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	<title>Rezensionen &#187; Ernährung</title>
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	<description>von Petra Hildebrandt</description>
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		<title>Felicity Lawrence &#8211; Not on the label</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 11:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence, Felicity]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
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		<description><![CDATA[Felicity Lawrence ist Mitarbeiterin des Guardian und, man möchte fast sagen, Journalistin alter Schule, eine die mit offenen Augen und Ohren ihre Themen recherchiert und auch nicht vor Gegenwind zurückschreckt. Ihr Buch Not on the Label What really goes into the food on your plate erschien bereits 2004; dem Thema Essen und food politics widmet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.guardian.co.uk/profile/felicitylawrence">Felicity Lawrence</a> ist Mitarbeiterin des Guardian und, man möchte fast sagen, Journalistin alter Schule, eine die mit offenen Augen und Ohren ihre Themen recherchiert und auch nicht vor Gegenwind zurückschreckt. Ihr Buch<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141015667?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0141015667"><br />
<h3 align=center><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51RXAZ53BCL._SL160_.jpg"></p>
<p>Not on the Label<br />
What really goes into the food on your plate</h3>
<p></a></p>
<p>erschien bereits 2004; dem Thema Essen und <em>food politics</em> widmet sie sich seit rund 20 Jahren. Das Buch basiert zum Teil auf Feature-Artikeln, die sie für den Guardian geschrieben hat. Obwohl deswegen ein Teil der Daten darin heute veraltet ist, wirft es dennoch einen erschreckend aktuellen Blick auf die vor allem britische Welt der Nahrungsmittel in Supermärkten; man kann aber davon ausgehen dass das meiste davon heute 1:1 auch auf den Rest Europas übertragbar ist.</p>
<p>Das erste Kapitel, &#8220;Chicken&#8221;, widmet sich der Massenproduktion von Geflügel &#8211; von den (un-) hygienischen Bedingungen ihrer Schlachtung, über das grenzenlose Verschieben von Hühnerteilen und deren Verfallsdatum quer durch die EU, bis hin zum Aufbessern des Verkaufsgewichtes mittels &#8220;hydrolisierten Proteinen&#8217;, die auch schon mal vom Schwein (100 % halal) oder dem Hirn eines BSE-Rindes kommen können. Spätestens hier und bei der Zutatenliste eines bekannten Fastfood-Geflügelbestsellers könnte man als Leser beschliessen, nie mehr im Leben  irgendetwas mit Huhn in der Systemgastronomie zu essen.</p>
<p>In diesem Kapitel legt Lawrence bereits deutliche Hinweise auf den Schwerpunkt des Buches aus &#8211; zwar geht es ihr auch um die organisierte Lebensmittelpanscherei in der industriellen Produktion von Nahrung; vor allem aber will sie aufzeigen, dass das &#8216;System&#8217; Supermarkt mit seinem Preisdruck, der Verlagerung von Lagerflächen auf die Strasse, und der abartigen Erpressung der Erzeuger Schuld daran ist, dass wir nicht preisgünstigere, sondern im Wortsinne billigere Lebensmittel zu hohen Kosten auf anderen Gebieten vorgesetzt bekommen.</p>
<p>So dreht sich das Kapitel &#8216;Salad&#8217; auch nur vordergründig um gewaschene Blätter in gasgefüllten Beuteln, die das ach so gesunde Grün ebenso frisch halten wie sie ihm jeglichen Nährwert nehmen. Schnell kommt sie auf ein Thema, das sich durch das ganze Buch wie ein roter Faden zieht: die Ausbeutung, ja sklavenähnliche Haltung von Farmarbeitern &#8211; in England pakistanische oder auch EU-interne Migranten, die von Ganglords unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet werden; in den Plastikgewächshaus-Monokulturen Spaniens dann Algerier und Marokkaner, die wie Vieh in winzigen Kaschemmen leben. Sklaverei existiert &#8211; mitten unter uns, in den reichsten Nationen der Welt &#8211; damit wir billigen gewaschenen Salat im Supermarkt vorfinden? Etwas läuft hier grundlegend falsch.<br />
<span id="more-658"></span><br />
Auch für die Ökologie der industrie-landwirtschaftlich genutzten Regionen bleibt die Massenproduktion nicht ohne Folgen; neben der erhöhten Nitratbelastung von (austrockenenden) Böden und Gewässern und der Verseuchung der Landschaft und der Menschen mit Pestiziden kommt reichlich sozialer Sprengstoff hinzu. Und schon heute investieren die europäischen Großhersteller in Nordafrika, wo die Böden noch unverbraucht und die Löhne noch billiger sind, wo statt mit Umwelt- und Sozialauflagen der EU-Länder mittelfristig eher mit scharenweise anreisenden weiteren migrantischen Arbeitern vom gesamten schwarzen Kontinent zu rechnen ist.</p>
<p>Ein Grund dafür, dass das System Supermarkt funktioniert, ist die Tatsache dass Transporte zu billig sind. Das Einfliegen von Bohnen aus Kenia ist dank nicht besteuerten Kerosins billiger, als die Bohne in Europa zu produzieren. Und auch innereuropäisch sind Transporte noch zu preisgünstig.</p>
<p>Interessant sind nicht nur die Beobachtungen, die Lawrence hinsichtlich Obst und Gemüse macht. Etwa dass wir Supermärkten und deren nicht geringer politischer Einflussnahme (Lord Sainsbury hatte einen direkten Draht nach Downing Street) den Normungswahn für Früchte und Gemüse verdanken, und dass im Grunde fast nichts im Supermarkt reif geernetet anlandet, weil es ja vergammeln könnte. Ein Farmer, der einem lokalen Supermarkt neben seinem Hof angeboten hat, in der Saison reife Pflaumen direkt dorthin zu liefern, wurde beschieden das gehe nicht, die entsprächen nicht den vorgeschriebenen Schönheits- und Reifenormen, und waren nicht lang genug haltbar.</p>
<p>Frisch bedeutet auch &#8220;perishable&#8221;, frische Waren altern und verändern sich &#8211; der Supermarkt will von allem etwas anbieten, um den Kunden nur bei sich einkaufen zu lassen, deswegen darf möglichst kein Produkt mal nicht verfügbar sein, es soll immer standardisiert schmecken &#8211; eine McDonaldisierung der Lebensmittel. So wird Brot mit dem halben Chemiebaukasten leicht und locker, federnd und wochenlang haltbar gemacht, Äpfel oder Kartoffeln oder Gurken müssen Werten auf Farb- und Gewichtsskalen entsprechen und frei von Schalenfleckchen sein, um akzeptiert zu werden. Das Risiko und die finanzielle Last all solcher Marotten tragen vor allem die Produzenten, während die Konsumenten Ware bekommen, die perfekt aussieht, aber Geschmack und Nährwerte schon lang auf dem Weg eingebüsst hat.</p>
<p>Abschliessend widmet sich Lawrence der schönen neuen Welt der Fertiggerichte, die vor allem für den Hersteller und Supermarkt &#8216;added value&#8217; versprechen &#8211; in den Packungen schlummern massenhaft subventionierte Kohlenhydrate, angereichert mit Industriefetten und Aromen, und das alles wird als gesunde leckere Kost an den Käufer gebracht.</p>
<p>Einen weiteren Aspekt des steigenden Marktanteils der großen Supermärkte sollte man nicht ausser Acht lassen &#8211; auch in Deutschland sterben seit Jahren kleine und vor allem unabhängige Händler und Produzenten. Es gibt Landstriche, da gibt es keinen Laden mehr, keinen Bäcker im Ort, keinen Metzger; da gibt es nur den Supermarkt im nächsten größeren Ort. Wer nicht mobil ist, hat massive Schwierigkeiten einzukaufen. Und selbst in grossen Städten gibt es nur mit viel Glück noch einen Bäcker der nicht zu einer Kette gehört, einen klassischen Schlachter, oder vielleicht (türkische) Gemüseläden mit eigener Metzgerei, alles andere ist Supermarkt, Discounter und Massenfertigungs-Kettenbäcker.</p>
<p>5 Konzerne teilen sich mittlerweile die europäische Supermarktwelt, 5 Konzerne, die den Produzenten diktieren wie sie was und wann zu welchem Preis zu liefern haben. Perfide am Preisdruck der Supermärkte ist, dass sie nicht nur dem Konsumenten suggerieren, alles sei billiger zu haben &#8211; auch wenn die Kunden diejenigen sind die z.B, die Milchproduktion in Europa per Steuergeldern subventionieren &#8211; sondern die Politik hat auch kein Interesse daran, den marktbeherrschenden Methoden der Konzerne auf die Finger zu schauen, denn sie halten die gefürchtete Inflationsrate niedrig&#8230;</p>
