<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>texte.webhafen.de</title>
	<atom:link href="http://texte.webhafen.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://texte.webhafen.de</link>
	<description>Rezensionen und andere Texte von Petra Hildebrandt</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Feb 2010 06:52:29 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>William Gibson: Pattern Recognition</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/12/william-gibson-pattern-recognition/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/12/william-gibson-pattern-recognition/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 14:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gibson, William]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[footage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=600</guid>
		<description><![CDATA[Pattern Recognition hat es bei io9, dem grossen Scifi-Portal, auf die Liste der Top 20 der ScienceFiction &#038; Fantasy der Dekade geschafft, und so bin ich dann froh, mit William Gibsons Roman doch wenigstens eines dieser Bücher gelesen zu haben. (Autorin Annalee Newitz bezeichnet es als &#8216;reine&#8217; Scifi-Liste, aber die Harry-Potter-Bücher gehören für mich definitiv [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0425192938?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0425192938">Pattern Recognition</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0425192938" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> hat es bei <a href="http://io9.com/">io9</a>, dem grossen Scifi-Portal, auf die <a href="http://io9.com/5423847/20-best-science-fiction-books-of-the-decade">Liste der Top 20 der ScienceFiction &#038; Fantasy der Dekade</a> geschafft, und so bin ich dann froh, mit William Gibsons Roman doch wenigstens eines dieser Bücher gelesen zu haben. (Autorin Annalee Newitz bezeichnet es als &#8216;reine&#8217; Scifi-Liste, aber die Harry-Potter-Bücher gehören für mich definitiv nicht in die SF).</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0425192938?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0425192938"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41BVQWR6M8L._SL160_.jpg" border=0 ><br /><br >William Gibson &#8211; Pattern Recognition</a></h3>
<p>Gleichzeitig ist das aber auch erstaunlich, denn <em>Pattern Recognition</em> ist eigentlich kein Science-Fiction Roman, eher schon das was man als Gegenwartsliteratur bezeichnet, für den durchschnittlichen Literatur-Rezensenten vielleicht ein bisschen zu geekig und nerdig, aber im grossen und ganzen ein Roman, der in der Jetztzeit spielt und sich ihrer Mittel, Schauplätze und Marken bedient.</p>
<p>Die Hauptfigur, Cayce Pollard, erinnert auffällig an Marly Kruschkova, und das ist fast  das Beste was man über sie sagen kann. Zu Beginn des Romans ist Cayce, gesprochen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Count_Zero#Hauptfiguren">Case</a> (wird Gibson hier nicht etwas arg selbstreferentiell, oder gehen ihm die Charakternamen aus?), noch eine Figur die neugierig macht &#8211; deren seltsamer Tick, auf viel beworbene Logos und Markennamen allergisch zu reagieren, eigenartig mit ihrer Fähigkeit korrespondiert, Trends zu erkennen &#8211; Cayce ist ein hochbezahlter Spezialist, ein &#8216;cool hunter&#8217;, eine Beraterin in Sachen Top-oder-Flop wenn es um Marketingaktionen geht. </p>
<p>Ihr Spleen, keine Massenwaren zu tragen und nur &#8216;echte&#8217; Originale, wahre Designschätze an ihren Körper zu lassen, diese aber bar jeden Logos (Gibson hat anscheinend <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442153123?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3442153123">No Logo</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3442153123" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> aufmerksam gelesen) macht sie fast zu einer Stil-Ikone, macht Laune, sich auf die gleiche Weise dem marktschreierischen Logogedröhne unseres Alltags zu entziehen. Aber Cayce schafft es durch den ganzen Roman nicht, aus einem halb jetlag-bedröhnten, halb soziophoben Beinahe-Komazustand zu so etwas wie richtigem Leben zu erwachen, obwohl die Aufgabe, die sie erwartet, unglaublich faszinierend zu sein scheint. Sie jagt &#8220;Footage&#8221;.</p>
<p>Das grösste Rätsel das sich dem Leser am Anfang des Buches stellt ist die Frage was &#8220;footage&#8221; überhaupt ist, und warum Cayce davon so fasziniert ist, warum Menschen auf der ganzen Welt dieser Footage nachjagen und ihren Sinn zu ergründen suchen. &#8220;Footage&#8221;, stellt sich heraus, sind winzige Videoschnipsel, kinofilmartige Ausrisse aus einem Gesamtwerk oder auch filmische Vignetten die für sich allein stehen &#8211; das ist bei den Fans umstritten &#8211; und was die &#8220;footage&#8221; umso interessanter macht ist ihre mysteriöse Herkunft. Leider kann Gibson dem Leser die Faszination der Fans für die <em>Footage</em> nicht vermitteln, denn seine Beschreibung der Videoclips ist nicht minder ausrisshaft. Niemand weiss, wer diese Videos produziert, woher sie kommen, oder auch nur wie sie ins Web gelangen.<br />
<span id="more-600"></span><br />
Das Web ist, neben London, New York, Tokio, den Wohnungen von Freunden, Hotelzimmern, auch der primäre Aufenthaltsort von Cayce &#8211; da wäre auf der einen Seite das Web-Board / Forum der Footage Fans, mit allen Auswüchsen und Trollen wie sie in real existierenden Bulletin Boards schon lange vorkommen, und ihre E-Mail, aufdringlich konsistent als &#8220;Hotmail&#8221; bemarkennamst.</p>
<p>Überhaupt, die Markennamen. Natürlich befasst sich ein Trendscout mit Marken, und die Marken-Allergie von Pollard ist einer der Punkte die sie spannend und zum Teil sympathisch machen &#8211; Gibson treibt das allerdings zum Exzess, seine Anmerkungen etwa zum Selbstmarketing von British Airways und Virgin Atlantic sind zwar halbwegs erheiternd, aber weder plottragend noch notwendig, ebenso wenig wie das ständige Auftauchen von Prada, Hotmail und anderen. Man kommt sich wie ein einem schlechten Agentenfilm des beginnenden 21. Jahrhunderts vor &#8211; <em>product placement</em> galore, und das ausgerechnet in einem Buch dessen Hauptfigur das wirklich widerlich fände.</p>
<p>Um die &#8220;Footage&#8221;, ihre Herkunft und Wirkung baut Gibson einen komplexen Plot auf, der umso mysteriöser und vielschichtiger wird, je näher Cayce der Frage kommt, woher die Filmschnipsel stammen. Gemeinsam mit den Geeks im Footage-Fan-Board versucht Cayce, dem Mysterium auf die Spur zu kommen &#8211; dazu schrecken sie auch vor schrägen Dingen wie der Erzeugung einer virtuellen Person nicht zurück, die einem japanischen Footage-Fan durch ihre geballte Anhäufung beliebter japanischer Sex-Fetische und die Aussicht auf ein Real-Life Treffen in Tokio ein Geheimnis entlocken soll.</p>
<p>Auf der anderen Seite zieht Gibson dann &#8211; schwuppdiwupp &#8211; deus ex machina &#8211; mal eben alte NSA-/CIA-Kontakte von Cayces Vater (nein wie praktisch)  aus der Tasche, die ihr ermöglichen Dinge in Erfahrung zu bringen, an deren Klärung die Mächtigen des Romans bisher verzweifelt sind. </p>
<p>Ich habe <em>Pattern Recognition</em> mit Spaß gelesen &#8211; ich kann mich in die Geek-Welt, in der sich Cayce herumtreibt, gut hineindenken, wenn ich die Ausgangsbasis (Dasein im internationalen Jetset) auch etwas unglücklich als Setting finde &#8211; erneut habe ich James-Bond-Reminiszenzen.</p>
