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	<title>Rezensionen &#187; Sachbuch</title>
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	<description>von Petra Hildebrandt</description>
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		<title>Brian Proffitt &#8211; Take Your iPad to Work</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 10:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Proffitt, Brian]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Handbuch]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Take Your Ipad To Work&#8221; is the first book to focus on the usability of the Apple iPad as a business device. It examines device features, the best applications available for business users, such as printing, on-line meetings, content creation and cutting-edge information tools, and productive ways to use them. The iPad has a robust [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Take Your Ipad To Work&#8221; is the first book to focus on the usability of the Apple iPad as a business device. It examines device features, the best applications available for business users, such as printing, on-line meetings, content creation and cutting-edge information tools, and productive ways to use them. The iPad has a robust application set with a large number of ways it can be used in business, but its potential as a business tool has been largely unexplored. This book discusses a range of business tasks, organized by general business type. After an overview of basic device features, there is a section devoted to general business tasks, then sections on retail, small business, and enterprise use.</p></blockquote>
<p>So weit die Kurzbeschreibung bei Amazon zu</p>
<div id="image"><a href="https://www.amazon.de/dp/1435458990/ref=as_li_ss_til?tag=simo-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=1435458990&amp;adid=01Y9SYAF40TT2AYPZP7H&amp;" target="_blank"><img class="aligncenter" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/419bqAxL5tL._SL110_.jpg" alt="" width="129" height="164" /></a></div>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<h3 style="text-align: center;"><a href="https://www.amazon.de/dp/1435458990/ref=as_li_ss_til?tag=webhafen-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=1435458990&amp;adid=0YMY1CH0B9QGJFBRYAQ8&amp;">Brian Proffitt &#8211; Take Your iPad to Work</a></h3>
<p>Tatsächlich richtet sich, liest man in die Einleitung, das bei Course Technology erschienene Buch an den Geschäftsmann, der sich noch nicht ganz sicher ist ob ein iPad denn irgendwie in seinem Betrieb sinnvoll ist, und ihm bei seinen Aufgaben hilfreich sein kann. In 26 Kapiteln nähert sich Proffitt dem Objekt der Begierde &#8211; dem iPad &#8211; sowie darauf verwendeten Anwendungen, die möglicherweise im Business nützlich sind.<br />
<span id="more-946"></span></p>
<ol>
<li>Introducing the iPad</li>
<li>Interfacing with the iPad</li>
<li>Connecting with the iPad</li>
<li>Using the iPad Apps</li>
<li>Work the Web: Safari</li>
<li>Get the Word Out: Mail</li>
<li>Get to iWork: Documenting with Pages</li>
<li>Get to iWork: Analyzing with Numbers</li>
<li>Get to iWork: Presenting with Keynote</li>
<li>From iPad to Paper: Printing</li>
<li>In the Cloud: Using MobileMe</li>
<li>Remote Desktop Connectivity: LogMeIn Ignition</li>
<li>Ring Me Up: Point of Sale</li>
<li>When the Work&#8217;s Done: Invoicing</li>
<li>Shout to the World: Social Media</li>
<li>Box It Up: Shipping</li>
<li>Face-to-Face, Face-to-Web: Meetings</li>
<li>Write Online: Web Content Creation</li>
<li>Track Online: Web Site Management</li>
<li>Make a List: Task Management</li>
<li>See the Big Picture: Project Management</li>
<li>Manage the Customer: CRM</li>
<li>From the Home Office: Enterprise Collaboration</li>
<li>Get Ready to Go: Travel Arrangements</li>
<li>On the Plane: Multimedia</li>
<li>Continuing Education: iBooks</li>
</ol>
<p>Die Liste zeigt schon ganz deutlich, dass hier vor allem Software vorgestellt wird, und leider je Anwendungsfall immer nur eine, im Zweifel das Apple Produkt. Überhaupt lesen sich weite Teile des sehr flüssig und ansprechend geschriebenen Werks wie ein Handbuch zum iPad, für absolute Einsteiger in die iPad- und zum Teil auch Computer-Welt. Schritt für Schritt wird etwa erklärt wie man das richtige iPad auswählt, wo man es kaufen kann, wie man es mit iTunes synct, was Wifi ist und was man machen kann wenn das nicht funktioniert, etc. Die Bedienelemente werden vorgestellt, und Proffitt erklärt wie man Apps kauft und löscht. Die ersten 5 Kapitel sind für jeden, der schon mal einen Computer und möglicherweise iTunes benutzt hat, eigentlich sinnlos.</p>
<p>Die einzelnen Kapitel sind dazu noch recht weitschweifig ausholend mit netten aber für das Thema mehr als belanglosen historischen Einleitungen versehen. So muss ich zur Verwendung von Safari auf dem iPad wirklich nicht bei <em>dumb terminals</em> und Mainframe-Rechnern anfangen und Sir Tim Berners-Lee und HTML hervorholen; dass der Harvard Mark I Rechner 5 Tonnen wog, ist zur Illustration eines Kapitels über das Drucken vom iPad auch nicht eben zielführend.</p>
<p>Tatsächlich enthält das Kapitel über Safari den ersten für mich wirklich hilfreichen Tipp, nämlich wie das mit dem <em>tabbed browsing </em>geht wenn man keine Tabs hat &#8211; über eine Mehrseitenfunktion in Safari, mit der bis zu 9 Seiten parallel geöffnet bleiben können. Die folgenden Kapitel widmen sich dann intensiv der Benutzung von iWork, den &#8216;Office&#8217;-Apps fürs iPad, genauer Pages (Textverarbeitung), Numbers (Tabellenkalkulation) und Keynote (Präsentation).</p>
<p>Durch das Buch stellt Proffitt vor allem kostenpflichtige Software vor, mischt auch schon mal kostenlose dazwischen, gibt beides aber &#8211; bis auf einen einzigen Fall  &#8211; nirgends an. Er geht auch nicht auf Alternativen ein, sondern bleibt wo möglich innerhalb des Apple-Universums, was vermutlich für den prototypischen Business-iPad-User auch angebracht ist.</p>
<p>Das Kapitel über das Drucken, das ich sehr interessant gefunden hätte, leidet aus dem Blickwinkel Deutschland, 2011, daran, dass die im Buch vorgestellte allein selig machende PrintApp nicht (mehr) bei iTunes zu finden ist.</p>
<p>Heiter ist auch, dass Proffitt sich ausführlich über POP-und SMTP-Mail auslässt, und dann zu Gmail und Exchange nur ein<em> dafür braucht man ja nur Username und Passwort</em> übrig hat. Ein Abschnitt über IMAP und warum gerade IMAP auf einem Device wie dem iPad sinnvoll ist, wäre da vermutlich viel hilfreicher für den künftigen Tablet-Benutzer.</p>
<p>An Software stellt er u.a. eine kostenlose Cisco-Conferencing-App vor, Point-of-Sale-Software und Tools zum Tracken von Paketen, auch hier dient <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1435458990/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1435458990">Take Your iPad to Work</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=1435458990" border="0" alt="" width="1" height="1" /> mehr als Software-Handbuch denn als wirklicher Guide für den Geschäftsmann. Wie er auch Software nicht eigentlich vorstellt, sondern sich der Eindruck trotz  <em>there&#8217;s an app for that</em> aufdrängt, dass es eben nur diese eine App gibt die man dafür benutzen könnte oder sollte.</p>
<p>Effektiv bleibt die Frage: <em>Wie kann das iPad mir, oder verschiedenen Business-Ansätzen überhaupt, helfen mein Business mobil besser zu machen?</em> offen. In der Einleitung werden zwar noch drei mögliche Anwendungsbereiche für den Einsatz des mobilen Gerätes genannt, aber das war es dann auch. Ob die Anleitung, wie man eine Facebook-Seite erstellt oder ein Blog-Konto anlegt, wirklich in den Rahmen dieses Buches gehört, kann man zumindest für fraglich halten. Wie man Google Analytics benutzt, mit passender App, oder Reisen bucht, sollte sich auch auf dem iPad nicht wesentlich vom gewohnten Verfahren innerhalb einer Firma unterscheiden. </p>
<p>Beinahe niedlich ist, wie Profitt immer wieder auf grundlegende Sicherheitsaspekte eingeht, vom Typ: mache niemals vertrauliche Dinge auf offenen WiFi-Netzwerken. Summa summarum richtet sich sein Buch an einen Anwender, der ein vorkonfiguriertes iPad bekommt, auf dem die Apple-/USA-typische Standardkombo von Apps installiert ist, und der dasselbe wie am heimischen Rechner auch mit dem iPad machen will. Das lässt leider &#8211; bis auf den Exkurs zu <em>Whiteboarding mit Airsketch</em> in Kapitel 17 &#8211; die coolen, innovativen Optionen des Tablets gänzlich aussen vor.</p>