<p>Lawrence setzt in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141015667?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0141015667">Not on the Label</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0141015667" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> viele alt bekannte, aber auch eine Menge neue Erkenntnisse über die Macht der Lebensmittelmultis in einen großen Gesamtzusammenhang. Sie zeigt, dass all die Dinge, die an unserer Lebensmittelproduktion und dem Wachsen globaler Handelsgiganten statt der Erhaltung lokaler Märkte falsch sind, nicht zufällig so sind, sondern einem großen, systematischen Plan folgen. Einem Plan, der den Einkäufer zum billig abgefütterten und geschröpften Konsumentenvieh macht, und nur eins schafft: mehr Profit für die Supermärkte.</p>
<p>Das ist keine schöne Lektüre, aber eine notwendige. Ich würde mir ein solches Buch aktualisiert für Deutschland und den gesamteuropäischen Raum wünschen. Lesenswert ist es auf jeden Fall, auch mit 6 Jahren Abstand und von dieser Seite des Kanals aus. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141015667?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0141015667">Not on the Label</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0141015667" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> macht deutlich, wie dringend Europa Konzepte wie <em>eat local</em> braucht, damit Europas Verbraucher irgendwann überhaupt noch eine Wahl haben was sie kaufen, und bei wem.</p>
<hr />
&nbsp;<br />
Aktuelle Artikel von Felicity Lawrence zum Thema Lebensmittelindustrie kann man <a href="http://www.guardian.co.uk/profile/felicitylawrence">auf der Website des Guardian</a> finden.</p>
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		<title>Wo die glücklichen Hühner wohnen</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 06:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Meuth, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Neuner-Duttenhofer, Bernd]]></category>
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		<category><![CDATA[Warenkunde]]></category>

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		<description><![CDATA[Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität? dachte ich, als ich Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand &#8220;richtig und falsch&#8221; in Ernährungsdingen im Wortsinn auf&#8217;s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität?</em> dachte ich, als ich</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785723385?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3785723385"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41UHFPv1u0L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: <br />Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen</a></h3>
<p>das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand &#8220;richtig und falsch&#8221; in Ernährungsdingen im Wortsinn auf&#8217;s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst mal skeptisch. Doch als ich dann das schwere Hardcover &#8211; insgesamt 460 reich und bunt bebilderte Seiten, mit farbigen Markierungen am Schnitt zu den einzelnen Themengebieten &#8211; aufschlug, dauerte es nicht lang bis mich die Sachkenntnis und Begeisterung der beiden bekannten TV-Köche zu angeregtem Weiterlesen animierte.</p>
<p>Was Meuth und Duttenhofer hier vorlegen, ist ein kritischer und informativer Blick auf die Produktion von Lebensmitteln sowie auf mögliche Alternativen zur konventionellen Lebensmittel-Massenindustrie. Die Themen des Buches reichen von &#8220;Qualität fürs Leben&#8221; und &#8220;Klasse statt Masse&#8221; &#8211; ein sehr aufschlussreiches Kapitel, welches zeigt dass nicht alles was SlowFood ist automatisch auch &#8220;bio&#8221; sein muss &#8211; über die Herstellung von Getreide und Brot (mit einem recht ausführlichen Brotartikel, der auch das exzellente Food- und Brotblog meiner Freundin <a href="http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/">Chili &#038; Ciabatta</a> nennt), zu Gemüse, Kräutern und Obst.</p>
<p>Im Bereich Fleischproduktion steht stellvertretend für andere Arten das Schwäbisch-Hällische Landschwein als Beispiel für eine artgerechte und naturgerechte Haltung und Aufzucht von Tieren, auch die Produktion von Geflügel- und Rindfleisch betrachten die Autoren kenntnisreich, es geht weiter zu Fisch, Wild, Lamm und Wurst, Schinken und Speck.</p>
<p>Sehr ausführlich und informativ ausgearbeitet ist das Kapitel über Milchprodukte, das u.a. das Für und Wider von H-Milch beleuchtet, nach der Natur im Joghurt fragt, und sich natürlich auch der &#8220;guten&#8221; Butter widmet. Schliesslich gibt es noch ein Kapitel zum Thema Eier, sowie einen höchst informativen Anhang, der ein Quellenstudium erheblich erleichtert.</p>
<p>Mein Lieblingsartikel im Buch allerdings ist ein Bericht der Autoren vom Besuch bei einem holländischen Tomatenzüchter, der unter Glas mit modernster HiTech pestizidfreie leckere Tomaten anbaut. Unbedingt lesen!</p>
<p>Die grosse Bandbreite von Themen, die Meuth und Duttenhofer hier mit Fachkenntnis abdecken, ist exzellent aufbereitet, gut verständlich, aber was noch viel wichtiger ist, unterhaltsam und spannend zu lesen. Aufgrund der Faktenfülle wird wohl kaum jemand das Werk am Stück durchlesen, sondern eher nach bestimmten Themen suchen, oder sich kapitelweise daran versuchen. Hat man sich erst mal festgelesen, möchte man dann aber auch weiterforschen, was es noch so alles zu entdecken gibt.</p>
<p>Bernd Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth haben sich augenscheinlich bestimmten Lieblingsthemen mehr gewidmet als anderen (was vollkommen in Ordnung geht). Zu manchen Themenbereichen liessen sich auch andere, vielleicht auch bessere Beispiele finden als die hier vorgestellten, aber was das Buch über seine reine Funktion als (fabelhaftes) Nachschlagewerk zu Lebensmittelqualität hinaus lesenswert macht, ist eben auch der direkte, persönliche Bezug der Autoren zu ihrem Subjekt und der individuellen Umsetzung der Ideen, sei es das eigene schwäbisch-hällische Landschwein oder die Hühnereier aus der hofeigenen Produktion.</p>
<p>Die Handvoll Rezepte, die durch das Buch eingestreut sind, empfinde ich als eher überflüssig &#8211; dieses Buch braucht keine Rezeptdreingabe von zweien, von denen der Leser bereits weiss, dass sie kochen können, es kann für sich stehen.</p>
<p>Eine<strong> Fibel des guten Essens</strong>, die man auch als altgedienter Foodie noch gern zur Hand nimmt und viel Wissenswertes und auch Neues darin finden kann &#8211; für&#8217;s eigene Regal wie als Geschenk wärmstens zu empfehlen.</p>
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		<title>Dr. Sandra Cabot &#8211; Das Leber-Reinigungs-Programm</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2008/12/dr-sandra-cabot-das-leber-reinigungs-programm/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 03:54:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cabot, Sandra]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Entgiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Leber]]></category>

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		<description><![CDATA[“So verbessern Sie Ihre Leberwerte und entgiften Sie Ihren Körper” verspricht die australische Ärztin Dr. Sandra Cabot in Das Leber-Reinigungs-Programm Und nach den üblichen credentials geheilter Patienten, wie sie zu jeder Wunderkur gehören, erläutert Cabot die Grundlagen ihres Plans, mit lexikalischem Wissen über die Leber, tollen Diagrammen, und vielen ebenso vagen wie durch keinerlei Studien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“So verbessern Sie Ihre Leberwerte und entgiften Sie Ihren Körper” verspricht die australische Ärztin Dr. Sandra Cabot in</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442162424?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442162424"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/21Mfd-2uLzL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Das Leber-Reinigungs-Programm</a></h3>