<p>Die teilweise lakonische, reduzierte, abgehackte Sprache Gibsons harmoniert sehr gut mit der Realitätswahrnehmung der Hauptfigur, und der Art und Weise wie sich viele Netizens ausdrücken. So zwingend und in der Bildsprache beeindruckend wie etwa die Sprache von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0441007465?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0441007465">Neuromancer</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0441007465" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist der Text jedoch nirgends. Schliesslich fehlt es <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0425192938?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=0425192938">Pattern Recognition</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0425192938" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> am Ende an einer Vision &#8211; die Aufklärung des grossen Mysteriums um die <em>Footage</em> ist dermassen konstruiert und unglaubwürdig und banal, das Ende so antiklimaktisch, dass ich mich frage, wie  einem Profi wie Gibson (und seinem Lektor) ein solcher (Anfänger-) Fehler in der Plotausgestaltung unterlaufen kann. Es wirkt als habe er zwar das Mysterium erdacht, sich aber nie Gedanken über eine schlüssige oder gar spannende Auflösung gemacht &#8211; das ist extrem unbefriedigend. </p>
<p>Gibsons Überlegungen zur Macht von Medien, viralem Marketing, und den subliminalen Verlockungen des markenzentrierten, konzernbasierten Universums um uns herum sind die Stärke dieses Buches, machen nachdenklich, und knüpfen ganz vorsichtige Bande an die Systemkritik des Cyberpunk. Das ist auch das, was für mich am Ende diesen Roman trotz austauschbar mondän-urbaner Schauplätze, vergleichweise flacher Charaktere und einem unsäglich öden Ende lesenswert macht. Einen Platz in den Top Twenty der Dekade hat er allerdings nicht verdient. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/12/william-gibson-pattern-recognition/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Terry Pratchett: Der Winterschmied (Hörbuch)</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/12/terry-pratchett-der-winterschmied-horbuch/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/12/terry-pratchett-der-winterschmied-horbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 11:24:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Pratchett, Terry]]></category>
		<category><![CDATA[Boris Aljinovic]]></category>
		<category><![CDATA[Scheibenwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Tiffany Weh]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=591</guid>
		<description><![CDATA[Der Winterschmied ist das dritte Buch einer auf der Scheibenwelt angesiedelten Jugendbuchreihe von Terry Pratchett rund um die werdende Hexe Tiffany Weh (im Original Tiffany Aching). Ich kannte keinen der Romane zuvor, das ist aber auch nicht nötig, um an 
Terry Pratchett: Der WinterschmiedHörbuch (5 CD)Gelesen von Boris Aljinovic
einen Riesenspass zu haben. 
Tiffany ist in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442468396?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442468396">Der Winterschmied</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3442468396" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist das dritte Buch einer auf der Scheibenwelt angesiedelten Jugendbuchreihe von Terry Pratchett rund um die werdende Hexe Tiffany Weh (im Original Tiffany Aching). Ich kannte keinen der Romane zuvor, das ist aber auch nicht nötig, um an </p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3866044933?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3866044933"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51Hf0Rgwd4L._SL160_.jpg" border=0 alt="Winterschmied CD" title="Der Winterschmied, von Terry Pratchett"><br /><br/>Terry Pratchett: Der Winterschmied<br />Hörbuch (5 CD)</a><br />Gelesen von Boris Aljinovic</h3>
<p>einen Riesenspass zu haben. </p>
<p>Tiffany ist in Hexenausbildung bei Fräulein Verrat, einer Hexe die rund 100 Jahre älter ist als sie, und bei all ihren Schrullen höchst respektiert. Eines schönen Tages nimmt Fräulein Verrat Tiffany mit zu einem Morisken-Tanz, einer ausgesprochen ernsten Angelegenheit, denn bei diesem Tanz wird traditionell (und irgendwie magisch) der Wechsel vom Winter zum Sommer eingeleitet.</p>
<p>Die alte Hexe warnt ihre Schülerin, weder hinzusehen noch sich zu bewegen. Doch Tiffany kann nicht anders als hinsehen, lässt sich von einem unerklärlichen und unvernünftigen Drang treiben, mitten in den Tanz hineinzuspringen und mitzutanzen &#8211; mit dem Ergebnis, dass der Winterschmied, die Urgewalt, die für Schnee, Eis, Kälte und den Winter an sich zuständig ist, sich in sie verliebt.</p>
<p>Fortan fallen Millionen Schneeflocken in der Gestalt von Tiffany, der das alles unglaublich peinlich ist &#8211; das wäre nicht weiter schlimm, aber ein menschlicher Teenager ist nicht der passende Partner für einen Quasi-Gott, der noch nie zuvor Gefühle empfunden hat. Und während die Scheibenwelt in einem ewigen, alles erstickenden Winter zu versinken droht, und Eisberge in Gestalt von Tiffany den Schiffsverkehr lahmlegen, verwandelt sich Tiffany langsam in ein Abbild der Sommerfrau, der Gegengewalt zum Winterschmied, der seinerseits alles unternimmt, um menschlicher zu werden, um der Angebeteten näher zu sein.</p>
<p>Mit von der Partie sind &#8211; natürlich &#8211; die &#8220;Kleinen Grössten Männer&#8221;, die persönliche blaue Schutztruppe von Gnomen rund um Rob Irgendwer, die Tiffany niemals ganz aus den Augen lassen, eine Menge Hexen &#8211; darunter Nanny Ogg und Granny Weatherwax, die selbstredend mal wieder eine ganz eigene Agenda verfolgt &#8211; und haufenweise fröhliche ausgelassene Wortspielereien und fantastische irrwitzige Ideen.  Und so ziehen die &#8216;Grössten&#8217; los, einen Helden ausfindig zu machen, weil nur ein Held die verfahrene Situation mit der Sommerfrau lösen kann, überqueren den Fluss der Toten, gehen dabei dem Fährmann gehörig auf den Wecker, während Nanny Ogg in einer unerwarteten Hühnerschwemme steckt, und Tiffany eine Menge darüber lernt wie die Magie der Scheibenwelt funktioniert und was eine Hexe &#8211; und einen Menschen &#8211; wirklich ausmacht.</p>
<p>Das alles wäre für sich genommen schon recht heiter und vergnüglich &#8211; wie Boris Alijnovic auf diesen 5 CDs aber die einzelnen Charaktere und sogar auftretenden Geräusche stimmlich zu sprühenden Leben erweckt, ist das Tüpfelchen auf dem i. </p>
<p>Ein eher leichtfüssig gehaltener, dennoch tiefgründiger Hexen-Roman von der Scheibenwelt, der als Hörbuch für besonders gute Laune sorgt &#8211; sehr gut gelungen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/12/terry-pratchett-der-winterschmied-horbuch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mia Ming: Schlechter Sex</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/11/mia-ming-schlechter-sex/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/11/mia-ming-schlechter-sex/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 03:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ming, Mia]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=586</guid>
		<description><![CDATA[“Von Stellungsfehlern, grotesken Fantasien und absurden Leidenschaften, Macht- und Minderwertigkeitskomplexen, sexuellen Traumwelten und der frustrierenden Realität” will

Mia Ming &#8211; Schlechter Sex33 Frauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten &#038; absurdesten Erlebnisse
laut Klappentext berichten. 