<p>Gewünscht hätte ich mir eine übersichtliche Liste der vorgestellten / eingesetzten Apps, mit Angabe des Verwendungszwecks, ein oder zwei Alternativen soweit vorhanden, und natürlich Preisen. Bei aller flüssigen (und ein wenig sehr an die Hand nehmenden) Schreibe ist es nämlich trotz zahlreicher Screenshots mühsam, gezielt etwas zu einer bestimmten Aufgabe und deren Erledigung zu finden.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1435458990/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1435458990">Take Your iPad to Work</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=1435458990" border="0" alt="" width="1" height="1" /> ist, salopp gesagt, ein Buch für (Verzeihung) Business-Deppen. Es liest sich wie etwas angehübschte FAQs und mag für Totaleinsteiger in die Materie hilfreich sein, alle anderen können es getrost auslassen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jared Diamond &#8211; Collapse</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2010/12/jared-diamond-collapse/</link>
		<comments>http://rezensionen.webhafen.de/2010/12/jared-diamond-collapse/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 10:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond, Jared]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Sachbücher, insbesondere solche die sich mit Anthropologie, Ökologie, Klimaveränderung und auch menschlicher Siedlungsgeschichte befassen, lese ich sehr gern und &#8211; offen gesagt &#8211; zum Vergnügen. Für Jared Diamond &#8211; CollapseHow Societies Choose to Fail or Succeed habe ich allerdings über 3 Jahre und ungefähr 14 Anläufe gebraucht, bis ich das Buch komplett gelesen hatte. Warum? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sachbücher, insbesondere solche die sich mit Anthropologie, Ökologie, Klimaveränderung und auch menschlicher Siedlungsgeschichte befassen, lese ich sehr gern und &#8211; offen gesagt &#8211; zum Vergnügen. Für</p>
<p><center><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/21RF59BST0L._SL160_.jpg"></center><br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0143036556?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0143036556"></p>
<h3 align=center>Jared Diamond &#8211; Collapse<br />How Societies Choose to Fail or Succeed</h3>
<p></a></p>
<p>habe ich allerdings über 3 Jahre und ungefähr 14 Anläufe gebraucht, bis ich das Buch komplett gelesen hatte. Warum?</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jared_Diamond">Jared Diamond</a> ist ein bekannter amerikanischer Evolutionsbiologe und Biogeograf. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Bücher <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0060845503?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0060845503">The Third Chimpanzee</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0060845503" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> (über die Evolution des Menschen) und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0099302780?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0099302780">Guns, Germs and Steel: A Short History of Everybody for the Last 13000 Years</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0099302780" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> bekannt.</p>
<p>In <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0670033375?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0670033375">Collapse</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0670033375" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> (auf Deutsch als <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596167302?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596167302">Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3596167302" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> erschienen) stellt Diamond die These auf, dass sich Homo sapiens durch schlechte / falsche / kurzsichtige gesellschaftlich-wirtschaftliche  Entscheidungen selbst ausrotten kann, weil er seine Umwelt zerstöre (n muss), und versucht Muster dieser falschen (und richtigen) Entscheidungen anhand verschiedener Kulturen aufzuzeigen, bei denen das mit dem Überleben geklappt hat oder eben schief gegangen ist.</p>
<p>Zu Beginn liest sich das Buch sehr flüssig &#8211; Diamond beginnt bei seinen eigenen Beobachtungen in Montana, bei befreundeten Ranchern, einer verfehlten Landwirtschafts-, Wasser- und Minenbaupolitik, und wie diese das Leben der dort Ansässigen verändert und die Umwelt dauerhaft beeinflusst, so dass von Nachhaltigkeit beim Wirtschaften keine Rede mehr sein kann.</p>
<p>Dann folgen Kapitel über die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anasazi">Anasazi</a>, die Kultur der Osterinseln sowie die Pitcairn Islands, die Maya, die Expansion der Wikinger, die nordische Besiedlung Grönlands, Neu-Guinea, das Tokugawa-Japan, Genozid und Umweltprobleme in Ruanda, die Dominikanische Republik und Haiti, China und Australien, sowie ein abschliessender Block mit Diamonds Schlußfolgerungen.</p>
<p>Bis zu den Wikingern habe ich mit Interesse, aber durchaus auch Unbehagen ob des lockeren Umgangs mit den Fakten gelesen. Den Abschnitt über die nordische Besiedlung Grönlands und das Aussterben der Grönländer musste ich insgesamt 8 Mal neu zu lesen anfangen, da sich zwischendrin unendliche Müdigkeit und Langeweile einstellten &#8211; dazu gleich mehr. Die Texte über Ruanda und Haiti schliesslich sind wieder sehr spannend, bedürften aber einer genaueren historischen Prüfung.</p>
<p>Diamonds Buch beginnt mit einer These; daran ist zunächst nichts falsch. Diese These und die Belege, die er dafür anführt, hämmert Diamond aber durch das Buch immer und immer wieder penetrant in die Köpfe seiner Leser; ich fühle mich an eine einschläfernde Vorlesung erinnert &#8211; es ist als traue der Autor seinem Leser nicht zu sich die simpelsten Fakten und theoretischen Konstrukte auch nur für 20 Seiten zu merken. Insbesondere die Kapitel über Wikinger und Norweger sind langatmig und unnötig aufgebläht. Auch das könnte man noch hinnehmen, wenn Diamond denn seine Punkte wenigstens konzise wissenschaftlich belegen könnte.</p>
<p>Stattdessen beschleicht mich beim Lesen das Gefühl, dass hier ein Think-Tank für Diamond Sekundärliteratur querrezipiert hat. Tatsächlich sind die erwähnten Fakten fast deckungsgleich mit denen aus <a href="http://www.mnh.si.edu/vikings/">Vikings &#8211; A North Atlantic Saga</a> (ein Werk des Smithsonian Institute), und viele Begrifflichkeiten und Behauptungen Diamonds halten nicht mal einfachsten Prüfungen auf Glaubwürdigkeit stand.<br />
<span id="more-822"></span><br />
Das beginnt schon dabei, dass er sich über das &#8220;normale&#8221; Klima, Wetter, Regen- und Schneefälle Montanas auslässt, und diese &#8216;Normalität&#8217; nirgends anhand irgendwelcher Zahlen wissenschaftlich belegt &#8211; normal scheint für ihn zu sein, was er in seiner Lebenszeit erlebt hat. Gemessen an den glazialen Entwicklungen Nordamerikas oder auch nur der Temperaturkurve der Erde der letzten 14.000 Jahre muss man sich fragen, wie ein Biogeograf solche Positionen vertreten kann. An anderer Stelle moniert er dann etwa, dass die Anasazi nicht über ihren Tellerrand von 1 oder 2 Generationen Regenmustern wegsehen konnten und deswegen untergehen mussten &#8211; ähm, ja?</p>
<p>Diamonds Ausführungen zu den Osterinseln werfen mehr Fragen auf als sie beantworten &#8211; ich glaube Erich von Däniken hat sich intensiver damit befasst als der amerikanische Professor. Bei der Entwicklung der Norweger in Grönland und den Gründen für ihr Aussterben stellt Diamond Thesen auf, denen sogar die von ihm angeführten Fakten widersprechen&#8230; summa summarum sind die &#8216;Belege&#8217; die er für seine Thesen anführt bestenfalls schwach und wenig schlagkräftig, und ich werde beim Lesen das Gefühl nicht los, dass er  genau deswegen seine Argumente immer und immer wiederholt &#8211; nur werden sie davon nicht überzeugender.</p>