<p>Und nach den üblichen <em>credentials</em> geheilter Patienten, wie sie zu jeder Wunderkur gehören, erläutert Cabot die Grundlagen ihres Plans, mit lexikalischem Wissen über die Leber, tollen Diagrammen, und vielen ebenso vagen wie durch keinerlei Studien oder Quellen belegten Behauptungen.</p>
<p>Immerhin weiss Dr. Cabot einiges über Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren und hat auch schon mal davon gehört dass der menschliche Körper Cholesterin braucht, aber prompt empfiehlt sie anschliessend den Verzehr von möglichst wenig tierischem Eiweiss und das Wegschneiden allen bösen Fetts…</p>
<p>Die Lehre von Dr. Cabot windet sich im wesentlichen um einen Satz von Regeln, ich nenne sie mal ihre 12 Gebote:</p>
<ol>
<li>Hören Sie auf Ihren Körper</li>
<li>Trinken Sie viel stilles Mineralwasser</li>
<li>Essen Sie wenig Zucker</li>
<li>Zählen Sie nicht ständig Kalorien</li>
<li>Meiden Sie unverträgliche Nahrungsmittel</li>
<li>Achten Sie auf einwandfreie Nahrungsmittel</li>
<li>Essen Sie nicht wenn Sie Stress haben</li>
<li>Kaufen Sie Produkte aus biologischem Anbau</li>
<li>Achten Sie auf Ihre Eiweissquellen</li>
<li>Wählen Sie Brot und Brotaufstriche klug aus</li>
<li>Vermeiden Sie Verstopfung</li>
<li>Verwenden Sie die richtigen Fette</li>
</ol>
<p><span id="more-305"></span><br />
Bei einigen dieser Punkte, die sie dann jeweils noch mit einer Erläuterung versieht (etwa nur Biobrot zu essen und auf jegliche Butter oder Margarine zu verzichten), kann ich nur den Kopf schütteln oder frei nach Homer Simpson <strong>D’oh!</strong> sagen &#8211; toll, hören Sie auf Ihren Körper, das ist mal konkret.</p>
<p>Bei Punkt 11 wundert es mich dann auch nicht mehr dass unter den Nahrungsmitteln zur &#8220;Leberheilung&#8221; bei Cabot Flohsamen auftauchen, die als Abführmittel verwendet werden.</p>
<p>Dennoch hege ich keinen Zweifel, dass in der Tat viele Menschen gesundheitliche Verbesserungen spüren werden, wenn sie sich an Cabots Ratschlägen orientieren &#8211; allein schon die massive Reduktion von Zucker und industriell gefertigten Nahrungsmitteln und ein bewussterer Umgang mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln sollte bei den meisten diesen Effekt haben.</p>
<p>Im Verein mit den (immer gleichen) Menüvorschlägen und Rezepten, die gut die Hälfte dieses Buches ausmachen, kommt am Ende bei Cabots &#8220;Programm&#8221; eine tendenziell vegetabile aber interessanterweise (auch dafür fehlt jegliche Erklärung) milchproduktfreie Vollwertkost heraus, die das Braten verbietet und beinahe komplett fettfrei ist.</p>
<p>Auffällig ist, dass quer durch das Buch immer wieder auf das Thema Abnehmen und Gewichtsverlust hin gewiesen wird, während Belege für die angeblich leberheilende Wirkung der vorgeschlagenen Ernährungsweise fehlen. Plötzlich macht die Kalorienregel wieder Sinn &#8211; juchheissa, noch eine Diät unter dem Deckmäntelchen eines medizinischen &#8220;Programms&#8221;. &#8211; Muss man dafür (noch) ein (Diät-Koch-) Buch kaufen? Nein.</p>
<p>Der Tag soll nach Cabot stets mit “Zwei Gläsern Wasser mit frisch gepresstem Zitronen- oder Orangensaft” beginnen, weil das die Entgiftung fördere &#8211; einen Hinweis auf das wie und warum sucht man vergebens, ebenso wie eine Erläuterung fehlt, wieso man anschliessend rohen Gemüsesaft trinken soll. Aber vermutlich klärt sich das, wenn man die weiteren Bücher der Autorin zum Thema <a href="http://www.amazon.de/gp/product/096739838X?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=096739838X">Juicing</a> kauft.</p>
<p>Die grundsätzliche und unreflektierte Verwendung von Tofu und Sojamilch in der Diät ist zumindest fragwürdig, gerade wenn man Cabots Punkte über unverträgliche Nahrungsmittel und &#8220;richtige&#8221; Eiweissquellen im Auge behält.  Die Empfehlung, Menschen mit einer schwachen Verdauung sollten mehr Rohkost essen, ist gelinde gesagt überraschend &#8211; meiner Erfahrung nach haben Menschen mit einer schwachen Verdauung nämlich massive Probleme mit Rohkost.</p>
<p>Auch was Fettprofile, “gesunde” Vollkornnudeln, Säure-Basen-Gleichgewicht und generelle Infos zu Lebensmitteln (z.B.: Erdnüsse sind keine Nüsse, Cashews kann man nicht &#8220;frisch&#8221; verzehren) sowie die Auswirkungen rauer Mengen Kohlenhydrate auf den Leberstoffwechsel angeht, kann ich bei der Lektüre nur den Kopf schütteln.</p>
<p>Die starke Fixierung auf Brot dürfte Cabot allerdings gerade im deutschen Sprachraum viele Fans einbringen.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442162424?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442162424">Das Leber-Reinigungs-Programm</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3442162424" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist alter Wein in neuen Schläuchen: eine fettarme eiweissarme kohlenhydrat- und ballaststoffreiche tendenziell vegetabile Ernährung, mit den Empfehlungen zu Rohkost und einem Obst- und Gemüseanteil von mindesten 40% in der Nahrung (plus Vollkorn und Hülsenfrüchte als Eiweissquellen) erinnert es stark an die Ernährungsratschläge von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442135338?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442135338">Fit for Life</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3442135338" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />.</p>
<p>Das ist weder neu noch revolutionär noch lesenswert.</p>
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		<title>Hans-Ulrich Grimm: Echt künstlich</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2007/11/hans-ulrich-grimm-echt-kunstlich/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 03:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Grimm, Hans-Ulrich]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Zusatzstoffe]]></category>

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		<description><![CDATA[Verstörend sind überwiegend die Bücher des Hans-Ulrich Grimm, jedenfalls für den gutgläubigen Konsumenten. Damit ist nicht der Konsumtrottel gemeint, der stört sich an gar nichts, wenn es nur billig ist. Grimm ist ein Journalist von der investigativen Sorte, und was er gründlich untersucht, das sind die Produkte der Nahrungsmittelindustrie, über die wir uns alle noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Verstörend sind überwiegend die Bücher des Hans-Ulrich Grimm, jedenfalls für den gutgläubigen Konsumenten. Damit ist nicht der Konsumtrottel gemeint, der stört sich an gar nichts, wenn es nur billig ist. Grimm ist ein Journalist von der investigativen Sorte, und was er gründlich untersucht, das sind die Produkte der Nahrungsmittelindustrie, über die wir uns alle noch viel zu viele Illusionen machen.</p></blockquote>
<p>schrieb <a href="http://www.zeit.de/2004/13/Siebeck_2fKolumne_13">Wolfram Siebeck 2004 in der ZEIT</a> über den ehemaligen SPIEGEL-Redakteur Grimm, der vielen von seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3608936130?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3608936130">Die Suppe lügt. Die schöne neue Welt des Essens</a> ein Begriff ist, oder Haustierbesitzern vielleicht auch durch seine Auseinandersetzung mit Masterfoods (dem Hersteller der meisten Marken-Tierfutter in Deutschland), wie <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&#038;dig=2007/03/07/a0115">hier im Interview mit der taz</a> zu lesen ist.</p>
<p>In</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3981091515?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3981091515"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/21MvfHblFSL._SL160_.jpg" border=0><br clear=all><br clear=all>Hans-Ulrich Grimm: Echt künstlich</a></h3>
<p>nun nimmt sich der Journalist wieder einmal sein Lieblingsthema vor, die Zusatzstoffe in Lebensmitteln, genauer, alles was eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelzusatzstoff">E-Nummer</a> hat.<br />
<span id="more-181"></span><br />