Das klang vielversprechend, und ich erhoffte mir Inspirationen davon auch für meine eigene Schreibarbeit &#8211; perfekte, weichgezeichnete Liebes- und Sexzenen kann man allerorten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Von Stellungsfehlern, grotesken Fantasien und absurden Leidenschaften, Macht- und Minderwertigkeitskomplexen, sexuellen Traumwelten und der frustrierenden Realität” will</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896028146?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3896028146"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51K3OYqbZcL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Mia Ming &#8211; Schlechter Sex<br/>33 Frauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten &#038; absurdesten Erlebnisse</a></h3>
<p>laut Klappentext berichten. </p>
<p>Das klang vielversprechend, und ich erhoffte mir Inspirationen davon auch für meine eigene Schreibarbeit &#8211; perfekte, weichgezeichnete Liebes- und Sexzenen kann man allerorten im Kino sehen, aber wie sieht schiefgegangenes Liebesspiel, katastrophaler Sex aus? </p>
<p>Mia Ming hat 33 Erlebnisberichte von Frauen zusammengetragen, die im weitesten Sinne mit Sex zu tun haben &#8211; und setzt Vorworte an Männer und Frauen vor die Texte, die den Frauen zu sagen scheinen, schaut her, ihr seid nicht alleine mit dem miesen Sex an dem die Kerle schuld sind, es geht auch anderen so, und den Männern: schaut hin und lernt was draus. Letzteres mag ja noch halbwegs hinkommen, aber ersteres…?</p>
<p>Zunächst einmal, wenn man einen Begriff wie Todsünden verwendet, sollte man möglichst im klassischen Komplex derselben bleiben &#8211; in der christlichen Lehre, aus der sich dieser Begriff entlehnt, gibt es <a href=”http://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnde”>sieben</A>, nicht 33 Todsünden, und die Überschriften scheinen auch ebenso beliebig wie sinnlos gewählt &#8211; warum soll Sex mit einem unerfahrenen Mann nicht schön sein? Auch Gier, oder selbst Unterwürfigkeit, kann im entsprechenden Kontext extrem erotisch sein. Ein Blick auf die anderen “Todsünden” zeigt aber sehr deutlich, dass es eigentlich gar nicht um (schlechten) Sex geht, sondern um lausige Beziehungen. </p>
<ul>
<li>Gier
<li>Unterwürfigkeit
<li>Nachlässigkeit
<li>Grobheit
<li>Respektlosigkeit
<li>Ignoranz
<li>Selbstüberschätzung
<li>Anspruchslosigkeit
<li>Unerfahrenheit
<li>Geiz
<li>Eitelkeit
<li>Maßlosigkeit
<li>Vergeistigung
<li>Untreue
<li>Unkontrolliertheit
<li>Verantwortungslosigkeit
<li>Phantasielosigkeit
<li>Verkommenheit
<li>Unbedarftheit
<li>Arroganz
<li>Narzissmus
<li>Falschheit
<li>Übermut
<li>Niedertracht
<li>Belanglosigkeit
<li>Widerwärtigkeit
<li>Unaufrichtigkeit
<li>Unbeholfenheit
<li>Egoismus
<li>Orientierungslosigkeit
<li>Übereifer
<li>Unorganisiertheit
<li>Wahllosigkeit</UL><br />
Beim Lesen habe ich das Gefühl in einer 80er-Jahre-Blase zu stecken.<br />
<span id="more-586"></span><br />
Bis auf zwei oder drei der “Erlebnisse” haben alle versammelten Geschichten etwas darüber zu erzählen, wie beschissen Frauen mit sich selbst umgehen. Mit Verlaub, eine Frau die wider besseres Wissen oder Neigung mit einem Lover in einen Swinger-Club geht, und sich dort sexuellen Handlungen hingibt die sie als widerwärtig empfindet, wobei ihr Ambiente und Gäste vorher schon nicht zusagten, kann dafür schwerlich den Kerl verantwortlich machen. Es gibt da dieses schöne Wörtchen ‘Nein’ …</p>
<p>Betrunkener Mitleidssex mit jemandem, den man nicht mal attraktiv findet ist die Schuld desjenigen? Seit wann?</p>
<p>Auch andere der Berichte sind ein Indiz dafür, dass viele Frauen sich auf Kerle im Bett einlassen, die ich nicht mal mit Gummihandschuhen anfassen würde &#8211; aber ist der Mann Schuld wenn ihm eine Frau nachrennt mit der er einmal Sex hatte und sie nicht kapiert dass er nicht mehr von ihr will? Oder ist es eine Todsünde, mit jemandem nur eine intellektuell stimulierende, aber keine körperliche Beziehung haben zu wollen? Viel mehr als von miesem Sex (um Stellungen geht es gar nicht) kündet dieses Buch von massiven Kommunikationsproblemen zwischen den Geschlechtern, die nicht selten etwas mit den impliziten Erwartungen der Frauen zu tun haben.</p>
<p>Zurück zu den Todsünden… es mag zunächst antifeministisch klingen, hier nicht das Klagelied über die ach so nachlässige böse Männerwelt anzustimmen, aber ich glaube dass Frauen ganz prima für sich selbst Verantwortung übernehmen können. Eine Frau die sich (im Bett wie sonstwie) mit einem phantasielosen, verantwortungslosen, unaufrichtigen oder widerwärtigen (sic) Mann einlässt,  ist selbst schuld wenn sie nicht das bekommt was sie braucht. Zu erwarten dass jeder Mr. Right ist, ist wie das Mädchen im Märchen das erwartet dass der Prinz in schimmernder Rüstung sie auf dem Einhorn abholt.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896028146?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3896028146">Schlechter Sex: 33 Frauen erzählen&#8230;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3896028146" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> geht nicht nur am angeblichen Thema weit vorbei, sondern ist auch auch noch extrem enttäuschend.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/11/mia-ming-schlechter-sex/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/10/eckart-von-hirschhausen-die-leber-wachst-mit-ihren-aufgaben/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/10/eckart-von-hirschhausen-die-leber-wachst-mit-ihren-aufgaben/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 06:57:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[von Hirschhausen, Eckart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=559</guid>
		<description><![CDATA[Von Hirschhausen scheint momentan medial überall zu sein &#8211; im Radio, im Fernsehen, auf der Bühne &#8211; und auf meinem Lesestapel. Ein bisschen war ich der immergleichen Bonmots und einstudierten Szenen über Glück und Menschheit ja schon überdrüssig, und hatte so meine Zweifel ob ich 

Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben
wirklich lesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Hirschhausen scheint momentan medial überall zu sein &#8211; im Radio, im Fernsehen, auf der Bühne &#8211; und auf meinem Lesestapel. Ein bisschen war ich der immergleichen Bonmots und einstudierten Szenen über Glück und Menschheit ja schon überdrüssig, und hatte so meine Zweifel ob ich </p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499623552?ie=UTF8&#038;tag=simo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499623552"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41%2B8vB-8q9L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben</a></h3>
<p>wirklich lesen sollte. Aber ein Blick in das Buch, und ich begann zu kichern&#8230; kein schlechtes Zeichen.</p>
<p><span id="more-559"></span></p>
<p>Natürlich hat man das eine oder andere, was Herr Dr. med Hirschhausen hier zusammengetragen hat, mittlerweile von ihm schon mal irgendwo gehört &#8211; das tut dem Spaß an seiner fröhlich-lockeren Schreibe mit viel trockenem Humor jedoch keinen Abbruch.</p>
<p>Er widmet sich allzeit spannenden Themen wie Männern und Frauen, Sex und dessen Folgen, Schlaf, Sport, Ärzten, gesunder Ernährung, Krankheiten und Alternativmedizin, aber auch Computertechnik oder dem ganz normalen Alltagswahnsinn, und verpackt Forschungswissen (und seine absurden Auswüchse) ebenso in entspannt zu lesende Glossen wie eine deftige Kritik am Ärztestand und Gesundheitswesen, und nicht selten leuchten einem zwischen Lesen und Lachen aus diesen Texten auch Lebensweisheiten entgegen, die von einem Zen-Meister stammen könnten. Von Hirschhausen beschreibt das selbst so: </p>