<p>Dennoch führt Diamond eine Menge interessante Fragen ins Feld, mit denen man sich befassen muss: Etwa die Berücksichtigung von Bodengeografie, Reproduktionsraten von Böden, der Wichtigkeit vulkanischen Ascheeintrags und regelmässiger Regen (Monsun) sowie Wärme für die schnelle Erholung einer Vegetation vs. die langsamen Erholungsraten von Böden, die sich unter Periglazialbedingungen und niedriger neuer Humusbildung entwickelt haben. Dass diese Faktoren, zusammen mit für Siedlungsareale neuen fremden Pflanzen und Tieren, Einfluss auf Erfolg oder Mißerfolg einer Siedlung gehabt haben mögen, ebenso wie die (mangelnde) Anpassungsfähigkeit von Siedlern an neue Bedingungen, ist wohl unbestritten.</p>
<p>Auch seine Überlegungen zum Versagen demokratischer Systeme im Hinblick auf den Ressourcenerhalt (das Wort Kapitalismus darf er als ordentlicher Amerikaner ja nicht einfach benutzen) sind interessant und bedenkenswert.</p>
<p>Woran es <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0143036556?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0143036556">Collapse</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0143036556" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> mangelt, ist wissenschaftliche Präzision. Hier hat nicht jemand sorgfältig eine These erarbeitet, sondern das Ganze wirkt wie ein verlegerischer Schnellschuss, aus Versatzstücken der Menschheitsgeschichte und vielleicht ein paar Seminarpapieren zusammengestoppelt. Diamond bleibt an fast allen Stellen die tatsächlichen Belege für seine trendige These von der gesellschaftlich bedingten Selbstausrottung von <em>homo sapiens</em> und den angeblich dagegen wirksamen Mechanismen schuldig; bereits bei der Problemdefinition setzt er unterschiedliche Maßstäbe an und lässt einen ordentlichen methodologischen Ansatz vermissen.</p>
<p>So bleibt am Ende für mich nach diesem Buch nur ein seltsam unbefriedigtes Gefühl &#8211; ich habe es endlich geschafft mich hindurch zu kämpfen, und eine Menge Interessantes über Maya, Anasazi und zum Teil auch die Siedlungen der Wikinger erfahren, sowie einen spannenden Einblick in die heutige Politik der USA erhalten. Aber sein eigentliches Ziel hat das Buch um Längen verfehlt, und das Wikingerkapitel und die beiden (sic!) Abschnitte über die Grönlandsiedler &#8211; die ausserdem reichlich Fehler enthalten &#8211; taugten für mich monatelang als Einschlafhilfe und zum Einstellen jeglichen Lesens.</p>
<p>Enttäuschend.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Norbert Suchanek &#8211; Der Soja-Wahn</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2010/11/norbert-suchanek-der-soja-wahn/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 13:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Suchanek, Norbert]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Pestizide]]></category>
		<category><![CDATA[Soja]]></category>

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		<description><![CDATA[Norbert Suchanek ist seit seinem Studium der Chemietechnik Umweltjournalist, war für Greenpeace aktiv, und hat sich in Eine-Welt-Netzwerken engagiert. Er lebt und arbeitet heute in Brasilien. In Norbert Suchanek: Der Soja-WahnWie eine Bohne ins Zwielicht gerät setzt er sich kritisch mit der Sojabohne auseinandern &#8211; egal ob es sich um Ernährungslügen handelt oder die Folgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Norbert Suchanek ist seit seinem Studium der Chemietechnik Umweltjournalist, war für Greenpeace aktiv, und hat sich in Eine-Welt-Netzwerken engagiert. Er lebt und arbeitet heute in Brasilien. In</p>
<p><center><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41VA0HG4LBL._SL160_.jpg"></p>
<p></center></p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3865812163?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3865812163">Norbert Suchanek: Der Soja-Wahn<br />Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät</a></h3>
<p>setzt er sich kritisch mit der Sojabohne auseinandern &#8211; egal ob es sich um Ernährungslügen handelt oder die Folgen des weltweiten Sojaanbaus für Mensch und Umwelt.</p>
<p>Die Kapitelliste:</p>
<ol>
<li>Soja &#8211; gut für die Gesundheit?
<li>Margarine aus Soja &#8211; gesünder als Butter?
<li>Soja statt Gras &#8211; schlecht für Mensch und Tier
<li>Soja und Asien &#8211; mehr Mythos als Wahrheit
<li>Opfer der Bohne: Mensch und Natur
<li>Soja &#8211; ein amerikanischer (Alb-) Traum
<li>Kann (Gen-) Soja nachhaltig sein?</ol>
<p>Die Frage nach der Gesundheit ist hoch interessant, und es ist passend, dass Suchanek sie an den Anfang stellt. Immer wieder wird Soja als gesundes Nahrungsmittel, ja geradezu als <em>Superfood</em> angepriesen; Soja sei gut in den Wechseljahren und gegen Krebs (wegen der Phytoöstrogene); das Eiweiss besonders hochwertig; Sojaprodukte ein jahrtausendealtes Gesundmittel der Asiaten, Motto: esst mehr davon, etc. pp.</p>
<p>Dem Format des Bändchens angemessen geht Suchanek auf diese Fragen sehr komprimiert ein; viele Erkenntnisse der modernen Ernährungsmedizin jenseits von Low-Fat-Propaganda und Ernährungsrichtlinien der Regierungen (wie die Fehlerhaftigkeit der Cholesterinhypothese oder die fälschliche Behauptung mehrfach ungesättigte Fettsäuren seien gesünder als einfach gesättigte) setzt er voraus oder reisst diese nur knapp an; dafür findet sich dann in der Literaturliste das wohl endgültige Standardwerk zum Thema, Gary Taubes&#8217; <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1400033462?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=1400033462">Good Calories, Bad Calories: Fats, Carbs, and the Controversial Science of Diet and Health</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=1400033462" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> oder auch die thematische Artikelsammlung der Weston A. Price Foundation zum Thema Soja, <a href="http://www.westonaprice.org/soy-alert/">Soy Alert</a>.</p>
<p>Für den, der diese Lektüre kennt, sind die Ernährungskapitel keine Neuigkeiten, alle anderen dürften erstaunt aufschauen. Die meisten Punkte aus dem Buch zum Thema Soja als Menschennahrung findet man bei Taubes oder der Weston A. Price Foundation detaillierter wieder, sofern man des Englischen mächtig ist &#8211; das Weiterlesen lohnt sich.</p>
<p>Die folgenden Kapitel widmen sich dann der Massenproduktion von Soja im agrarindustriellen Komplex &#8211; beginnend bei der Tatsache, dass proteinreiches Soja eben keine geeignete Tiernahrung darstellt (und natürlich ernährtes Tier, <em>grass-fed</em> oder <em>pastured</em> heisst das im angloamerikanischen Raum, nicht nur besser schmeckt sondern auch für den Konsumenten deutlich gesünder ist).</p>
<p>Weiter geht es über Gentechnik (97% der Sojabohnen aus den USA sind GMO-crops) und Pestizide (Round-up und Konsorten) zur flächendeckenden Vernichtung von Regenwäldern für aus Sojaöl gewonnenen ach-so-nachhaltigen Biodiesel (die Produktion verschlingt 27% mehr Energie als sie erzeugt) und den Billigfleischhunger der ersten und zweiten Welt, die Zerstörung kleinbäuerlicher Strukturen und die Subventionierung von Soja in den USA, bis hin zu neuem Agrarkolonialismus in Afrika. Der Pestizid- und Düngerverbauch von Soja nimmt Rekordausmaße an. Und dank Lobbyisten darf sich in Zukunft selbst Soja, das mit aus Flugzeugen versprühten Pestiziden eingenebelt wurde, noch als &#8216;verantwortliches Soja&#8217; schmücken.</p>
<p>Soja, eine Alternative für die Zukunft? Nur, wenn die Zukunft transgenen patentierten Produkten aus dem Labor der Agrochemiekonzerne gehört.</p>
<p>Die 110 Seiten sind gut zu lesen und ein vielleicht grad dank seiner Kompaktheit kräftiger Tritt in den Hintern, die eigenen Glaubenssysteme mal wieder zu überdenken. Zu befürchten steht allerdings, dass dieses Büchlein diejenigen, die es bräuchten, am wenigsten erreichen wird, sondern es am Ende auf <em>preaching to the choir</em> herausläuft.</p>
<p>Auf jeden Fall <strong>empfehlenswert</strong>.</p>