Der &#8220;reine&#8221; Prosa-Buchteil umfasst dabei nur etwa 70 Seiten, während die übrigen zwei Drittel des Buches eine nach Nummer sortierte kommentierte Erläuterung aller Lebensmittelzusatzstoffe mit E-Nummer sind. Wer schon Bücher von Grimm gelesen hat, kennt viele der Dinge, die er hier zusammenträgt aus der schönen neuen Welt der Geschmacksfälschung und Aromen, aber auch hartgesottene Kundige des lebensmittelrechtlichen Grauens finden noch Details, die ihnen das Fertigfutter im Halse stecken bleiben lassen.</p>
<p>Grimm erklärt das kleine Einmaleins all derer, die Aromen und Geschmacksverstärkern, Binde-, Konservierungs- und Säuerungsmitteln, Farbstoffen und Süßungsmitteln schon immer skeptisch gegenüber stehen. Er erklärt warum Fertignahrung (und ihre miserable Deklaration) für Allergiker ein Risiko darstellt, warum nicht immer die Dosis das Gift macht, er lässt uns einen Blick auf kumulierte Wechselwirkungen von Zusatzstoffen werfen (die sich potenzieren statt sich zu addieren) und stellt das Theorem von der &#8220;akzeptablen täglichen Dosis&#8221; von Substanzen auf den Prüfstand. Grimm zeigt seinen Lesern, wo die tatsächlichen Gefahren von künstlichen Nahrungsmitteln für den menschlichen Körper liegen, für welchen Geruch und Geschmack wichtige Orientierungskriterien bei der Nährstoffzufur darstellen, die damit ausgehebelt werden.</p>
<p>Wie sagte Johann Lafer kürzlich so schön in seiner Sendung Lafer: einfach kochen! : &#8220;Die Leute müssen lernen dass sie nichts kaufen dürfen wo E-Nummern hintendrauf stehen.&#8221; Besser kann man es nicht zusammenfassen.</p>
<p>Aufschlußreich ist auch, wie die Produzenten von Zusatzstoffen, vor allem von Geschmacksverstärkern, sich Fachkonferenzen und Wissenschaftler finanzieren, die dann die Unbedenklichkeit ihrer Produkte <em>vollkommen unabhängig und neutral</em> beurteilen &#8211; ein Schelm wer Böses dabei denkt.</p>
<p>Die Gefahren von Aspartam (und die Tatsache, dass 50 % aller Studien, bzw. <a href="http://www.holisticmed.com/aspartame/recent.html">92% aller nicht von der Aspartam-Industrie bezahlten Studien</a> diese belegen) führt Grimm ebenso aus wie das Problem der allgegenwärtigen Zitronensäure, die den Zahnschmelz zerstört. Zitat:</p>
<blockquote><p>Die Experten des Institutes (Bundesamt für Riskobewertung) konnten bei Zitronensäure in der gesamten wissenschaftlichen Literatur einfach keine unschädliche Dosis finden.&#8221; </p></blockquote>
<p>Zitronensäure fördert darüber hinaus die Bleiaufnahme im Körper sowie die Aufnahme von Aluminium, das wiederum an Alzheimer- und Parkinson-Erkrankungen beteiligt sein könnte (und <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/667925/">nach letzten Erkenntnissen auch an Brustkrebs</a>).</p>
<p>Sie forderten Warnhinweise auf allen Produkten die Zitronensäure enthalten &#8211; und das sind nicht wenige. Aber die Industrie fand das gar nicht gut, deswegen ist das Thema nun still und leise vom Tisch&#8230;</p>
<p>Auch der Unwillen gerade der deutschen Regierung, nötige Daten über den Zusatzstoffkonsum der Deutschen zu erheben,  wie von der EU gefordert und in anderen Ländern längst umgesetzt, spricht Bände.</p>
<p>So ist das Fazit dieses kurzen Buchs, dessen Info-Teil zum Thema E-Nummern auch bei <a href="http://www.food-detektiv.de/">Dr. Watson &#8211; Der Food-Detektiv</a> online verfügbar ist, für mich, dass es selbst mir als informierter Verfechterin guter Qualität noch über einiges die Augen geöffnet hat und ich nun noch bewusster einkaufen gehe.</p>
<p><strong>Es ist keine schöne Lektüre, aber eine aufschlußreiche und wichtige &#8211; empfehlenswert.</strong></p>
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		<title>Kristina Amelong &#8211; Ten Days To Optimal Health</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2007/09/kristina-amelong-ten-days-to-optimal-health/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Sep 2007 04:24:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amelong, Kristina]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Zehntagesprogramm zur Gesundung, das klingt zu schön um wahr zu sein &#8211; aber: zehn Tage sind ein Zeitraum, die man sich für eine Kuranwendung, eine testweise Umstellung des eigenen Lebenstils locker mal freischaufeln kann, und so fand ich Kristina Amelong &#8211; Ten Days to Optimal Health sehr interessant. Für das Buch, dessen Ernährungsempfehlungen sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Zehntagesprogramm zur Gesundung, das klingt zu schön um wahr zu sein &#8211; aber: zehn Tage sind ein Zeitraum, die man sich für eine Kuranwendung, eine testweise Umstellung des eigenen Lebenstils locker mal freischaufeln kann, und so fand ich</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0975589962?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0975589962"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/31AKQFZ172L._SL160_.jpg" border=0><br clear=all><br clear=all>Kristina Amelong &#8211; Ten Days to Optimal Health</a></h3>
<p>sehr interessant.</p>
<p>Für das Buch, dessen Ernährungsempfehlungen sich erfreulicherweise an den letzten Erkenntissen der Wissenschaft orientieren, sprach auch die sehr positive <a href="http://www.westonaprice.org/book-reviews/thumbs-up/406-ten-days-to-optimal-health.html">Rezension auf der Website der Weston A. Price Foundation</a>.</p>
<p>Kristina Amelong hat die typische &#8220;Karriere&#8221; von jemandem hinter sich, der in der Alternative-Medizin-Gemeinschaft landet &#8211; jahrelange erfolglose Versuche, ihre marode Gesundheit zu stabilisieren, am Leben zu bleiben, durch reine, gesunde (vollwertige, vegetarische) Nahrung zu gesunden, sich verschlimmernde und dem Medizin-Establishment unerklärliche Beschwerden, und schließlich die Entdeckung eines eigenen Weges, der Sinn macht und für sie zur Gesundung geführt hat. Vieles dieser Arbeit an sich selbst fällt unter &#8220;<a href="http://ebm.bmj.com/">evidence based medicine</a>&#8220;.</p>
<p><span id="more-176"></span>Die Autorin macht keinen Hehl daraus, dass sie selbst zertifizierte Therapeutin für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colon-Hydro-Therapie">Colon-Hydro-Therapie</a> ist und diese sowie zu Hause selbst angewendete Darmspülungen und Einläufe für hilfreich hält, sie sind ein Bestandteil ihres Gesundheitsprogrammes, zusammen mit einer nährstoffreichen Ernährung die frei von Getreiden und Zuckern ist, soweit verträglich rohe Milch und tierisches Eiweiss und Fett umfasst, und sich im großen und ganzen an den Empfehlungen der Weston A. Price Foundation bzw. letzter Low-Carb-Forschung orientiert.</p>
<p>Während der Ernährungsteil schlüssig und sinnvoll (und belegbar) ist, mangelt es jedoch den Empfehlungen für die Darmspülung an eben dieser Belegbarkeit. Was davon zu halten ist, hat Dr. Michael Eades in seinem Post über <a href="http://www.proteinpower.com/drmike/?p=943">Cures of the Past</a> sehr eindrucksvoll demonstriert, besonders erinnerlich ist mir aus den Kommentareen dazu dieser Absatz:</p>
<blockquote><p>I have asked several people after they had a colonoscopy done about what it looked like on the monitor and they all said pretty and pink. No mention of double cheeseburgers being lodged in there.<br />
<em><br />
That’s pretty much the case in colonoscopies. Pretty and pink. When I had one done about 10 years ago, which I watched in real time, mine was pretty and pink.</em></p></blockquote>
<p>Solchermassen neugierig gemacht, machte ich mich auf die Suche nach den <em>health claims</em> von Amelong &#8211; aber tatsächlich bleibt sie im ganzen Buch eine schlüssige und wissenschaftliche Erklärung (oder gar Studie) über den Nutzen von Colonirrigationen schuldig, ja sie äussert sogar:</p>
<blockquote><p>Many can be healthy without colon cleansing.</p></blockquote>
<p>Das beruhigt mich ungemein, wäre mir doch sonst schleierhaft wieso nicht die Menschheit an verstopften Gedärmen ausgestorben ist und jeder ab einem bestimmten Alter an einem geplatzen verkrusteten überfüllten Verdauungstrakt stirbt&#8230;</p>
<p>Ihr Verständnis der Medizin ähnelt dann auch mehr den Verfechtern der <em>Natural Hygiene</em>, die <a href="http://www.susunweed.com/">Susun Weed</a> gern als die Vertreter der <a href="http://www.susunweed.com/herbal_ezine/March05/healingwise.htm">Heroischen Tradition</a> bezeichnet,</p>