<blockquote><p>Humor ist der leckere Belag zwischen zwei Scheiben relevantem Inhalt.</p></blockquote>
<p>Mir gefallen seine medizinischen Satiretexte am Besten, vielleicht weil ein Verriss erst dann wirklich gut ist, wenn er von einem Insider kommt. Das Liebesspiel der Schnecken, oder die Erkenntnis dass Schokolade gar nicht süchtig macht, sind dagegen eher kleine Perlen des Alltagshumors, und die überzeichnete Szene eines Anrufs beim Callcenter einer grossen Airline lässt einem den Toast auch schon mal im Halse stecken bleiben, weil man die Szene selbst fast so erlebt haben könnte&#8230;</p>
<p>Kein grossartiges Buch, und auch keines das man von Anfang bis Ende durchlesen und davon komplett begeistert sein wird, dafür aber bestens geeignet um Stücke draus vorzulesen. Wer den Humor des Kabarettisten mit Medizinstudium mag, wird hier noch so einige höchst vergnügliche Texte finden, die ein Grinsen oder Lachen in das trübe Grau des Alltags zaubern können &#8211; und wie heisst es doch so schön:<strong> Lachen ist die beste Medizin.<br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/10/eckart-von-hirschhausen-die-leber-wachst-mit-ihren-aufgaben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Arto Paasilinna &#8211; Adams Pech die Welt zu retten (Hörbuch)</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/09/arto-paasilinna-adams-pech-die-welt-zu-retten-horbuch/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/09/arto-paasilinna-adams-pech-die-welt-zu-retten-horbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 08:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Paasilinna, Arto]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen von der Lippe]]></category>
		<category><![CDATA[Phantastik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=556</guid>
		<description><![CDATA[Arto Paasilinna ist heute einer der bekanntesten Autoren Finnlands. Er gilt als Vielschreiber, der meist etwas verschroben-abgedrehte Bücher in kurzer knapper Sprache schreibt, die einen sehr speziellen Humor haben.
Ich hörte das erste Mal von Paasilinna, als Jürgen von der Lippe und Ralf Schmitz in der Sendung Was liest Du sein Buch &#8220;Im Jenseits ist die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arto_Paasilinna">Arto Paasilinna</a> ist heute einer der bekanntesten Autoren Finnlands. Er gilt als Vielschreiber, der meist etwas verschroben-abgedrehte Bücher in kurzer knapper Sprache schreibt, die einen sehr speziellen Humor haben.</p>
<p>Ich hörte das erste Mal von Paasilinna, als Jürgen von der Lippe und Ralf Schmitz in der Sendung <em>Was liest Du</em> sein Buch &#8220;Im Jenseits ist die Hölle los&#8221; vorstellten &#8211; und mit ihrem Vortrag für eruptives Gelächter sorgten.</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785734220?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCod"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/5138KchSeOL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Arto Paasilinna &#8211; Adams Pech die Welt zu retten<br />gelesen von Jürgen von der Lippe (4 CD)</a></h3>
<p>Die Geschichte, der man an einigen Punkten anmerkt dass sie bereits im Jahr 1993 geschrieben wurde (der Originaltitel lautet schlicht &#8220;Aatami ja Eeva&#8221;, also Adam und Eva), entwickelt sich folgendermassen&#8230;<br />
<span id="more-556"></span><br />
<em>Aatami Rymättylä ist ein begeisterter Erfinder, mit der Vision, die Welt zu verbessern durch die Herstellung eines neuen Akkus, der alle Energieprobleme und die damit verbundenen Umweltprobleme ein für alle Mal lösen soll. Wie das Grundlagenforschung nun mal so mit sich bringt, kostet die Entwicklerei aber Geld &#8211; und Aatami hat ingesamt 7 Kinder aus verschiedenen Beziehungen, die fast alle Unterhaltszahlungen erwarten und vom Richter zugesprochen bekommen haben. Ausserdem neigen seine Entwicklungen dazu, des häufigeren in die Luft zu gehen, so dass die Feuerwehr irgendwann nur noch die Achseln zuckt wenn es in Rymättyläs Werkstatt (und Wohnung) wieder einmal knallt. Dummerweise beschliessen sie just an dem Tag, an dem es wirklich heftig brennt, dieses Mal nicht nach dem armen Deppen zu sehen&#8230;</p>
<p>Doch auch ein solcher Rückschlag hindert Aatami nicht daran, schliesslich den schokoladentafelgrossen Allzweckakku fertigzustellen, der die Welt retten wird.</p>
<p>Naturgemäss hat so ein verkanntes Genie auch die eine oder andere Finnmark Schulden, weswegen Aatami ein sehr persönliches Verhältnis zu seinem Gerichtsvollzieher pflegt &#8211; persönlicher jedenfalls als zu seinen Kindern. Und dann stolpert Assessorin Eeva Kontupohja in sein Leben, ihres Zeichens quartalssaufende Rechtsanwältin. Sie erkennt die Qualitäten des Erfinders ebenso wie das ungemeine Potenzial, das in seiner Erfindung steckt, nimmt ihn an der Hand, und so langsam beginnt das Leben des armen Genies sich zu wandeln. Bald schon locken Millionen, ein Geschäftsabschluss mit einem japanischen Konsortium &#8211; und die erdölexportierenden Emirate beauftragen einen sizilianischen Profi-Killer damit, den unliebsamen Rymättylä aus dem Weg zu räumen. Ein Killer, von dem noch einiges zu erzählen sein wird.<br />
</em></p>
<p>Material für skurrile Szenen gibt es hier mehr als genug, der Plot dagegen ist nicht immer eben zwingend, streckenweise reichlich realitätsfern, was Paasilinna allerdings durch die Spielfreude seiner verschrobenen Charaktere ganz gut ausgleicht. Das Buch besteht im Grunde aus zwei Teilen &#8211; im ersten Abschnitt lernt man den kauzigen Bastler in seiner Werkstatt und sein verkorkstes Leben im finnisch-grauen Alltag kennen, und das Ganze ist eine liebevoll skizzierte Geschichte über eine skurrile Type. Im zweiten Teil kippt der Roman in eine sehr phantastische Welt ab, denn Rymättylä &#8211; soviel muss verraten werden &#8211; schafft das Unglaubliche: durch eine Verquickung absurdester Umstände seinen Akku an den Mann zu bringen und reich zu werden &#8211; bis seine Anwältin in einer Saufepisode versackt und alles sich zu überstürzen scheint&#8230;</p>
<p>Irritierend sind immer wieder lange Aufzählungen von Details und Zahlen, die sich als ein repetetiv-einschläferndes Moment durch die Erzählung ziehen. So richtig zum Leben erweckt wird das kalte Finnland mitsamt den schrägen Figuren im Hörbuch aber auch erst durch die ruhige Märchenonkelstimme von der Lippes, der mit hörbarer Freude finnische (und andere fremdländische) Namen intoniert und die Lust weckt, Aatami und sein Leben in- und auswendig kennen zu lernen. So ist es auch sein perfekter Vortrag, der diesen eher mäßig interessanten, allerdings oft sehr hintergründig humoresken Text Paasilinnas zu einem echten Hörvergnügen macht &#8211; ich werde mir sicher auch seine anderen Lesungen von Paasilinna-Büchern gönnen.</p>
<p>Enttäuschend fand ich, bis auf das skurrile Ende, dass ab dem Zeitpunkt da die Hauptfigur ihren Lebenstraum erreicht hat, eigentlich  &#8211; ausser den Alkoholexzessen der Anwältin &#8211; nicht mehr so richtig viel passiert &#8211; man wartet auf den Big Bang, auf Komplikationen, während die Handlung eher alkoholselig dahinplätschert &#8211; doch der Bang kommt ganz ganz subtil und leise erst am Schluss. </p>