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		<title>Felicity Lawrence &#8211; Not on the label</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 11:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence, Felicity]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Supermarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Felicity Lawrence ist Mitarbeiterin des Guardian und, man möchte fast sagen, Journalistin alter Schule, eine die mit offenen Augen und Ohren ihre Themen recherchiert und auch nicht vor Gegenwind zurückschreckt. Ihr Buch Not on the Label What really goes into the food on your plate erschien bereits 2004; dem Thema Essen und food politics widmet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.guardian.co.uk/profile/felicitylawrence">Felicity Lawrence</a> ist Mitarbeiterin des Guardian und, man möchte fast sagen, Journalistin alter Schule, eine die mit offenen Augen und Ohren ihre Themen recherchiert und auch nicht vor Gegenwind zurückschreckt. Ihr Buch<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141015667?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0141015667"><br />
<h3 align=center><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51RXAZ53BCL._SL160_.jpg"></p>
<p>Not on the Label<br />
What really goes into the food on your plate</h3>
<p></a></p>
<p>erschien bereits 2004; dem Thema Essen und <em>food politics</em> widmet sie sich seit rund 20 Jahren. Das Buch basiert zum Teil auf Feature-Artikeln, die sie für den Guardian geschrieben hat. Obwohl deswegen ein Teil der Daten darin heute veraltet ist, wirft es dennoch einen erschreckend aktuellen Blick auf die vor allem britische Welt der Nahrungsmittel in Supermärkten; man kann aber davon ausgehen dass das meiste davon heute 1:1 auch auf den Rest Europas übertragbar ist.</p>
<p>Das erste Kapitel, &#8220;Chicken&#8221;, widmet sich der Massenproduktion von Geflügel &#8211; von den (un-) hygienischen Bedingungen ihrer Schlachtung, über das grenzenlose Verschieben von Hühnerteilen und deren Verfallsdatum quer durch die EU, bis hin zum Aufbessern des Verkaufsgewichtes mittels &#8220;hydrolisierten Proteinen&#8217;, die auch schon mal vom Schwein (100 % halal) oder dem Hirn eines BSE-Rindes kommen können. Spätestens hier und bei der Zutatenliste eines bekannten Fastfood-Geflügelbestsellers könnte man als Leser beschliessen, nie mehr im Leben  irgendetwas mit Huhn in der Systemgastronomie zu essen.</p>
<p>In diesem Kapitel legt Lawrence bereits deutliche Hinweise auf den Schwerpunkt des Buches aus &#8211; zwar geht es ihr auch um die organisierte Lebensmittelpanscherei in der industriellen Produktion von Nahrung; vor allem aber will sie aufzeigen, dass das &#8216;System&#8217; Supermarkt mit seinem Preisdruck, der Verlagerung von Lagerflächen auf die Strasse, und der abartigen Erpressung der Erzeuger Schuld daran ist, dass wir nicht preisgünstigere, sondern im Wortsinne billigere Lebensmittel zu hohen Kosten auf anderen Gebieten vorgesetzt bekommen.</p>
<p>So dreht sich das Kapitel &#8216;Salad&#8217; auch nur vordergründig um gewaschene Blätter in gasgefüllten Beuteln, die das ach so gesunde Grün ebenso frisch halten wie sie ihm jeglichen Nährwert nehmen. Schnell kommt sie auf ein Thema, das sich durch das ganze Buch wie ein roter Faden zieht: die Ausbeutung, ja sklavenähnliche Haltung von Farmarbeitern &#8211; in England pakistanische oder auch EU-interne Migranten, die von Ganglords unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet werden; in den Plastikgewächshaus-Monokulturen Spaniens dann Algerier und Marokkaner, die wie Vieh in winzigen Kaschemmen leben. Sklaverei existiert &#8211; mitten unter uns, in den reichsten Nationen der Welt &#8211; damit wir billigen gewaschenen Salat im Supermarkt vorfinden? Etwas läuft hier grundlegend falsch.<br />
<span id="more-658"></span><br />
Auch für die Ökologie der industrie-landwirtschaftlich genutzten Regionen bleibt die Massenproduktion nicht ohne Folgen; neben der erhöhten Nitratbelastung von (austrockenenden) Böden und Gewässern und der Verseuchung der Landschaft und der Menschen mit Pestiziden kommt reichlich sozialer Sprengstoff hinzu. Und schon heute investieren die europäischen Großhersteller in Nordafrika, wo die Böden noch unverbraucht und die Löhne noch billiger sind, wo statt mit Umwelt- und Sozialauflagen der EU-Länder mittelfristig eher mit scharenweise anreisenden weiteren migrantischen Arbeitern vom gesamten schwarzen Kontinent zu rechnen ist.</p>
<p>Ein Grund dafür, dass das System Supermarkt funktioniert, ist die Tatsache dass Transporte zu billig sind. Das Einfliegen von Bohnen aus Kenia ist dank nicht besteuerten Kerosins billiger, als die Bohne in Europa zu produzieren. Und auch innereuropäisch sind Transporte noch zu preisgünstig.</p>
<p>Interessant sind nicht nur die Beobachtungen, die Lawrence hinsichtlich Obst und Gemüse macht. Etwa dass wir Supermärkten und deren nicht geringer politischer Einflussnahme (Lord Sainsbury hatte einen direkten Draht nach Downing Street) den Normungswahn für Früchte und Gemüse verdanken, und dass im Grunde fast nichts im Supermarkt reif geernetet anlandet, weil es ja vergammeln könnte. Ein Farmer, der einem lokalen Supermarkt neben seinem Hof angeboten hat, in der Saison reife Pflaumen direkt dorthin zu liefern, wurde beschieden das gehe nicht, die entsprächen nicht den vorgeschriebenen Schönheits- und Reifenormen, und waren nicht lang genug haltbar.</p>
<p>Frisch bedeutet auch &#8220;perishable&#8221;, frische Waren altern und verändern sich &#8211; der Supermarkt will von allem etwas anbieten, um den Kunden nur bei sich einkaufen zu lassen, deswegen darf möglichst kein Produkt mal nicht verfügbar sein, es soll immer standardisiert schmecken &#8211; eine McDonaldisierung der Lebensmittel. So wird Brot mit dem halben Chemiebaukasten leicht und locker, federnd und wochenlang haltbar gemacht, Äpfel oder Kartoffeln oder Gurken müssen Werten auf Farb- und Gewichtsskalen entsprechen und frei von Schalenfleckchen sein, um akzeptiert zu werden. Das Risiko und die finanzielle Last all solcher Marotten tragen vor allem die Produzenten, während die Konsumenten Ware bekommen, die perfekt aussieht, aber Geschmack und Nährwerte schon lang auf dem Weg eingebüsst hat.</p>
<p>Abschliessend widmet sich Lawrence der schönen neuen Welt der Fertiggerichte, die vor allem für den Hersteller und Supermarkt &#8216;added value&#8217; versprechen &#8211; in den Packungen schlummern massenhaft subventionierte Kohlenhydrate, angereichert mit Industriefetten und Aromen, und das alles wird als gesunde leckere Kost an den Käufer gebracht.</p>
<p>Einen weiteren Aspekt des steigenden Marktanteils der großen Supermärkte sollte man nicht ausser Acht lassen &#8211; auch in Deutschland sterben seit Jahren kleine und vor allem unabhängige Händler und Produzenten. Es gibt Landstriche, da gibt es keinen Laden mehr, keinen Bäcker im Ort, keinen Metzger; da gibt es nur den Supermarkt im nächsten größeren Ort. Wer nicht mobil ist, hat massive Schwierigkeiten einzukaufen. Und selbst in grossen Städten gibt es nur mit viel Glück noch einen Bäcker der nicht zu einer Kette gehört, einen klassischen Schlachter, oder vielleicht (türkische) Gemüseläden mit eigener Metzgerei, alles andere ist Supermarkt, Discounter und Massenfertigungs-Kettenbäcker.</p>
<p>5 Konzerne teilen sich mittlerweile die europäische Supermarktwelt, 5 Konzerne, die den Produzenten diktieren wie sie was und wann zu welchem Preis zu liefern haben. Perfide am Preisdruck der Supermärkte ist, dass sie nicht nur dem Konsumenten suggerieren, alles sei billiger zu haben &#8211; auch wenn die Kunden diejenigen sind die z.B, die Milchproduktion in Europa per Steuergeldern subventionieren &#8211; sondern die Politik hat auch kein Interesse daran, den marktbeherrschenden Methoden der Konzerne auf die Finger zu schauen, denn sie halten die gefürchtete Inflationsrate niedrig&#8230;</p>
<p>Lawrence setzt in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141015667?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0141015667">Not on the Label</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0141015667" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> viele alt bekannte, aber auch eine Menge neue Erkenntnisse über die Macht der Lebensmittelmultis in einen großen Gesamtzusammenhang. Sie zeigt, dass all die Dinge, die an unserer Lebensmittelproduktion und dem Wachsen globaler Handelsgiganten statt der Erhaltung lokaler Märkte falsch sind, nicht zufällig so sind, sondern einem großen, systematischen Plan folgen. Einem Plan, der den Einkäufer zum billig abgefütterten und geschröpften Konsumentenvieh macht, und nur eins schafft: mehr Profit für die Supermärkte.</p>
