viel Mühe, die Authentizität dieser Epoche zu vermitteln. Einen Teil seiner Recherchearbeit belegt die Quellensammlung am Ende.</p>
<p>So gut wie alle Figuren des Romans sind historisch belegt, nur bei einigen Nebencharakteren nimmt sich der Autor die nötige künstlerische Freiheit, seine Geschichte dramaturgisch etwas auszuschmücken. So ist die wohl wichtigste Figur des Romans auch nicht Hatschepsut, sondern ihr <a href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,2040949,00.html" title="ZDF: Senenmut">Berater und Geliebter Senenmut</a>, ohne dessen regelnde Hände in Kneifels Altägypten nichts rund liefe.</p>
<p><span id="more-129"></span></p>
<p>Das alte Ägypten und die Pharaonin interessieren mich schon immer stark, und die Detailverliebtheit des Buches, die Genauigkeit bei den Bezeichnungen erweckt die ferne Epoche gut zum Leben. Leider übertreibt es Kneifel für meinen Geschmack etwas sehr mit dem Ägyptologisieren, wenn er konsistent Begriffe, die durch einfache deutsche Wörter ersetzt werden könnten, in &#8220;Rômet&#8221;, also der Sprache des altägyptischen Volkes belässt &#8211; wie Höflichkeitsanreden, Lebensmittelbezeichnungen etc.</p>
<p>Ein Stück Geschichte, dessen Ausgang bereits fest steht, zu einem spannenden Roman zu machen, ist keine einfache Sache, und so richtig gelingt es Hanns Kneifel auch nicht. Die Kapitel über das Leben Hatschepsuts wirken wie aneinandergereihte Episoden mit wenig innerem Zusammenhang, die intrinsischen Motive der Handlungsträger sind verschwommen oder erscheinen simpel gestrickt. Die Pharaonin wird zu einer Lichtgestalt die nichts Böses tut und keinen schlechten Gedanken faßt, ihr Begleiter zum reinen Helden, und die &#8220;Bösen&#8221; die zum Fall der Herrscherin führen werden, sind schon früh auszumachen.</p>
<p>Mit keiner der Figuren mag man sich richtig identifizieren oder auch nur solidarisieren, es bleibt das Gefühl, eine Fernsehdokumentation anzuschauen, nicht aber ein <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00005UD0I?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B00005UD0I">monumentales Historienwerk</a> zu sehen oder in die Geschichte tatsächlich einzutauchen. Allein das Abenteuer der <a href="http://www.maat-ka-ra.de/german/punt/puntlage.htm">Expedition nach Punt</a> &#8211; nachträglich als Reisebericht des Kapitäns der Handelsflotte eingestreut &#8211; liest sich spannend (und wäre aus einem anderen Blickwinkel geschildert sicher noch viel interessanter gewesen).</p>
<p>Dafür wird der Leser mit (zweifelsohne nützlichen) Details über altägyptische Tempelbauten, Fluthöhen des Nil (bzw. Hapi), Geschichten über das pharaonische Späher- und Agentensystem und seine wackeren Streiter unterhalten, die das Bild des Imperiums abrunden, aber nur peripher mit Hatschepsut und ihrem Leben zu tun haben.</p>
<p>Ich habe mich mit den mehr als 700 Seiten sehr schwer getan, trotz meiner Faszination für das Thema. Kneifels Roman &#8220;Hatschepsut&#8221; ist eher im Bereich &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Faction_%28literature%29">faction</a>&#8221; als im Genre &#8220;historischer Roman&#8221; anzusiedeln und vermittelt eine Menge Hintergrundwissen zur Kultur am Nil zu Zeiten der Thutmosis-Pharaonen, sonderlich unterhaltsam oder gar fesselnd ist er jedoch nicht.</p>
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