<p>Dramaturgisch hätte man das besser lösen können, und deswegen werden die letzten 90 Minuten des Hörbuchs dann auch ein wenig lang. Dennoch,<strong> Jürgen von der Lippe</strong>, der Arto Paasilinna liest, ist eine uneingeschränkte Empfehlung wert &#8211; hier ergänzen sich Text und Vortragender auf das schönste.</p>
<p>Lohnt sich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/09/arto-paasilinna-adams-pech-die-welt-zu-retten-horbuch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jonathan Kellerman &#8211; Bones</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/08/jonathan-kellerman-bones/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/08/jonathan-kellerman-bones/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 08:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kellerman, Jonathan]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Delaware]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=549</guid>
		<description><![CDATA[Der 23. Roman aus der Alex-Delaware-Reihe

Jonathan Kellerman &#8211; Bones
Alex Delaware is back. Ich habe den einen oder anderen Roman der Reihe ausgelassen, aus vielen Gründen, und auch diesen habe ich eher zufällig in der Bibliothek ergattert &#8211; und gestutzt, verbinde ich doch mit &#8216;Bones&#8217; im Titel seit langem eher die Romane von Kathy Reichs. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der 23. Roman aus der Alex-Delaware-Reihe</em></p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0345495179?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=034549517"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51DYmpi2e8L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Jonathan Kellerman &#8211; Bones</a></h3>
<p>Alex Delaware is back. Ich habe den einen oder anderen Roman der Reihe ausgelassen, aus vielen Gründen, und auch diesen habe ich eher zufällig in der Bibliothek ergattert &#8211; und gestutzt, verbinde ich doch mit &#8216;Bones&#8217; im Titel seit langem eher die <a href="http://texte.webhafen.de/category/autoren/r/reichs-kathy/">Romane von Kathy Reichs</a>. Aber es handelt sich in der Tat um einen der Thriller um Psychologe Alex Delaware und seinen Freund, Lt. Milo Sturgis, Mordermittler in Los Angeles.</p>
<p>Irgendwie jedenfalls.</p>
<p>Das Ganze beginnt mit einem <em>troubled kid</em>, einem ziemlich verzogenen Bengel der Generation <em>digital natives</em>, der wegen eines Betrugsversuchs bei einer Klausur Sozialdienst schrubben muss, in einem Naturschutzgebiet, für das er sich nicht die Bohne interessiert. Des Nachts ruft jemand dort an, und berichtet, etwas Totes liege in den Sümpfen. Der Junge hält das ganze für einen blöden Scherz seiner Freunde, und berichtet es erst viel später &#8211; aber tatsächlich liegt eine Leiche auf dem Boden des Naturschutzgebietes &#8211; und wie sich bald herausstellt, nicht nur eine. Das neueste Opfer allerdings ist eine offenbar sehr nette junge Klavierlehrerin, die für eine superreiche Familie deren hochbegabten Sohn in Musik unterrichtete &#8211; welchen Grund hatte jemand sie zu töten? </p>
<p>Allen Leichen gemeinsam ist, dass ihnen eine Hand fehlt. </p>
<p>Gemeinsam mit Milo Sturgis zieht Alex Delaware los, den Mörder dingfest zu machen. Und schon bald tauchen erste Verdächtige auf. Hatte die Klavierlehrerin einen Lover in der BDSM-Szene, der sie erwürgt hat? Oder steckt vielleicht der Hausverwalter dahinter, der die Villen der reichen Familie in deren Abwesenheit betreut, und der ein Auge auf die schöne junge Frau geworfen hatte? Immer komplexer werden die Verbindungen zwischen Ereignissen, die scheinbar rein gar nichts miteinander zu tun haben&#8230;<br />
<span id="more-549"></span><br />
So weit, so gut. Oder so schlecht. Die Mordgeschichte ist für meinen Geschmack etwas zu konstruiert und nicht zwingend genug, und die Auflösung wird bereits auf ca. 3/4 des Romans überdeutlich.  Dafür brilliert Kellerman einmal mehr mit seinen sprachlich eleganten Beschreibungen der Szenerie, die das ländliche wie das urbane Kalifornien zu einem sinnlichen Leben erwecken, so dass man die Landschaften beinahe sehen, den Staub der Straße fast schmecken, die Kühle schattiger Drives in den Canyons beinahe verspüren kann &#8211; das macht Spaß.</p>
<p>Viel zu kurz kommt allerdings alles andere, das für mich die Kellerman-Romane früher ausgemacht hat: Etwa der (Kinder-) Psychologe Alex, der nicht nur als Sidekick des grossen starken schwulen Mordermittlers auftritt, sondern eigene Agendas verfolgt &#8211; in <em>Bones</em> wirkt Alex wie der Cop-Partner von Milo, nicht wie ein psychologischer Consultant. Und auch der Aspekt einem verstörten Kind zu helfen ist völlig weggefallen, die Psychologie bewegt sich auf dem küchenpsychologischen Niveau einer Nullachtfünfzehn-Krimiserie, und Delaware ist im Grunde für den Fortgang der Geschichte nicht entscheidend. Für eine Hauptfigur finde ich das fatal. </p>
<p>Nebenfiguren wie Rick, der langjährige Lover von Milo, oder Robin, scheinen nurmehr in die Jahre gekommenes dekoratives Beiwerk zu sein, dafür führt Kellerman einen Rookie-Cop und eine toughe Anwältin ein, die so viel Esprit versprühen, dass es höchst wahrscheinlich ist dass man sie bald in einem eigenen Roman lesen wird.</p>
<p>Während <a href="http://texte.webhafen.de/2006/07/jonathan-kellerman-a-cold-heart/">noch vor zwei Bänden</a> andere Partner das Leben von Robin Castagna und Alex bevölkerten, scheint nun alles im Friede-Freude-Eierkuchen-Reich einer alteingespielten Beziehung angekommen zu sein &#8211; das passiv-aggressive Beziehungsdrama von etwa <em>The Murder Book</em> war zwar nervtötend,  aber das Altes-Ehepaar-Gefühl sowohl zwischen Robin und Alex als auch zwischen Milo und Alex lässt die Spannungen vermissen, die dem Psychologen bisher Kanten und Ecken gaben. Wieder einmal zeigt sich, dass Serienhelden nur eine gewisse Halbwertzeit haben, und es manchmal vielleicht klüger wäre, sie ruhen zu lassen.</p>
<p>Summa summarum ist <b>Bones</b> dennoch ein durchaus spannender und mit &#8211; nach 23 Bänden kein Wunder &#8211; Routine geschriebener Krimi, der annehmbar unterhält, wenn man an die Hauptfiguren nicht Erwartungen altgedienter treuer Fans stellt. Eine Empfehlung für einen Band 24 ist es für mich allerdings nicht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/08/jonathan-kellerman-bones/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>San Sombrèro: Karibik, Karneval und Kakerlaken</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/07/san-sombrero-karibik-karneval-und-kakerlaken/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/07/san-sombrero-karibik-karneval-und-kakerlaken/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 07:48:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Cilauro, Santo]]></category>
		<category><![CDATA[Gleisner, Tom]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Sitch, Ron]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseführer]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=530</guid>
		<description><![CDATA[
San Sombrèro: Karibik, Karneval und Kakerlaken
Amazon.de schreibt zu diesem &#8220;Reiseführer&#8221;:
San Sombrèro (&#8230;) heißt das mittelamerikanische Ziel der total verrückten Reiseführer-Reihe, die Länder beschreibt, die es gar nicht gibt! Nach dem zart-bitteren, osteuropäischen Molwanien und dem süß-sauren, südostasiatischen Phaic Tan ergänzt (&#8230;) das exotisch-scharfe San Sombrèro die Destinationen-Landkarte der mega-schrägen, aus Australien stammenden Guides.