<p>Das ist keine schöne Lektüre, aber eine notwendige. Ich würde mir ein solches Buch aktualisiert für Deutschland und den gesamteuropäischen Raum wünschen. Lesenswert ist es auf jeden Fall, auch mit 6 Jahren Abstand und von dieser Seite des Kanals aus. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141015667?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0141015667">Not on the Label</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0141015667" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> macht deutlich, wie dringend Europa Konzepte wie <em>eat local</em> braucht, damit Europas Verbraucher irgendwann überhaupt noch eine Wahl haben was sie kaufen, und bei wem.</p>
<hr />
&nbsp;<br />
Aktuelle Artikel von Felicity Lawrence zum Thema Lebensmittelindustrie kann man <a href="http://www.guardian.co.uk/profile/felicitylawrence">auf der Website des Guardian</a> finden.</p>
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		<title>Mia Ming: Schlechter Sex</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 03:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ming, Mia]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[“Von Stellungsfehlern, grotesken Fantasien und absurden Leidenschaften, Macht- und Minderwertigkeitskomplexen, sexuellen Traumwelten und der frustrierenden Realität” will Mia Ming &#8211; Schlechter Sex33 Frauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten &#038; absurdesten Erlebnisse laut Klappentext berichten. Das klang vielversprechend, und ich erhoffte mir Inspirationen davon auch für meine eigene Schreibarbeit &#8211; perfekte, weichgezeichnete Liebes- und Sexzenen kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Von Stellungsfehlern, grotesken Fantasien und absurden Leidenschaften, Macht- und Minderwertigkeitskomplexen, sexuellen Traumwelten und der frustrierenden Realität” will</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896028146?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3896028146"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51K3OYqbZcL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Mia Ming &#8211; Schlechter Sex<br/>33 Frauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten &#038; absurdesten Erlebnisse</a></h3>
<p>laut Klappentext berichten.</p>
<p>Das klang vielversprechend, und ich erhoffte mir Inspirationen davon auch für meine eigene Schreibarbeit &#8211; perfekte, weichgezeichnete Liebes- und Sexzenen kann man allerorten im Kino sehen, aber wie sieht schiefgegangenes Liebesspiel, katastrophaler Sex aus?</p>
<p>Mia Ming hat 33 Erlebnisberichte von Frauen zusammengetragen, die im weitesten Sinne mit Sex zu tun haben &#8211; und setzt Vorworte an Männer und Frauen vor die Texte, die den Frauen zu sagen scheinen, schaut her, ihr seid nicht alleine mit dem miesen Sex an dem die Kerle schuld sind, es geht auch anderen so, und den Männern: schaut hin und lernt was draus. Letzteres mag ja noch halbwegs hinkommen, aber ersteres…?</p>
<p>Zunächst einmal, wenn man einen Begriff wie Todsünden verwendet, sollte man möglichst im klassischen Komplex derselben bleiben &#8211; in der christlichen Lehre, aus der sich dieser Begriff entlehnt, gibt es <a href=”http://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnde”>sieben</a>, nicht 33 Todsünden, und die Überschriften scheinen auch ebenso beliebig wie sinnlos gewählt &#8211; warum soll Sex mit einem unerfahrenen Mann nicht schön sein? Auch Gier, oder selbst Unterwürfigkeit, kann im entsprechenden Kontext extrem erotisch sein. Ein Blick auf die anderen “Todsünden” zeigt aber sehr deutlich, dass es eigentlich gar nicht um (schlechten) Sex geht, sondern um lausige Beziehungen.</p>
<ul>
<li>Gier
<li>Unterwürfigkeit
<li>Nachlässigkeit
<li>Grobheit
<li>Respektlosigkeit
<li>Ignoranz
<li>Selbstüberschätzung
<li>Anspruchslosigkeit
<li>Unerfahrenheit
<li>Geiz
<li>Eitelkeit
<li>Maßlosigkeit
<li>Vergeistigung
<li>Untreue
<li>Unkontrolliertheit
<li>Verantwortungslosigkeit
<li>Phantasielosigkeit
<li>Verkommenheit
<li>Unbedarftheit
<li>Arroganz
<li>Narzissmus
<li>Falschheit
<li>Übermut
<li>Niedertracht
<li>Belanglosigkeit
<li>Widerwärtigkeit
<li>Unaufrichtigkeit
<li>Unbeholfenheit
<li>Egoismus
<li>Orientierungslosigkeit
<li>Übereifer
<li>Unorganisiertheit
<li>Wahllosigkeit</ul>
<p>Beim Lesen habe ich das Gefühl in einer 80er-Jahre-Blase zu stecken.<br />
<span id="more-586"></span><br />
Bis auf zwei oder drei der “Erlebnisse” haben alle versammelten Geschichten etwas darüber zu erzählen, wie beschissen Frauen mit sich selbst umgehen. Mit Verlaub, eine Frau die wider besseres Wissen oder Neigung mit einem Lover in einen Swinger-Club geht, und sich dort sexuellen Handlungen hingibt die sie als widerwärtig empfindet, wobei ihr Ambiente und Gäste vorher schon nicht zusagten, kann dafür schwerlich den Kerl verantwortlich machen. Es gibt da dieses schöne Wörtchen ‘Nein’ …</p>
<p>Betrunkener Mitleidssex mit jemandem, den man nicht mal attraktiv findet ist die Schuld desjenigen? Seit wann?</p>
<p>Auch andere der Berichte sind ein Indiz dafür, dass viele Frauen sich auf Kerle im Bett einlassen, die ich nicht mal mit Gummihandschuhen anfassen würde &#8211; aber ist der Mann Schuld wenn ihm eine Frau nachrennt mit der er einmal Sex hatte und sie nicht kapiert dass er nicht mehr von ihr will? Oder ist es eine Todsünde, mit jemandem nur eine intellektuell stimulierende, aber keine körperliche Beziehung haben zu wollen? Viel mehr als von miesem Sex (um Stellungen geht es gar nicht) kündet dieses Buch von massiven Kommunikationsproblemen zwischen den Geschlechtern, die nicht selten etwas mit den impliziten Erwartungen der Frauen zu tun haben.</p>
<p>Zurück zu den Todsünden… es mag zunächst antifeministisch klingen, hier nicht das Klagelied über die ach so nachlässige böse Männerwelt anzustimmen, aber ich glaube dass Frauen ganz prima für sich selbst Verantwortung übernehmen können. Eine Frau die sich (im Bett wie sonstwie) mit einem phantasielosen, verantwortungslosen, unaufrichtigen oder widerwärtigen (sic) Mann einlässt,  ist selbst schuld wenn sie nicht das bekommt was sie braucht. Zu erwarten dass jeder Mr. Right ist, ist wie das Mädchen im Märchen das erwartet dass der Prinz in schimmernder Rüstung sie auf dem Einhorn abholt.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896028146?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3896028146">Schlechter Sex: 33 Frauen erzählen&#8230;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3896028146" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> geht nicht nur am angeblichen Thema weit vorbei, sondern ist auch auch noch extrem enttäuschend.</p>
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		<item>
		<title>Wo die glücklichen Hühner wohnen</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2009/06/wo-die-glucklichen-huhner-wohnen/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 06:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Meuth, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Neuner-Duttenhofer, Bernd]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Warenkunde]]></category>

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		<description><![CDATA[Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität? dachte ich, als ich Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand &#8220;richtig und falsch&#8221; in Ernährungsdingen im Wortsinn auf&#8217;s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität?</em> dachte ich, als ich</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785723385?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3785723385"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41UHFPv1u0L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: <br />Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen</a></h3>
<p>das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand &#8220;richtig und falsch&#8221; in Ernährungsdingen im Wortsinn auf&#8217;s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst mal skeptisch. Doch als ich dann das schwere Hardcover &#8211; insgesamt 460 reich und bunt bebilderte Seiten, mit farbigen Markierungen am Schnitt zu den einzelnen Themengebieten &#8211; aufschlug, dauerte es nicht lang bis mich die Sachkenntnis und Begeisterung der beiden bekannten TV-Köche zu angeregtem Weiterlesen animierte.</p>