<blockquote><p>There is not one unified Heroic tradition, but many similar traditions collectively called the Heroic tradition. Alternative health care practitioners generally represent the Heroic thought pattern, symbolized by a circle.</p>
<p>This circle defines the rules, which, we are told, must be followed in order to save ourselves from disease and death. <strong>Healing in the Heroic tradition focuses on cleansing. According to this tradition, disease arises when toxins (dirt, filth, anger, negativity) accumulate.</strong> When we are bad, when we eat the wrong food, think the wrong thought, commit a sin, we sicken and the healer is the savior, offering purification, punishment, and redemption -. (Hervorhebung durch mich)</p></blockquote>
<p>Im wesentlichen ist Amelongs Buch eine Erklärung des Zehn-Tage-Plans (der möglichst dreimal hintereinander durchlaufen werden sollte) und eines daran anknüpfenden 5-Tage-Plans, der aus einer Art erweitertem Fasten mit nahrhaften Brühen und Rphmilch bestehen soll, summa summarum also eher eine 35-Tages-Detox denn ein Kur(z)programm. Aber ein Zehntagesplan verkauft sich nun einmal besser&#8230; Amelong wimet sich (nicht überraschend) ausführlich der Colon-Hydrotherapie und Anleitungen für Darmspülungen zuhause sowie &#8220;therapeutischen Einläufen&#8221; mit allerlei angeblich gesunden, leberstärkenden oder sonstigen Wirkungen.</p>
<p>Weder bin ich der Meinung, dass <em>homo sapiens</em> konzipiert wurde um sich die Darmflora mit pro Sitzung / Stunde etwa 120-200 Litern Wasser aus dem Körper spülen zu lassen, noch dass der menschliche Darm mit Einläufen mit Kaffee, ätherischen Ölen oder anderen Substanzen gestresst werden sollte, erst recht nicht in Eigenregie, ohne ernsthafte ärztliche Begleitung oder Indikation. Schon deswegen nehme ich von Amelongs &#8220;<a href="http://www.optimalhealthnetwork.com/">Optimal Health</a>&#8220;-Plan Abstand. Die Ernährungsrichtlinien schließlich sind so allgemein gehalten (wenn auch sinnvoll), dass sie für eine kurmässige Anwendung und für jemanden der sich mit der Materie nicht auskennt, untauglich sind &#8211; wer sich aber schon einmal mit den Ernährungsrichtlinien einer Low-Carb-Ernährung oder der <em>Weston A. Price Foundation </em>auseinandergesetzt hat, für den ist dieses Buch überflüssig.</p>
<p>Kurzum: <strong>nicht zu empfehlen.</strong></p>
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		<item>
		<title>Anna Lappé and Bryant Terry: GRUB</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2007/06/anna-lappe-and-bryant-terry-grub/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Jun 2007 11:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Lappé, Anne]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Terry, Bryant]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[What is GRUB?1. grub is healthy, local, sustainable food for all 2. grub is food that supports community, justice, and sustainability 3. grub should be universal definieren die Autoren des Buches ihre Mission auf der Webseite eatgrub.org, und wie das heutzutage so üblich ist, gibt es natürlich auch ein Begleit-Blog mit dem Titel Getcha Grub [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>What is GRUB?<br clear="all" /><br clear="all" />1. grub is healthy, local, sustainable food for all<br />
2. grub is food that supports community, justice, and sustainability<br />
3. grub should be universal</p></blockquote>
<p>definieren die Autoren des Buches ihre Mission auf der Webseite <a href="http://www.eatgrub.org/">eatgrub.org</a>, und wie das heutzutage so üblich ist, gibt es natürlich auch ein Begleit-Blog mit dem Titel <a href="http://grubbook.blogspot.com/">Getcha Grub On</a>.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass Konzepte wie <em>Eat Local</em>, das Unterstützen regionaler Strukturen und Handelsketten, und eine Auseinandersetzung damit wo unsere Lebensmittel tatsächlich herkommen, sehr wichtig und zukunftsweisend sind, nicht nur wenn es um die Ökologie geht, sondern auch im Hinblick auf transparente Produktion und Lebensmittelqualität. Das Buch</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1585424595?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1585424595"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/21ERD7KQVTL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Anna Lappé and Bryant Terry: GRUB<br clear="all" />Ideas for an urban organic kitchen</a></h3>
<p>verspricht eine interessante Lektüre und frische Ideen für das umweltbewusste Leben einer neuen, hippen jungen Generation, für die die Freude am guten Essen der Antrieb ist, nicht aber <em>Political Correctness</em>.<br />
<span id="more-158"></span><br />
Der erste Eindruck allerdings, als das Buch ankam und ich es auspackte, war enttäuschend. Denn, auch wenn die 334 Seiten auf &#8220;<em>acid free 100% recycled paper</em>&#8221; gedruckt sind, ist die Bindung doch alles andere als hochwertig, der Umschlageinband ist dünner, billiger Karton (eher dickes Papier), der nicht den Eindruck von Langlebigkeit macht und schon beim Ansehen Eselsohren bekommt.</p>
<p>Von einem Buch und Kochbuch, das sich mit <em>sustainability</em> befasst, erwarte ich eigentlich etwas das dem auch haptisch und qualitätsmäßig gerecht wird. Gedruckt ist das Buch komplett in Grün, was auf dem beinahe weissen Recyclingpapier suboptimal zu lesen ist &#8211;  ein Hinweis auf die verwendete Tinte oder Pigmente fehlt. Hier hätte ich mir einen stabilen Hardcovereinband und dafür billigere Druckfarbe gewünscht&#8230;</p>
<p>Doch was zählt ist bekanntlich der Inhalt.</p>
<p>Nach einem Vorwort von Eric Schlosser, Autor von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0141006870?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0141006870">Fast Food Nation</a>,  widmen sich die Autoren den &#8220;<em>six illusions</em>&#8221; der Konsumenten, die sich mit der Reinheit und Qualität der Nahrung befassen, mit Pestiziden, den wahren Kosten der Massenproduktion, aber auch mit der Illusion, dass wir angeblich immer mehr Lebensmittel zur Auswahl haben (das Gegenteil ist der Fall). Terry und Lappé machen weiter mit der Verfettung der Nation USA (leider an einigen Stellen auf fehlerhaften Daten basierend), und zeigen für den US-amerikanischen Markt auf, welche Multis sich hinter welchen vorgeblich gesunden Bio-/Ökomarken verstecken. Dabei erklären sie auch die jeweiligen amerikanischen Öko-Label und deren Vorzüge und Nachteile. Für Europäer ist das ganz unterhaltsam, aber nicht übertragbar auf unsere Lage &#8211; interessant ist wie sich große Konzerne wie Kelloggs und Heinz nach und nach Bio-Hersteller einverleiben und nun auch Bio-Cornflakes und Co. an den Kunden bringen. Die Überlegungen zu den Kosten importierter Nahrung (Geld das ins Ausland abfließt statt bei den lokalen Produzenten zu bleiben) sind interessant und auch für Europäer aufschlußreich.</p>
<p>Im zweiten Teil, <strong>Grub 101</strong>, wird das Hohelied der vegetabilen Vollwert-Körner-Tofukost gesungen, wenn auch politisch korrektes Fleisch eventuell auf den Speiseplan darf. Der letzte Stand der Ernährungsforschung wie ihn etwa die <a href="http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/pyramids.html">Harvard Medical School</a> vertritt, wird leider komplett ignoriert, was allerdings bei der Tochter von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Frances_Moore_Lapp%C3%A9">Frances Moore Lappé</a> nicht wirklich  überraschen kann.</p>
<p>Teil 3 soll Wege aufzeigen wie man die Prinzipien von <em>Eat Local </em>besser umsetzen kann, sich von der Nahrungsmittelproduktion der Multis, von Importen aus dem Ausland unabhängiger machen kann. Das könnte sehr spannend sein, ist aber erneut ausschließlich für den amerikanischen Leser zugeschnitten. Dennoch kann man auch hier nützliche Hinweise finden, spannend ist der Vergleich eines Einkaufs bei einer Bio-Einkaufskooperative gegen einen Supermarkt in New York City &#8211; die Kooperative schneidet günstiger ab.</p>