Wenn Lateinamerika witzig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3453121163?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3453121163"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/512gumlxJSL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>San Sombrèro: Karibik, Karneval und Kakerlaken</a></h3>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3453121163?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3453121163">Amazon.de</a> schreibt zu diesem &#8220;Reiseführer&#8221;:</p>
<blockquote><p>San Sombrèro (&#8230;) heißt das mittelamerikanische Ziel der total verrückten Reiseführer-Reihe, die Länder beschreibt, die es gar nicht gibt! Nach dem zart-bitteren, osteuropäischen Molwanien und dem süß-sauren, südostasiatischen Phaic Tan ergänzt (&#8230;) das exotisch-scharfe San Sombrèro die Destinationen-Landkarte der mega-schrägen, aus Australien stammenden Guides.</p>
<p>Wenn Lateinamerika witzig überzeichnet dargestellt wird, gibt es morgens Frühstücksflocken mit Rum, dann tanzen Urlauber zur Ruhmeshalle der Seeräuber. Neben landeskundlichen Infos erfahren Leser alles zu den Regionen San Sombrèros &#8212; von der lärmenden Hauptstadt Cucaracha City, in der sich korrupte Präsidenten nur drei Monate an der Macht halten, bis zum dichten Regenwald Maraccas, wo Öko-Lodges so schnell aus dem Boden schießen, wie der Regenwald abgeholzt werden kann. Trendsetter seilen sich in Krater hinab, denn „Volcano-ing“ ist echt angesagt. Auf traditionelle Art hingegen wird das Essen in heimischen Strandcafés serviert &#8212; „nach zwei Stunden Wartezeit, kalt und an den falschen Tisch“</p></blockquote>
<p>So weit, so falsch&#8230; </p>
<p>Nach dem Reiseführer in das Balkan-Land <a href="http://www.datenhamster.org/2006/03/molwanien-santo-cilauro-tom-gleisner-ron-sitch/">Molwanien</a>, der gewissermassen Kultstatus als Satire auf Reiseführer und gleichzeitig augenzwinkernde Glosse über die Eigenheiten ehemaliger Ostblock- und Balkanstaaten geniesst &#8211; eine höchst amüsante Lektüre &#8211; haben die Autoren Tom Gleisner, Santo Cilauro und Rob Sitch sich dieses Mal aller Lateinamerika- und Karibik-Klischees angenommen die man auf einem Haufen versammeln kann.  Und der Reiseführer, der ausführlich mit Karten, Symbolen, Tips und Tricks ausgestaltet ist, ist kaum noch von einem professionellen Guide zu unterscheiden, bis hin zur Ankündigung weiterer Titel (mit weiteren fiktiven Staaten) auf den letzten Seiten des Buches.</p>
<p>Die Karten, Ortsnamen und die spassige Legende zu den Karten sind sehr vergnüglich anzuschauen, hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Das ist aber leider auch schon das Beste was ich über diesen Reiseführer sagen kann.</p>
<p><span id="more-530"></span></p>
<p>Denn die Beschreibungen lesen sich wie das who-is-who der plattesten, tumbesten Klischees und Vorurteile über die spanischsprachige Welt jenseits des Atlantiks, von Drogenhandel und Machismo bis Korruption und Zigarrenproduktion. Kaum ein Text kommt ohne zotige Gags über Gewalt, Kriminalität und Schmutz aus, zu den wenigen Highlights zählen ein Organigramm der politischen Struktur San Sombrèros sowie ein Exkurs über das Angeln und die Fischarten in den Gewässern des Landes. Der übrige Humor bewegt sich aber weitestgehend auf dem Niveau von besoffenen Stammtischschenkelklopfern, sieht man von einer Menge sprachlicher Gags bei san sombrerischen Namen und Bezeichungen ab, für deren Genuss man aber mehr als nur rudimentär Spanisch verstehen sollte. Die allein können das Buch jedoch nicht retten.</p>
<p>Was bei Molwanien noch Esprit versprühte, wird in San Sombrèro zu einem langweiligen Mischmasch der die immer selben plump vorgebrachten Klischees von Armut, Drogenhandel und Umweltzerstörung auf knapp 200 Seiten wieder und wieder remixt, ohne dabei je wirklich witzig zu wirken &#8211; eher schon hat man das Gefühl die Autoren treibt ein tiefer Hass auf Lateinamerika. Kakerlaken kommen übrigens nur in Form der Stadt Cucaracha vor, und auch den im Untertitel angekündigten Karneval sucht man vergebens.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3453121163?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3453121163">San Sombrèro: Karibik, Karneval und Kakerlaken</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3453121163" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist ein launiger Pseudo-Reiseführer durch Lateinamerika, mit sicher dem einen oder anderen Körnchen Wahrheit, aber lustig ist es mitnichten. Schade.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/07/san-sombrero-karibik-karneval-und-kakerlaken/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kathy Reichs &#8211; Devil Bones</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/07/kathy-reichs-devil-bones/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/07/kathy-reichs-devil-bones/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 10:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Reichs, Kathy]]></category>
		<category><![CDATA[Forensik]]></category>
		<category><![CDATA[Temperance Brennan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=518</guid>
		<description><![CDATA[Der 11. Roman der Temperance-Brennan-Reihe
Devil Bones beginnt mit einem an Dramatik kaum zu überbietenden Auftakt &#8211; Brennan sitzt in einem Meeting eines bürokratischen Ausschusses der Universität von North Carolina, und denkt darüber nach dass sie bald sterben wird &#8211; und der Leser zuckt innerlich zusammen. Moment, Bones? Ist sie tödlich erkrankt? Woher weiss sie davon, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der 11. Roman der Temperance-Brennan-Reihe</em></p>
<p>Devil Bones beginnt mit einem an Dramatik kaum zu überbietenden Auftakt &#8211; Brennan sitzt in einem Meeting eines bürokratischen Ausschusses der Universität von North Carolina, und denkt darüber nach dass sie bald sterben wird &#8211; und der Leser zuckt innerlich zusammen. Moment, Bones? Ist sie tödlich erkrankt? Woher weiss sie davon, und warum um Himmels willen sitzt sie dann da statt&#8230; doch das Ganze entpuppt sich als billiger Köder. Dr. Brennan ist einfach nur langweilig und sie glaubt, dass sie vor Langeweile in dieser Sitzung sterben wird &#8211; ein Schicksal das sich allerdings nicht einstellt. </p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0434014664?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0434014664"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51kyfNVO48L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Kathy Reichs &#8211; Devil Bones</a></h3>
<p>Vielleicht liegt es an der Location, denn ich bin &#8211; mit Ausnahme von <a href="http://texte.webhafen.de/2007/06/kathy-reichs-fatal-voyage-audiobook-unabridged/">Fatal Voyage</a> &#8211; mit den Carolina-Romanen von Reichs nie so glücklich gewesen wie mit den Abenteuern aus Montreal, und das setzt sich in diesem Roman fort.</p>