<p>Was Meuth und Duttenhofer hier vorlegen, ist ein kritischer und informativer Blick auf die Produktion von Lebensmitteln sowie auf mögliche Alternativen zur konventionellen Lebensmittel-Massenindustrie. Die Themen des Buches reichen von &#8220;Qualität fürs Leben&#8221; und &#8220;Klasse statt Masse&#8221; &#8211; ein sehr aufschlussreiches Kapitel, welches zeigt dass nicht alles was SlowFood ist automatisch auch &#8220;bio&#8221; sein muss &#8211; über die Herstellung von Getreide und Brot (mit einem recht ausführlichen Brotartikel, der auch das exzellente Food- und Brotblog meiner Freundin <a href="http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/">Chili &#038; Ciabatta</a> nennt), zu Gemüse, Kräutern und Obst.</p>
<p>Im Bereich Fleischproduktion steht stellvertretend für andere Arten das Schwäbisch-Hällische Landschwein als Beispiel für eine artgerechte und naturgerechte Haltung und Aufzucht von Tieren, auch die Produktion von Geflügel- und Rindfleisch betrachten die Autoren kenntnisreich, es geht weiter zu Fisch, Wild, Lamm und Wurst, Schinken und Speck.</p>
<p>Sehr ausführlich und informativ ausgearbeitet ist das Kapitel über Milchprodukte, das u.a. das Für und Wider von H-Milch beleuchtet, nach der Natur im Joghurt fragt, und sich natürlich auch der &#8220;guten&#8221; Butter widmet. Schliesslich gibt es noch ein Kapitel zum Thema Eier, sowie einen höchst informativen Anhang, der ein Quellenstudium erheblich erleichtert.</p>
<p>Mein Lieblingsartikel im Buch allerdings ist ein Bericht der Autoren vom Besuch bei einem holländischen Tomatenzüchter, der unter Glas mit modernster HiTech pestizidfreie leckere Tomaten anbaut. Unbedingt lesen!</p>
<p>Die grosse Bandbreite von Themen, die Meuth und Duttenhofer hier mit Fachkenntnis abdecken, ist exzellent aufbereitet, gut verständlich, aber was noch viel wichtiger ist, unterhaltsam und spannend zu lesen. Aufgrund der Faktenfülle wird wohl kaum jemand das Werk am Stück durchlesen, sondern eher nach bestimmten Themen suchen, oder sich kapitelweise daran versuchen. Hat man sich erst mal festgelesen, möchte man dann aber auch weiterforschen, was es noch so alles zu entdecken gibt.</p>
<p>Bernd Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth haben sich augenscheinlich bestimmten Lieblingsthemen mehr gewidmet als anderen (was vollkommen in Ordnung geht). Zu manchen Themenbereichen liessen sich auch andere, vielleicht auch bessere Beispiele finden als die hier vorgestellten, aber was das Buch über seine reine Funktion als (fabelhaftes) Nachschlagewerk zu Lebensmittelqualität hinaus lesenswert macht, ist eben auch der direkte, persönliche Bezug der Autoren zu ihrem Subjekt und der individuellen Umsetzung der Ideen, sei es das eigene schwäbisch-hällische Landschwein oder die Hühnereier aus der hofeigenen Produktion.</p>
<p>Die Handvoll Rezepte, die durch das Buch eingestreut sind, empfinde ich als eher überflüssig &#8211; dieses Buch braucht keine Rezeptdreingabe von zweien, von denen der Leser bereits weiss, dass sie kochen können, es kann für sich stehen.</p>
<p>Eine<strong> Fibel des guten Essens</strong>, die man auch als altgedienter Foodie noch gern zur Hand nimmt und viel Wissenswertes und auch Neues darin finden kann &#8211; für&#8217;s eigene Regal wie als Geschenk wärmstens zu empfehlen.</p>
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		<title>Raghavan Iyer &#8211; 660 Curries</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2009/06/raghavan-iyer-660-curries/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 08:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Iyer, Raghavan]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Curry]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;This book is nothing short of a treasure chest, containing an endless supply of very authentic Indian recipes, each bursting with the true flavors of Indias many regions.&#8221; wird Madhur Jaffrey auf dem Rückeinband von Raghavan Iyer &#8211; 660 Curries zitiert, und das ist eine sehr zutreffende Beschreibung. Iyer liefert mit diesem (nicht bebilderten) Wälzer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<em>This book is nothing short of a treasure chest, containing an endless supply of very authentic Indian recipes, each bursting with the true flavors of Indias many regions</em>.&#8221; wird Madhur Jaffrey auf dem Rückeinband von</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0761137874?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0761137874"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61pZmF8PTkL._SL160_.jpg" height=160 border=0></a></p>
<p>Raghavan Iyer &#8211; 660 Curries</h3>
<p>zitiert, und das ist eine sehr zutreffende Beschreibung.</p>
<p>Iyer liefert mit diesem (nicht bebilderten) Wälzer nicht weniger als eine ultimative Curry Bible ab. Fast ein Jahr habe ich das Buch nun in höchst aktiver Benutzung, und würde es jederzeit wieder kaufen (und an Freunde der indischen Küche verschenken).</p>
<p><span id="more-509"></span></p>
<p>Das Buch beginnt mit Spice Blends, trockenen wie Pasten, die durch den Rezeptteil immer wieder Verwendung finden, dann folgen &#8220;appetizer curries&#8221;, wobei durchaus auch &#8220;klassische&#8221; Vorspeisen dabei sind wie Pakoras, und schliesslich</p>
<ul>
<li>Poultry, Game and Egg Curries
<li>Beef, Lamb and Pork Curries
<li>Fish &#038; Seafood Curries
<li>Paneer Curries
<li>Legume
<li>Curries
<li>Vegetable Curries
<li>Contemporary Curries
<li>Biryani Curries</ul>
<p>und als Abschluss &#8220;curry cohorts&#8221;, also Beilagen aller Arten &#8211; Brot, Reis, Relishes, Raitas, Chutneys.</p>
<p>Der umfangreichste Teil sind die Gemüsecurries, gefolgt von denen mit Hülsenfrüchten &#8211; (nicht nur) Vegetarier dürften an diesem Buch ihre helle Freude haben.</p>
<p>Zwar tauchen auch ein paar durchaus unauthentische Zubereitungen auf, die eher in den Bereich der <em>Fusion Cuisine </em>einzusortieren sind &#8211; thailändisch inspiriertes, Macaroni &#038; Cheese mit indischem Einschlag (Macaroni &#038; Paneer) &#8211; aber das Gros der Rezepte dieses schier unerschöpflichen Nachschlagewerks indischer Gerichte ist typisch und authentisch indisch und schmeckt auch so.</p>
<p>Ein kleines Manko ist, dass nur wenige Vorschläge zu Kombinationen von Gerichten angeboten werden, so dass der Laie sich bei der Zusammenstellung eines typisch indischen Menus etwas allein gelassen sieht. Wer zur Auswahl Rezeptfotos braucht, hat hier ein kleines Problem &#8211; allein im Einband finden sich auf mehreren Vollfarbseiten Abbildungen von Gerichten, der Rest des Buches besteht ausschliesslich aus Text.</p>
<p>Für den Preis &#8211; derzeit 15,95 Euro &#8211; erhält man über 800 Seiten geballtes Fachwissen und Rezepte. Iyer führt nicht so systematisch an die Gerichte Indiens heran wie es etwa Julie Sahni in ihren mittlerweile zu Klassikern avancierten Büchern über indische Kochkunst tat, dafür aber mit einer Vielzahl an exzellenten Rezepten, die dieses Werk auch noch für langjährige Fans indischen Essens mit einer gut sortierten Kochbuchsammlung zu einer lohnenswerten Anschaffung machen.</p>
<p>Für mich ein Must-Have im Kochbuchregal.</p>
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		<item>
		<title>Michael Busselle &#8211; Stilleben- und Nahfotografie</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2009/06/michael-busselle-stilleben-und-nahfotografie/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 06:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Busselle, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Stilleben]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Reihe &#8220;Einfach besser fotografieren&#8221; bei Laterna Magica ist 1999 dieser Band erschienen: Michael Busselle &#8211; Stilleben- und Nahfotografie Auf rund 120 farbig gedruckten Seiten widmet sich Busselle zunächst den &#8220;Welt der Nahfotografie&#8221;, nämlich den möglichen Motivbereichen. Rund 30 Seiten gönnt er dann dem Thema &#8220;Komposition und Licht&#8221;, also den eher technischen Details wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Reihe &#8220;Einfach besser fotografieren&#8221; bei Laterna Magica ist 1999 dieser Band erschienen:</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3874677532?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3874677532"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/2162Z532XJL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Michael Busselle &#8211; Stilleben- und Nahfotografie</a></h3>