<p>Modelle wie <a href="http://www.localharvest.org/csa/">Community Supported Agriculture,</a> oder das Einkaufen von Vorräten beim Hersteller in größerer Menge setzen bestimmte logistische Möglichkeiten voraus die nicht jeder hat. Wirklich einfach umsetzbare Ziele und Ideen sind nur wenige zu finden.</p>
<p>Rund die Hälfte des Buches schließlich macht der <strong>Rezeptteil </strong>aus, der dazu auffordert, mit Freunden das gute Essen zu feiern, und dessen Rezeptthemen sich entsprechend um Festlichkeiten &#8211; von Mardi Gras bis Thanksgiving &#8211; drehen.  Die Auswahl reicht dabei von modernisierten Klassikern (Po&#8217;Boys mit Tempeh, Sweet Potato Fries) über Latino- und Texmex-Küche bis nach Asien. Mit Ausnahme von Fisch-Kebabs und -tacos sind die Rezepte ausschließlich vegetarisch. Bereichert werden die Köstlichkeiten um Musikvorschläge aus Weltmusik und von kleinen, unbekannteren Bands, um auch hier den Gedanken von GRUB weiterzuführen.</p>
<p>Der &#8220;Abspann&#8221; des Buches ist eine umfangreiche Quellen und Ressourcenliste zu den Themen des Buches, sowie eine vollständige Literaturliste.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1585424595?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1585424595">Grub: Ideas for an Urban Organic Kitchen</a> schneidet eine Menge Themen an, die jeden, der sich ernsthaft mit Nahrung und ihrer Qualität und Herkunft auseinandersetzt, betreffen und interessieren sollten. Leider, so muss sagen, war das Buch für mich dennoch ein Fehlkauf &#8211; aus drei Gründen.</p>
<p>1. ist <strong>Grub</strong> ausschließlich und sehr spezifisch für Amerikaner geschrieben. Wirklich hilfreich wäre ein solches Buch lokalisiert auch für Europa oder vielleicht sogar Deutschland (was die englische Urfassung natürlich nicht leisten kann).</p>
<p>2. So nett die Rezepte auch sind, von einem Sachbuch dieser Art hatte ich mir mehr als nur ein Kochbuch erhofft. Anstelle von Fakten, vielleicht auch tatsächlichen Lösungsansätzen wie andere &#8216;urbane&#8217; Menschen ihre Lebensmittel einkaufen, wie man auch andere als den vorgestellten Ernährungsstil leben kann, gibt es Tipps zur Küchenausrüstung, zum Gemüseputzen oder den Hinweis, man möge an Thanksgiving doch auch mal an die Probleme der Indianer denken. Auf dem Rückeinband steht</p>
<blockquote><p> The authors don&#8217;t browbeat you into politically correct dining.</p></blockquote>
<p>Doch genau das versuchen sie mit jedem zweiten Satz &#8211; das Buch kommt an vielen Stellen nicht aufklärend, nicht hilfreich, sondern belehrend daher, in der Art eines Selbsthilfebuchs &#8220;Wie werde ich ein besserer Mensch&#8221;.</p>
<p>3.  Die Fixierung auf vegetarische Getreide- und Tofukost, auf eine extrem kohlenhydratreiche pflanzenbasierte Nahrung ist extrem einseitig und zumindest für mich praxisuntauglich.</p>
<p>Wer ein <strong>vegetarisches Kochbuch mit neuen, ungewöhnlichen Ideen</strong> sucht, wird hier allerdings viele Anregungen finden.</p>
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		<title>Ghislaine Saint-Pierre Lanctôt &#8211; Die Medizin Mafia</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2007/04/ghislaine-saint-pierre-lanctot-die-medizin-mafia/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Lanctôt, Ghislaine]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>

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		<description><![CDATA[Gleich vorweg &#8211; selten habe ich ein so verqueres Buch gelesen, und ich bin aus den Reihen der Rohkost-, Instinkto- und sonstigen Ernährungsfetischisten und -faschisten so einiges gewöhnt&#8230; Ghislaine Saint-Pierre Lanctôt ist Medizinerin und hat viele Jahre als solche praktiziert. Enttäuscht von den Mißständen des Medizinsystems hat sie sich dann der Kritik an der Medizin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gleich vorweg &#8211; selten habe ich ein so verqueres Buch gelesen, und ich bin aus den Reihen der Rohkost-, Instinkto- und sonstigen Ernährungsfetischisten und -faschisten so einiges gewöhnt&#8230;</p>
<p>Ghislaine Saint-Pierre Lanctôt ist Medizinerin und hat viele Jahre als solche praktiziert. Enttäuscht von den Mißständen des Medizinsystems hat sie sich dann der Kritik an der Medizin verschrieben.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/3887214013&amp;tag=webhafen-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank"><br />
</a></p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/3887214013&amp;tag=swebhafen-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank"><img src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3887214013.01.MZZZZZZZ.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Ghislaine Saint-Pierre Lanctôt &#8211; Die Medizin Mafia</a></h3>
<p><span id="more-140"></span></p>
<p>Schon beim ersten Anlesen des Buches bin ich irritiert. Das Buch ist in Schwarz, Grau und zwei Gelbtönen als Schmuckfarben gehalten, die Typographie ist chaotisch &#8211; da werden mehrere Fonts, darunter der Hausfont der Anthroposophen, bunt durcheinandergemischt, allein im Inhaltsverzeichnis tummeln sich drei verschiedene Schriftarten in unterschiedlichen Größen, durch das gesamte Buch zieht sich ein typographisches Chaos, das offensichtlich gewollt ist, die Lesbarkeit aber nicht eben erhöht. Und auch die Qualität der Übersetzung läßt zu wünschen übrig &#8211; ganze Passagen lesen sich wie frisch aus einer Übersetzungssoftware, ohne dass sie Korrektur gelesen wurden; in der Interpunktion behält die Übersetzerin ihre falschen Kommasetzungen wenigstens konsistent durch das Buch bei.</p>
<p>Das alles könnte man hinnehmen, wäre der Inhalt des Buches nicht gleichermaßen wirr. Die Autorin hat viele aufschlußreiche Fakten und Hinweise zusammengetragen, die sie zum Glück in einer einigermaßen guten Literaturliste am Ende des Buches für Interessierte nachlesbar macht. Die einer wissenschaftlichen Überprüfung standhaltenden Thesen muß man jedoch aus einem Wust von Esoterikgeschwafel und abstrusesten Verschwörungstheorien heraussuchen.</p>
<p>Lanctôt hätte mit ihrem Buch eine Handhabe zu einer fundierten, wissenschaftlichen Medizinkritik liefern können &#8211; in den Bereichen, die sie anspricht, wie Krebs, AIDS, Unterdrückung alternativer Heilmethoden, Impfungen, gibt es auch in der Schulmedizin mehr Dogmen als Fakten. Die Präsentationsweise ihrer Ansichten macht es jedoch unmöglich, Fakt und Fiktion zu trennen, auch belegbare Tatsachen werden hier durch die Verquickung mit Äußerungen, die an paranoide Wahnvorstellungen erinnern, unlesbar, unbrauchbar, unglaubwürdig.</p>
<p>Ihre Auseinandersetzung mit dem Medizinsystem &#8211; inhaltlich teilweise durchaus nachvollziehbar &#8211; wächst sich aus zu einer weltumspannenden Verschwörung mit dem Bösen, personfiziert in Organisationen wie der WHO. Spätestens aber, wenn eine Ärztin behauptet, die Unterscheidung zwischen Viren und Bakterien sei eine künstliche, von der Pharmaindustrie aufgezwungene, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit für mich, egal wie gut ihre Einsichten zum Beispiel in alternative Heilmethoden sind.</p>
<p><strong>Ein krudes Machwerk, wirr geschrieben, mäßig ins Deutsche übertragen und furchtbar gedruckt.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nicolai Worm &#8211; Syndrom X</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2007/04/nicolai-worm-syndrom-x/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2007 07:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Worm, Nicolai]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Low-Carb]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Nicolai Worm, in Deutschland einer grösseren Zahl von Lesern vor allem durch sein Buch Low-Carb bekannt, legte im Jahr 2000 mit &#8220;Syndrom X&#8221; sein erstes grösseres Werk zum Thema Ernährung und Medizin vor. Im Gegensatz zu dem reinen &#8220;Diät&#8221;-Buch Low Carb geht Worm hier sehr genau ins Detail (und Gericht) mit der modernen Ernährung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Nicolai Worm, in Deutschland einer grösseren Zahl von Lesern vor allem durch sein Buch <em>Low-Carb </em>bekannt, legte im Jahr 2000 mit &#8220;Syndrom X&#8221; sein erstes grösseres Werk zum Thema Ernährung und Medizin vor. Im Gegensatz zu dem reinen &#8220;Diät&#8221;-Buch <a href="http://rezensionen.webhafen.de/2005/05/nicolai-worm-low-carb/">Low Carb</a> geht Worm hier sehr genau ins Detail (und Gericht) mit der modernen Ernährung.</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3927372234?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3927372234"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41u-zx8TgxL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Nicolai Worm &#8211; SYNDROM X &#8211; oder: Ein Mammut auf dem Teller</a></h3>