<p>Temperance erhält die Aufgabe, sich Knochen aus einem Kessel anzusehen, der in einem Haus zufällig von Handwerkern gefunden wurde &#8211; an einem Platz der als schamanistischer Tempel, Voodoo-Kultstätte oder auch Altar von Satanisten durchgehen könnte. Brennan kann mit ihren Kenntnissen der unterschiedlichen Voodoo-Kulturen der Karibik und ihrer feinen Unterscheidungsmerkmale glänzen. Ein Politiker macht massiv Propaganda gegen alles Nichtchristliche, Unverstandene als &#8220;böse kindermordende Satanisten&#8221;, und bekommt dafür reichlich Publicity, und noch mehr Knochen aus möglicherweise kultischen Zusammenhängen tauchen auf.</p>
<p>Das alles ist für den Anfang erst mal gar nicht übel und hat ein wenig das alte Brennan-Flair, denn die Wissenschaftlerin kann nicht nur mit forensischer Methodik, sondern auch mit solider Anthropologie punkten. </p>
<p>Tochter Kathy nimmt derweil Mums Schicksal in die Hand und versucht, Tempé mit ihrem derzeitigen Boss zu verkuppeln &#8211; was sie nicht weiss ist, dass der Auserwählte eine Flamme aus Tempés Highschoolzeiten ist, mit dem Brennan prompt in einem Alkoholexzess im Bett landet. Dazwischen taucht auch Andrew Ryan auf, den Temperance zwar noch liebt, dem sie aber nicht mehr vertraut, und der seinerseits eingesehen hat, dass sein Versuch, sich mit seiner Ex zu versöhnen um seiner drogensüchtigen Tochter zu helfen, falsch war.<br />
<span id="more-518"></span><br />
Das vielleicht grösste Problem an diesem Buch ist, dass es nirgendwo hin führt. Es ist bestenfalls ein Lückenfüller, in einer TV-Serie wäre das eine der Episoden, die man getrost auslassen kann &#8211; am Romanende befinden sich die Protagonisten im gleichen seltsamen Dazwischen wie schon zuvor, mit Ausnahme der Tatsache dass Dr. Brennan sich nun auch noch damit auseinandersetzen muss keine &#8220;trockene&#8221; Alkoholikerin mehr zu sein. Es werden neue Figuren eingeführt, insbesondere der neue Lover, und die Tatsache dass Tochter Kathy vielleicht bald auf der Seite der Strafverteidigung gegen Tempé stehen könnte, deutet sich an.</p>
<p>Wie schon in den letzten Bänden fallen zu den Kapitelenden ausserdem immer wieder Cliffhanger-Sätze auf, die den Inhalt des vorangegangenen Kapitels schon mal vorsorglich als nutzlos deklarieren und auf dramatische Wendungen im nächsten hindeuten &#8211; das ist ein oder zwei Mal als Stilmittel ganz okay, aber dauerhaft nervt es gewaltig.</p>
<p>Die Story an sich ist recht spannend geschrieben, aber die Ermittlungen (warum eigentlich ermittelt Brennan wie <em>Bones</em> in der gleichnamigen Serie, statt ihren Laborjob zu machen und die Ermittlung Profis zu überlassen?) führen keineswegs zu brauchbaren Ergebnissen,. Zu allem Überfluss liest sich der Roman, als müsse hier unbedingt jemand mal der US-amerikanischen Leserschaft mit dem Holzhammer klar machen, dass die Wicca-Religion keine Satanisten beherbergt &#8211; das Erklären von Wicca nimmt einen überdurchschnittlich großen Teil des Buches ein, was umso unangemessener erscheint, als es mit der Lösung des Falls nichts zu tun hat.</p>
<p>Ich <strong>wollte</strong> diesen Roman mögen, mit aller Kraft und ganzem Herzen. Den miesen Trick am Anfang hätte ich Reichs noch verziehen, zumal ihre Sprache sich stilistisch stark an die Anfänge von Brennan anlehnt, und weg geht von der dumpfen, abgehackten Prosa, die die letzten Brennan-Romane schwer lesbar machten. Aber der Plot ist nicht zwingend, die Handlung lässt die innere Logik zugunsten von Actionsequenzen vermissen, und die Charaktere bleiben blass und schwammig in ihrer eigenen Unentschlossenheit. An forensisch-medizinischen Details und Wissenschaft fehlt es nicht, und Fans der Anthropologie kommen durchaus auf ihre Kosten. Die Kritik an den religiösen Fanatikern der USA ist angebracht und gut transportiert, aber es gilt weiterhin: <strong>von Reichs habe ich schon weitaus Besseres gelesen</strong>.</p>
<p>Ich bin gespannt auf ihren neuen Roman <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0434014680?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0434014680">206 Bones</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0434014680" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />, der bald erscheinen soll, und dann wieder in Montreal spielen wird.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/07/kathy-reichs-devil-bones/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wo die glücklichen Hühner wohnen</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/06/wo-die-glucklichen-huhner-wohnen/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/06/wo-die-glucklichen-huhner-wohnen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 06:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Meuth, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Neuner-Duttenhofer, Bernd]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Warenkunde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=511</guid>
		<description><![CDATA[Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität? dachte ich, als ich 

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen
das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand &#8220;richtig und falsch&#8221; in Ernährungsdingen im Wortsinn auf&#8217;s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität?</em> dachte ich, als ich </p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785723385?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3785723385"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41UHFPv1u0L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: <br />Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen</a></h3>
<p>das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand &#8220;richtig und falsch&#8221; in Ernährungsdingen im Wortsinn auf&#8217;s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst mal skeptisch. Doch als ich dann das schwere Hardcover &#8211; insgesamt 460 reich und bunt bebilderte Seiten, mit farbigen Markierungen am Schnitt zu den einzelnen Themengebieten &#8211; aufschlug, dauerte es nicht lang bis mich die Sachkenntnis und Begeisterung der beiden bekannten TV-Köche zu angeregtem Weiterlesen animierte.</p>
<p>Was Meuth und Duttenhofer hier vorlegen, ist ein kritischer und informativer Blick auf die Produktion von Lebensmitteln sowie auf mögliche Alternativen zur konventionellen Lebensmittel-Massenindustrie. Die Themen des Buches reichen von &#8220;Qualität fürs Leben&#8221; und &#8220;Klasse statt Masse&#8221; &#8211; ein sehr aufschlussreiches Kapitel, welches zeigt dass nicht alles was SlowFood ist automatisch auch &#8220;bio&#8221; sein muss &#8211; über die Herstellung von Getreide und Brot (mit einem recht ausführlichen Brotartikel, der auch das exzellente Food- und Brotblog meiner Freundin <a href="http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/">Chili &#038; Ciabatta</a> nennt), zu Gemüse, Kräutern und Obst.</p>