<p>Auf rund 120 farbig gedruckten Seiten widmet sich Busselle zunächst den &#8220;Welt der Nahfotografie&#8221;, nämlich den möglichen Motivbereichen. Rund 30 Seiten gönnt er dann dem Thema &#8220;Komposition und Licht&#8221;, also den eher technischen Details wie Bildausschnitt, Belichtung, Hintergründen.</p>
<p>Der dritte Abschnitt erläutert Arrangements von Stilleben, und Teil 4 umfasst die anscheinend unverzichtbare Beratung zur Ausrüstung, die bei der Wahl der Kamera und der Objektive beginnt und bei Archivieren und Präsentieren der Bilder endet.</p>
<p>Was das Buch ausmacht ist jedoch nicht so sehr der eher karg gehaltene Text, sondern das sind die Abbildungen, die hervorragenden Fotos, die die vorgestellten Themen weit besser illustrieren und vor allem Ideen und Anregungen für das Umsetzen eigener Gestaltungen liefern können.</p>
<p>Ein schön anzuschauendes Büchlein.</p>
<p>Das Kapitel über Ausrüstung hätte gern für mich zugunsten stärkerer technischer und kompositorischer Details weichen dürfen. Leider erschliesst Busselle die Themen wie die Wirkung von Texturen und Hintergründen nicht systematisch. So bleibt das Buch eher explorativ, und macht Laune auf die Nahfotografie, als zielgerichtet darauf hinzuführen &#8211; es ist kein Handbuch, sondern eine visuelle Inspiration. Unter diesem Aspekt verfehlt es zwar ein wenig das Thema der Serie, ist aber Einsteigern in die Thematik, die sich mehr mit Nahfotografie befassen wollen, dennoch zu empfehlen.</p>
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		<title>Peter Krogh &#8211; Professionelle Bildverwaltung für Fotografen</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2009/04/peter-krogh-professionelle-bildverwaltung-fur-fotografen/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 14:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Krogh, Peter]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[DAM]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei dPunkt, bekannt für seine Reihe hochwertiger Foto-Praxisbücher, ist Anfang 2007 dieses Werk von einem Profi-Fotografen zum Thema Digital Assets Management (DAM) erschienen: Peter Krogh: Professionelle Bildverwaltung für Fotografen: Organisation, Abläufe, Werkzeuge Tatsächlich heisst Kroghs Werk im Original The DAM Book: Digital Asset Management for Photographers (O&#8217;Reilly Digital Studio), und schon das Erscheinen bei O&#8217;Reilly [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei dPunkt, bekannt für seine Reihe hochwertiger Foto-Praxisbücher, ist  Anfang 2007 dieses Werk von einem Profi-Fotografen zum Thema <em>Digital Assets Management (DAM) </em>erschienen:</p>
<h3 align=center><a href="ttp://www.amazon.de/gp/product/3898644413?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3898644413"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51KWDJGW5FL._SL160_.jpg" border=></p>
<p>Peter Krogh: Professionelle Bildverwaltung für Fotografen: Organisation, Abläufe, Werkzeuge</a></h3>
<p>Tatsächlich heisst Kroghs Werk im Original <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0596100183?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0596100183">The DAM Book: Digital Asset Management for Photographers (O&#8217;Reilly Digital Studio)</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0596100183" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />, und schon das Erscheinen bei O&#8217;Reilly deutet an, dass es sich genau genommen um ein technisches / Software-Fachbuch handelt.</p>
<p>Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen; es handelt sich um ein Buch das die Benutzung von Adobe Bridge als Bestandteil der Adobe-Creative Suite beinahe zwingend voraussetzt.</p>
<p>Dennoch kann man Kroghs Werk lesen, ohne Besitzer von Adobe-Software zu sein, und eine Menge nützliches Wissen daraus mitnehmen.</p>
<p>Wie der Untertitel ja schon ankündigt, geht es dem Autor vor allem um die Arbeitsorganisation und Abläufe, neudeutsch <em>workflow</em> genannt. Dabei wird auch überdeutlich, dass sich sein Werk gezielt an professionelle und eventuell semiprofessionelle Fotografen richtet &#8211; seine Vorgehensweisen sind stark an kunden- und projektorientierter Denkweise orientiert, von der Bildauswahl und Kategorisierung bis zur Profi-Ausbelichtung.<br />
<span id="more-477"></span><br />
Systematik, Systematik, und nochmals Systematik ist das Credo von Krogh. Geradezu zwanghaft ist seine Vorgehensweise wenn es um die Sicherung seiner digitalen &#8220;assets&#8221;, mithin seiner Arbeit, dessen womit er Geld verdient, geht &#8211; das ist nur vernünftig und vorbildich, und daraus können wohl die meisten Fotografierenden eine Menge guter Anregungen mitnehmen. Kroghs Postulat, eine nackte Ansammlung von Harddrives sei besser als ein RAID, weil die ja mehr Speicherplatz böten, finde ich allerdings gerade unter dem Aspekt der Datensicherheit zumindest diskutabel &#8211; wer allerdings wie er obsessiv jede Datei die auch auf der Festplatte liegt mehrfach sichert und auch auf DVD brennt, wird das vielleicht anders sehen &#8211; mir wäre ein RAID 5 bei allem &#8220;Speicherplatzverlust&#8221; die Bequemlichkeit einer möglichen Wiederherstellung von Daten wert.</p>
<p>Grundsätzlich setzt Kroghs Arbeit &#8211; das kann gar nicht anders sein &#8211; auf RAW-Formaten auf, und seinen Überlegungen zum RAW-Workflow, dem Adobe-DNG Format, und der konsistenten Benennung und Archivierung von Originalen und Ausbelichtungen ist wenig hinzuzufügen.</p>
<p>Der Ablauf beginnt beim Laden der Bilder von der Kamera, und den ersten Backups der Originaldaten, ehe man sich ans Aussortieren, Bewerten, Bearbeiten macht, geht weiter mit Ablagesystematiken und der dafür eingesetzten Hard- und Software bis hin zum Wiederfinden alter Dateien in diesen Systematiken und Backupstrategien für die Zukunft.</p>
<p>Die Sinnhaftigkeit der von Krogh vorgestellten &#8220;Bewertungspyramide&#8221;, einem internen Bild-Rating-Verfahren bei dem er seine eigenen Bilder sichtet und benotet, erschliesst sich mir nicht ganz, allerdings gehe ich natürlich auch mit anderen Vorausetzungen an so etwas heran als ein Vollprofi, der im Jahr tausende von Bildern für Kunden schiesst. Wie überhaupt viele der Methoden die Krogh einsetzt für Nicht-Profis nicht unbedingt das adäquate Modell der Wahl sein dürften.</p>
<p>Schade ist, dass das Buch sich fast ausschliesslich auf Adobe-Software bezieht. Natürlich kommt kaum ein Profi-Fotograf an Produkten aus dem Hause Adobe vorbei, aber machen wir uns nichts vor: Profi-Fotografen sind nicht die primäre Klientel die so ein Buch kauft. Und eine Menge der Erläuterungen hätte man auch allgemeingültiger statt einfach nur nackt an Adobe Bridge erklären können.</p>
<p>Auf der anderen Seite wird dann plötzlich erläutert was ein Histogramm ist und wofür das gut ist, und ich wundere mich &#8211; jemand der sich ernstlich mit DAM befasst und über Bilddaten im Bereich einiger hundert oder gar tausend Gigabyte nachdenkt, sollte doch längst wissen was ein Histogramm ist. Da unterschätzt dann Krogh &#8211; oder der Verlag &#8211; den Leser meines Erachtens.</p>
<p>Ich bin zwiegespalten bei diesem Buch. Man merkt jeder Zeile an, dass es aus der Praxis eines Profis heraus geschrieben wurde, das ist ein klarer Pluspunkt. Didaktisch ist es allerdings wenig gelungen, es liest sich höchst mühsam &#8211; selbst für jemandem mit einem starken Interesse am Thema und entsprechender Vorbildung im Bereich digitalen Mediamanagements. Einige gute Ideen und Ansätze für den eignen Umgang mit digitalem Bildmaterial wird wohl jeder finden, der die Zeit aufbringt, sich hindurchzuarbeiten. Aber ob das den Preis des Buches und vor allem die aufzuwendende Zeit wert ist, wage ich zu bezweifeln.</p>