<p>Zunächst erläutert der Autor, was überhaupt unter <a href="http://www.eufic.org/article/de/ernahrungsbedingte-krankheiten/herz-kreislauf/artid/syndrom-x-lebenstil/">Syndrom X</a> zu verstehen ist. In den USA spricht man auch von <a href="http://www.megru.unizh.ch/j3/module/endokrinologie/endo.php?uniId=E92210&amp;di=10">metabolischem Syndrom</a> oder Insulinresistenz, und die meisten Wohlstandsbürger kennen die verbundenen Diagnosen &#8211; schlechte Cholesterinwerte, Übergewicht, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen &#8211; kurz: Zivilisations- oder Wohlstandskrankheiten.</p>
<p><span id="more-139"></span></p>
<p>Worm zeigt anhand aktueller Studien auf, dass die meisten dieser Probleme hausgemacht sind und wir mit einer wirklich gesunden Ernährung &#8211; der, an die der Mensch seit Tausenden von Jahren perfekt angepaßt ist &#8211; auch das Syndrom X heilen können. Nicht jedoch mit der zucker- und getreidereichen Industrienahrung der letzten 100 Jahre. Er nimmt auch die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter die Lupe, die seit Jahren die Forschungsergebisse etwa der Harvard Medical School ignoriert, um auch weiterhin industriegetreu die Mär vom gesunden Zucker und vom bösen Fett erzählen zu können.</p>
<p>Dass Bewegung automatisch schlank macht ist ebenso ein Märchen wie die Behauptung, dass ein reiner Gewichtsverlust automatisch die Insulinresistenz mindert. Komplexe Kohlenhydrate und hochungesättigte Fettsäuren sind das gesündeste Essen für den Menschen? Fleisch ist ungesund? Das Gegenteil ist der Fall. Das Thema der gesunden Fette und der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren kann Worm einfach und dennoch mit bestechender Fachkenntnis an den Leser bringen, und er bringt dabei auch gleich Licht in das dunkle Durcheinander von Thesen und Theorien über gutes und böses Cholesterin.</p>
<p>Das teilweise provokant geschriebene Buch ist ein Augenöffner für jeden, der sich mit dem Thema Ernährung befasst und bereit ist, die eigenen Glaubenssätze über gesundes Essen kritisch zu überprüfen. Worm liefert kenntnisreich eine Vielzahl von Fakten und Forschungsergebnissen aus der Medizin, die belegen, dass unsere Ernährung, aber auch unser Lebensstil, ganz anders aussehen muss, als wir bislang glaubten, wenn wir unserem Körper wirklich die Nährstoffe geben wollen, die er für ein fehlerfreies, gesundes Funktionieren benötigt.</p>
<p>Abgerundet wird &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3927372234?ie=UTF8&amp;site-redirect=de&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3927372234">Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller! Mit Steinzeitdiät aus der Wohlstandsfalle</a>&#8221; durch ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis aller zitierten Studien.</p>
<p><strong>Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Ärzte, Krankenschwestern und Ernährungsberater sein.</strong></p>
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		<title>Udo Pollmer &#8211; Esst endlich normal!</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2007 09:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Pollmer, Udo]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Diät]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer abnehmen will, braucht drei Dinge: einen starken Willen eine kalorienreduzierte Diät reichlich Bewegung Damit tut er oder sie etwas für die Gesundheit, minimiert das Risiko degenerativer Erkrankungen und verlängert das eigene Leben, entlastet dabei auch noch das Gesundheitssystem von Kosten.Richtig? Nein. Grundfalsch. Und zwar in allen Punkten. Diäten sind sinnlos und machen die meisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer abnehmen will, braucht drei Dinge:</p>
<ul>
<li>einen starken Willen</li>
<li>eine kalorienreduzierte Diät</li>
<li>reichlich Bewegung</li>
</ul>
<p>Damit tut er oder sie etwas für die Gesundheit, minimiert das Risiko degenerativer Erkrankungen und verlängert das eigene Leben, entlastet dabei auch noch das Gesundheitssystem von Kosten.Richtig?</p>
<p>Nein. <strong>Grundfalsch</strong>. Und zwar <strong>in allen Punkten</strong>.</p>
<blockquote><p>Diäten sind sinnlos und machen die meisten Menschen dicker, sagt der Ernährungsexperte Udo Pollmer. Warum dennoch immer wieder neue Wunderdiäten angeboten werden und Millionen Menschen &#8211; den seit langem bekannten Jo-Jo-Effekt ignorierend &#8211; jedes Mal von neuem darauf anspringen, erklärt er in seinem neuesten Buch. &#8220;Esst endlich normal! Wie die Schlankheitsdiktatur die Dünnen dick und die Dicken krank macht&#8221;, lautet der Titel, erschienen im Piper-Verlag.</p></blockquote>
<p>schreibt etwa <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/astuecke/89816/index.html">3sat in der Wissenschaftssendung <em>nano</em> zu einem Interview mit Udo Pollmer</a> zu seinem neuen Buch</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492249426?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3492249426"><img src="http://images.amazon.com/images/P/3492249426.01._AA_SCMZZZZZZZ_.jpg" title="Esst endlich normal" alt="Esst endlich normal" align="absmiddle" border="0" height="160" hspace="4" vspace="4" width="101" /></p>
<p>Udo Pollmer: Esst endlich normal!</a></h3>
<p>oder, etwas knapper und prägnanter: &#8220;<strong>Wer Angst vorm Essen hat, wird fetter.</strong>&#8221;</p>
<p><span id="more-136"></span></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Pollmer">Udo Pollmer</a> werfen seine Gegner gern vor, dass der Leiter des <a href="http://www.das-eule.de/index.html">Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften</a> bisweilen polemisch sei. Das ist so weit richtig, und wenn man sich wie Pollmer en detail mit den Lügen und Halbwahrheiten der Ernährungs- und Diätindustrie und vieler seiner Kollegen aus Medizin und Nahrungsmittelchemie befasst, ist Zynismus und Polemik wohl eins der wenigen Mittel, sich den (gesunden) Verstand zu bewahren statt an der Misere zu verzweifeln &#8211; denn was Pollmer da vor den interessierten Lesern ausbreitet ist nicht mehr und nicht weniger als eine Abrechnung mit der Diätgesellschaft, die &#8211; entgegen der wissenschaftlichen Beweislage und besseren Wissens &#8211; Diäten um jeden Preis propagiert und den Mythos von &#8220;Fettleibigkeit als Killer Nummer Eins&#8221; weiter verbreitet.</p>
<p>&#8220;Wer dieses Buch gelesen hat, wird nie wieder eine Diät machen.&#8221; schreibt der Piper-Verlag etwas reißerisch auf den Rückeinband, und doch, hat man sich das Buch erst einmal einverleibt und in aller Konsequenz verdaut und verarbeitet, muss man ihnen zustimmen.</p>
<p>Denn Udo Pollmer rollt das Feld geich von mehreren Fronten auf. Er zeigt, dass die amtlichen und massenmedialen Behauptungen über Zusammenhänge von BMI und (mäßigem) Übergewicht und Gesundheitsgefahren nicht bloß maßlos übertrieben, sondern mit statistischen Tricksereien erstunken und erlogen wurden, dass &#8211; und warum &#8211; Diäten biologischer Unsinn sind und auf die Dauer nicht nur nicht funktionieren, sondern am Ende sehr viel kranker machen.</p>
<p>Weiter stellt er die Frage nach den Vorteilen des Abspeckens (nämlich: keinen, wer abnimmt verbessert weder seine Gesundheit noch verlängert er dadurch sein Leben &#8211; ganz im Gegenteil! das ist eine Tatsache); nach den Motivationen und Folgen der von Renate Künast angestoßenen &#8220;<a href="http://www.ernaehrung-und-bewegung.de/">Plattform für Ernährung und Bewegung</a>&#8220;, die nach letztem Kenntnisstand genau das Gegentei von dem erreichen muß, was sie eigentlich anstrebt (und Millionen Euro Steuergelder verpulvert für Dinge, von denen a priori feststeht, dass sie nicht funktionieren werden). Und so stellt er auch die Gretchenfrage &#8211; <strong>cui bono</strong> &#8211; wem nützt das Ganze?</p>