<p>Im Bereich Fleischproduktion steht stellvertretend für andere Arten das Schwäbisch-Hällische Landschwein als Beispiel für eine artgerechte und naturgerechte Haltung und Aufzucht von Tieren, auch die Produktion von Geflügel- und Rindfleisch betrachten die Autoren kenntnisreich, es geht weiter zu Fisch, Wild, Lamm und Wurst, Schinken und Speck.</p>
<p>Sehr ausführlich und informativ ausgearbeitet ist das Kapitel über Milchprodukte, das u.a. das Für und Wider von H-Milch beleuchtet, nach der Natur im Joghurt fragt, und sich natürlich auch der &#8220;guten&#8221; Butter widmet. Schliesslich gibt es noch ein Kapitel zum Thema Eier, sowie einen höchst informativen Anhang, der ein Quellenstudium erheblich erleichtert.</p>
<p>Mein Lieblingsartikel im Buch allerdings ist ein Bericht der Autoren vom Besuch bei einem holländischen Tomatenzüchter, der unter Glas mit modernster HiTech pestizidfreie leckere Tomaten anbaut. Unbedingt lesen!</p>
<p>Die grosse Bandbreite von Themen, die Meuth und Duttenhofer hier mit Fachkenntnis abdecken, ist exzellent aufbereitet, gut verständlich, aber was noch viel wichtiger ist, unterhaltsam und spannend zu lesen. Aufgrund der Faktenfülle wird wohl kaum jemand das Werk am Stück durchlesen, sonder eher nach bestimmten Themen suchen, oder sich kapitelweise daran versuchen. Hat man sich erst mal festgelesen, möchte man dann aber auch weiterforschen was es noch so alles zu entdecken gibt.</p>
<p>Bernd Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth haben sich augenscheinlich bestimmten Lieblingsthemen mehr gewidmet als anderen (was vollkommen in Ordnung geht). Zu manchen Themenbereichen liessen sich auch andere, vielleicht auch bessere Beispiele finden als die hier vorgestellten, aber was das Buch über seine reine Funktion als (fabelhaftes) Nachschlagewerk zu Lebensmittelqualität hinaus lesenswert macht, ist eben auch der direkte, persönliche Bezug der Autoren zu ihrem Subjekt und der individuellen Umsetzung der Ideen, sei es das eigene schwäbisch-hällische Landschwein oder die Hühnereier aus der hofeigenen Produktion.</p>
<p>Die Handvoll Rezepte, die durch das Buch eingestreut sind, empfinde ich als eher überflüssig &#8211; dieses Buch braucht keine Rezeptdreingabe von zweien, von denen der Leser bereits weiss, dass sie kochen können, es kann für sich stehen.</p>
<p>Eine<strong> Fibel des guten Essens</strong>, die man auch als altgedienter Foodie noch gern zur Hand nimmt und viel Wissenswertes und auch Neues darin finden kann &#8211; für&#8217;s eigene Regal wie als Geschenk wärmstens zu empfehlen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/06/wo-die-glucklichen-huhner-wohnen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Raghavan Iyer &#8211; 660 Curries</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/06/raghavan-iyer-660-curries/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/06/raghavan-iyer-660-curries/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 08:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Iyer, Raghavan]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Curry]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://texte.webhafen.de/?p=509</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;This book is nothing short of a treasure chest, containing an endless supply of very authentic Indian recipes, each bursting with the true flavors of Indias many regions.&#8221; wird Madhur Jaffrey auf dem Rückeinband von

Raghavan Iyer &#8211; 660 Curries
zitiert, und das ist eine sehr zutreffende Beschreibung.
Iyer liefert mit diesem (nicht bebilderten) Wälzer nicht weniger als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<em>This book is nothing short of a treasure chest, containing an endless supply of very authentic Indian recipes, each bursting with the true flavors of Indias many regions</em>.&#8221; wird Madhur Jaffrey auf dem Rückeinband von</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0761137874?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0761137874"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/61U66VImKWL._SL160_.jpg" height=160 border=0></a></p>
<p>Raghavan Iyer &#8211; 660 Curries</h3>
<p>zitiert, und das ist eine sehr zutreffende Beschreibung.</p>
<p>Iyer liefert mit diesem (nicht bebilderten) Wälzer nicht weniger als eine ultimative Curry Bible ab. Fast ein Jahr habe ich das Buch nun in höchst aktiver Benutzung, und würde es jederzeit wieder kaufen (und an Freunde der indischen Küche verschenken).</p>
<p><span id="more-509"></span></p>
<p>Das Buch beginnt mit Spice Blends, trockenen wie Pasten, die durch den Rezeptteil immer wieder Verwendung finden, dann folgen &#8220;appetizer curries&#8221;, wobei durchaus auch &#8220;klassische&#8221; Vorspeisen dabei sind wie Pakoras, und schliesslich</p>
<ul>
<li>Poultry, Game and Egg Curries
<li>Beef, Lamb and Pork Curries
<li>Fish &#038; Seafood Curries
<li>Paneer Curries
<li>Legume
<li>Curries
<li>Vegetable Curries
<li>Contemporary Curries
<li>Biryani Curries</UL>und als Abschluss &#8220;curry cohorts&#8221;, also Beilagen aller Arten &#8211; Brot, Reis, Relishes, Raitas, Chutneys.</p>
<p>Der umfangreichste Teil sind die Gemüsecurries, gefolgt von denen mit Hülsenfrüchten &#8211; (nicht nur) Vegetarier dürften an diesem Buch ihre helle Freude haben.</p>
<p>Zwar tauchen auch ein paar durchaus unauthentische Zubereitungen auf, die eher in den Bereich der <em>Fusion Cuisine </em>einzusortieren sind &#8211; thailändisch inspiriertes, Macaroni &#038; Cheese mit indischem Einschlag (Macaroni &#038; Paneer) &#8211; aber das Gros der Rezepte dieses schier unerschöpflichen Nachschlagewerks indischer Gerichte ist typisch und authentisch indisch und schmeckt auch so.</p>
<p>Ein kleines Manko ist, dass nur wenige Vorschläge zu Kombinationen von Gerichten angeboten werden, so dass der Laie sich bei der Zusammenstellung eines typisch indischen Menus etwas allein gelassen sieht. Wer zur Auswahl Rezeptfotos braucht, hat hier ein kleines Problem &#8211; allein im Einband finden sich auf mehreren Vollfarbseiten Abbildungen von Gerichten, der Rest des Buches besteht ausschliesslich aus Text.  </p>
<p>Für den Preis &#8211; derzeit 15,95 Euro &#8211; erhält man über 800 Seiten geballtes Fachwissen und Rezepte. Iyer führt nicht so systematisch an die Gerichte Indiens heran wie es etwa Julie Sahni in ihren mittlerweile zu Klassikern avancierten Büchern über indische Kochkunst tat, dafür aber mit einer Vielzahl an exzellenten Rezepten, die dieses Werk auch noch für langjährige Fans indischen Essens mit einer gut sortierten Kochbuchsammlung zu einer lohnenswerten Anschaffung machen. </p>
<p>Für mich ein Must-Have im Kochbuchregal.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://texte.webhafen.de/2009/06/raghavan-iyer-660-curries/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