<p>Ausser für absolutes Fachpublikum halte ich dieses Werk für Overkill. Und das Fachpublikum dürfte bereits eigene Pfade gefunden haben, sich der Thematik anzunähern.</p>
<p>Gut, aber nur bedingt eine Leseempfehlung.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Chris Heath &#8211; Robbie Williams &#8211; Feel</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2009/03/chris-heath-robbie-williams-feel/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 06:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Heath, Chris]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Musiker]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Robbie Williams]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob man Chris Heath&#8217;s Werk Robbie Williams &#8211; Feel wirklich als Biographie im klassischen Sinne verstehen kann, ist sicher diskutabel. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten, die sich zu beinahe zwei Jahren auswachsen, hat Reporter Chris Heath &#8211; zunächst nur für einen Magazinartikel recherchierend &#8211; Robbie Williams durch dessen Leben begleitet, sozusagen als embedded paparazzo. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ob man Chris Heath&#8217;s Werk</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499619989?ie=UTF8&#038;tag=simo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499619989"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41-T%2B5SfH9L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Robbie Williams &#8211; Feel</a></h3>
<p>wirklich als Biographie im klassischen Sinne verstehen kann, ist sicher diskutabel. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten, die sich zu beinahe zwei Jahren auswachsen, hat Reporter Chris Heath &#8211; zunächst nur für einen Magazinartikel recherchierend &#8211; Robbie Williams durch dessen Leben begleitet, sozusagen als <em>embedded paparazzo</em>.</p>
<p>Dabei ist ein durchaus interessantes Portrait entstanden, das den britischen Popstar von schrillen wie von ungewohnt ruhigen und nachdenklichen Seiten zeigt.</p>
<p>Robbie Williams, stellt man in diesem Buch fest, ist &#8211; nicht besonders überraschend &#8211; nicht (nur) der <em>bad boy</em> wie ihn besonders die britische Boulevardpresse gern darstellt. Klar, er hat Drogenexzesse hinter sich, hat sich in jungen Jahren mit Ecstasy Teile seiner Gehirnchemie gegrillt, ist depressiv, offensichtlich hyperaktiv, mittlerweile trockener Alki, und alles in allem eine seltsame Mischung aus einem besessenen Perfektionisten und einem grossen schlecht erzogenen Kind &#8211; aber erklärt das die Person Robbie Williams?<br />
<span id="more-440"></span><br />
Heath lässt den Leser Teil haben an einem Alltag, der weniger glamourös ist als man sich das vielleicht vorstellt &#8211; Millionär zu sein, aber nicht mal in Ruhe einen Kaffee trinken zu können; auf beständiger Flucht vor der Yellow Press und Fans, die glauben irgendwelche Rechte am Leben ihres Idols zu haben, nur weil sie seine Platten kaufen. Überrascht stellt Heath fest, dass in der Presse dreist Dinge über RW verbreitet werden, die nicht stimmen, was er beurteilen kann, schlicht weil er zu den fraglichen Zeitpunkten dabei war und bestätigen kann dass nichts von den kolportierten Exzessen jemals stattfand; aber auch Kurioses hat er aufzubieten &#8211; von RW, der die Hälfte von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000070WJE?ie=UTF8&#038;tag=simo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=B000070WJE">Escapology</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=simo-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B000070WJE" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> nackt in der Sängerkabine einsingt, oder wegen seiner empfindlichen Blase und seiner Tendenz klammheimlich von Parties zu verschwinden stets von einem Tross Bodyguards und eben auch Heath zur Toilette eskortiert wird, bis zur Tatsache dass Williams seine Entertainer-Persona als getrennten Teil seines Selbst sieht.</p>
<p>Da steht nicht Robbie Williams, der Mensch, auf der Bühne, sondern eine Kunstfigur, der Entertainer Williams. &#8220;Let Me Entertain You&#8221; wird hier zum Credo &#8211; und wer <a href="http://www.datenhamster.org/2009/03/what-we-did-last-summer-robbie-williams-live-at-knebworth/">das Knebworth-Konzert</a> gesehen hat, mag kaum glauben. dass Williams nicht wirklich gern auf die Bühne geht, das Gefühl hat ein Betrüger zu sein, immer noch viel zu viel von sich preiszugeben, dass ein Konzert für ihn vor allem eins ist: Stress, hoch organisierter, anstrengender, heftiger Stress, der ihn auf Wochen auslaugen wird.</p>
<p>Ich bin kein &#8220;Fan&#8221; im klassischen Sinne, wenn es um Robbie Williams geht &#8211; ich mag vieles seiner Musik, ich mag vor allem seine grossartige Stimme &#8211; und den Perfektionismus, den man jedem optimal sitzenden Ton seines Gesangs anhört. Ich mag Frank Sinatra, und vermutlich ist es gerade der besessene Entertainer Williams, der mir imponiert (neben einem gewissen nicht abzusprechenden Sex-Appeal).</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499619989?ie=UTF8&#038;tag=simo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499619989">Feel: Robbie Williams</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=simo-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3499619989" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist allerdings keine klassische Biographie, es ist mehr eine zum Text mutierte Video-Reportage, wie sie zusammengeschnitten auch auf einer DVD (oder einem Musik- oder Dokusender) erscheinen könnte &#8211; neben blitzlichthaft ausgeleuchteten Szenen des Protagonisten in Action kommen kleine Featurettes dazu. So versteht man nach der Lektüre denke ich besser, was zwischen Robbie Williams und Guy Chambers vorgefallen ist, oder kann sich die spezielle wechselhafte Beziehung zwischen RW und Take That zusammenreimen. Aber ein konsistentes Bild, einen Lebensabriss des Sängers und vor allem Musikers Robbie Williams, sucht man vergebens &#8211; man muss sich die einzelnen Schnipsel schon zusammensuchen.</p>
<p>Tatsächlich erinnert mich <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499619989?ie=UTF8&#038;tag=simo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499619989">Feel: Robbie Williams</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=simo-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3499619989" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> stark an die zweite Staffel von <em>Californication</em>, in der Hank Moody on/off das abgedrehte Leben von Popstar Hal Ashby mitlebt, um über ihn zu schreiben.</p>
<p>In dieser eher nichtlinearen Erzählstruktur liegt auch der grosse Vorzug von Heaths Biographie &#8211; gerade weil er nicht versucht, das endgültige Buch über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robbie_Williams">Robert Peter Williams</a> aus Stoke-on-Trent zu schreiben, ermöglicht er einen relativ unverfälschten Blick auf das Leben eines Popstars, aus dem Blickwinkel hinter den Kulissen, und dieser Blickwinkel macht die nur wenig strukturierte Zusammenstellung faszinierend.</p>
<p>Die Person allerdings, die er beschreibt, ist &#8211; ausser für Fans &#8211; wohl eher mässig interessant &#8211; es gibt spannenderes als furzende, sich einsam fühlende, notorisch kaffeetrinkende Millionäre mit Depressionen, die in Kalifornien in <em>gated residences</em> ohne Führerschein Luxusautos fahren und in panischer Paranoia vor der britischen Yellow Press gefangen sind.</p>
<p>Mir hat diese Nicht-Biografie gefallen, weil sie mich einen anderen RW erleben lässt als den, den die Hochglanzfotos und Musikvideos zeigen &#8211; einen Künstler, der von Dämonen getrieben wird, die vielen Künstlern, egal ob Musiker, Maler oder Autoren, ständige altbekannte Begleiter sind. Für Fans ist <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499619989?ie=UTF8&#038;tag=simo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499619989">Feel: Robbie Williams</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=simo-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3499619989" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ohnehin unverzichtbar.</p>
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