<p>Nachdenklich macht Pollmer mit seinen Überlegungen zum Thema Diskriminierung &#8211; Gewicht ist erblich, Gewicht ist eine Veranlagungssache, der BMI ist zusätzlich denkbar ungeeignet als Meßinstrument (oder wer würde allen Ernstes George Clooney oder Brad Pitt für zu fett halten oder Renate Künast für gerade noch eben als dünn genug durchgehend?) und die Diskriminierung von Menschen mit einem von einer (willkürlichen) Norm abweichenden Körperbau ist ein grober Verstoß gegen die Menschenwürde. Aber wer nicht willig (oder fähig) ist sich dem erfolgreichen Abspecken zu unterwerfen, dem darf man anscheinend in Deutschland auch die Menschenwürde aberkennen&#8230;</p>
<p>Für mich besonders interessant sind seine (wie alle Behauptungen des Buches handfest durch Studien untermauerten) Erkenntnisse über die inneren Regelkreise und Funktionen des Körpers, die die alte Kalorien-In-Kalorien-Out-These ad absurdum führen, die deutlich zeigen, dass der menschliche Körper ein sehr viel komplexeres und schlaueres System ist als die Ernährungswissenschaftler uns weismachen wollen &#8211; und auch sehr viel besser als die aktuell politisch erwünschten Ernährungstrends tatsächlich weiss, was er braucht und was ihm gut tut, und <a href="http://www.welt.de/print-welt/article182457/Der_Koerper_holt_es_sich.html">sich genau das holt</a>.</p>
<blockquote><p>Unser Geschmack ist keine böse Laune der Natur, er hat einen evolutionären Sinn. Freude am Essen ist überlebensnotwendig. Wenn wir unserer Natur entsprechend handeln, empfinden wir Freude, wie bei der Sexualität. Aber wir wittern hinter jedem Genuß Fallstricke des Teufels.</p></blockquote>
<p>- zitiert nach einem <a href="http://www.welt.de/print-welt/article182457/Der_Koerper_holt_es_sich.html">Interview mit Pollmer in der WELT.</a></p>
<p>Genau die Lustfeindlichkeit, die protestantische Verzichtsethik ist es auch die Pollmer als zugrundeliegendes Syndrom unseres Diätwahns ausmacht, im Verein mit knallharten Wirtschaftsinteressen. So zitiert er selbst einen seiner Lieblingsgegner, den ehemaligen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Volker Pudel, so:<br />
<em>Es käme ihm so vor, als hätten Jahrzehnte Beratung nur eines erreicht: Die Menschen äßen, was sie immer gegessen haben, aber jetzt mit schlechtem Gewissen.</em></p>
<p>Und, auch das lernen wir bei Pollmer, Streß ist der größte Gegner der Gesundheit. Streß, das ist nicht nur Mobbing oder das Dasein mit Hartz V, Streß wird auch und vor allem vom Fernsehen verursacht &#8211; einer der größten Dickmacher (neben Diäten, die Pollmer deswegen auch auf den Index des für Abnehmwillige Verbotenen setzt) ist das Streßhormon Cortisol, und das wird schon bei mehr als 1 Stunde Fernsehen am Tag ausgeschüttet. Studien haben ergeben, dass <strong>bei gleicher Bewegung und gleicher Kalorienaufnahme</strong> eine zusätzliche Stunde (oder mehr) vor der Glotze am Tag das Gewicht signifikant erhöht.</p>
<p>Und so bleibt mir nach der Lektüre dieses Buches, das ich <strong>jedem</strong>, vor allem aber Abnehmwilligen, Ärzten, Ernährungsberatern, Eltern und ganz besonders Politikern, die gerade über finanzielle Zwangsmaßnahmen gegen Dicke nachdenken, ans Herz legen oder wahlweise auch über den Schädel ziehen möchte, nur noch eins &#8211; das Diäten an den Nagel zu hängen, und statt dessen meinem Körper Vitamin D (Tageslicht) zuzuführen und TV und Streß zu reduzieren. Das ist die beste Gesundheitsvorsorge.</p>
<p><strong>Lesen!</strong></p>
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		<title>Hanni Rützler &#8211; Was essen wir morgen?</title>
		<link>http://rezensionen.webhafen.de/2006/12/hanni-rutzler-was-essen-wir-morgen/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Dec 2006 05:40:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Rützler, Hanni]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Hanni Rützler ist Ernährungswissenschaftlerin und Ernährungspsychologin. In ihrem aktuellen Forschungsschwerpunkt (in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx) befaßt sich die Österreicherin vor allem mit Food Trends. Entsprechend analysiert sie in ihrem im Springer-Verlag erschienenen Buch die aktuellen Entwicklungen auf dem Lebensmittelmarkt, primär aus der Sicht von Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Gastronomie und Handel. Hanni Rützler &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hanni Rützler ist Ernährungswissenschaftlerin und Ernährungspsychologin. In ihrem aktuellen Forschungsschwerpunkt (in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx) befaßt sich die Österreicherin vor allem mit Food Trends. Entsprechend analysiert sie in ihrem im Springer-Verlag erschienenen Buch die aktuellen Entwicklungen auf dem Lebensmittelmarkt, primär aus der Sicht von Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Gastronomie und Handel.</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3211215352?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3211215352"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41cMo8RudrL._SL160_.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />Hanni Rützler &#8211; Was essen wir morgen?<br />
13 Food Trends der Zukunft</a></h3>
<p>Die 13 Trends, die sie ausmacht, sind</p>
<p><span id="more-124"></span></p>
<ul>
<li>Sensual Food – die neue Lust am Geschmack</li>
<li>Convenience Cooking – die neue Art zu kochen</li>
<li>Fast Casual – gesund und schnell genießen</li>
<li>Hand Held Food – Häppchen für Eilige</li>
<li>Health Food – neue Strategien für bewusste Esser</li>
<li>Cheap Basics – Spar-Oasen der Wohlstandskonsumenten</li>
<li>Ethic Food – Essen mit gutem Gewissen</li>
<li>Slow Food – Produkte mit authentischem Charakter</li>
<li>DOC Food – Produkte mit Herkunftsgarantie</li>
<li>Nature Food – hedonistisch, frisch und politisch korrekt</li>
<li>Clean Food – Purismus nicht nur für Allergiker</li>
<li>Mood Food – Essen als Emotionsmanagement</li>
<li>Functional Food – Essen als Therapie</li>
</ul>
<p>Die einzelnen Trends werden ausführlich und anschaulich erläutert und mit visuellen Methoden gut transportiert. Rützler beschreibt allerdings nur, ohne Stellung zu nehmen oder gar etwas in Frage zu stellen. Das ist ein löblicher wissenschaftlicher Ansatz, der es ermöglicht, die einzelnen Trends ohne allzuviel ideologische Überfrachtung zu betrachten. Gleichzeitig ist das Buch allerdings auch steril und nichts, das man wirklich am Stück lesen möchte &#8211; eher schon pickt man sich einzelne Kapitel passend zum jeweiligen Interessengebiet heraus &#8211; so etwa Nutritional Marketing und Markendehnung für Handels- und Werbespezialisten, oder Functional Food für die Lebensmittelindustrie.</p>
<p>Mir stellt sich beim Lesen die Frage nach der Zielgruppe. Hanni Rützlers Fachwissen wird bei multinationalen Nahrungsmittelkonzernen und großen Systemgastronomen gleichermaßen geschätzt, und dieses Buch macht sehr deutlich, dass sie ihr Handwerkszeug versteht &#8211; aber gleichzeitig ist es viel zu allgemein gehalten, um für Spezialisten tatsächlich von Interesse zu sein. Es liefert einen Überblick über ein komplexes Gebiet, aber um tatsächliche Handlungsansätze aus dem hier versammelten &#8220;allgemeinen&#8221; Wissen abzuleiten, dürften Experten auf eigenes und sehr viel detaillierteres Material zu Märkten und Menschen zurückgreifen.</p>
<p>Der Klappentext kündigt an, KonsumentInnen &#8220;spannende Einblicke in die essbare Konsumwelt von morgen und eine profunde Orientierungshilfe für einen bewussten Lebensmitteleinkauf&#8221; geben zu wollen. Genau das kann das Buch aber auf keinen Fall liefern, da es über eine reine Darstellung der schönen neuen Lebensmittelwelten nicht hinausreicht.</p>
<p>Interessant für den Verbraucher und vielleicht auch Einzelhändler ist die ausführliche Lebensmittelübersicht im Kapitel DOC-Food.</p>
<p>&#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3211215352?ie=UTF8&amp;tag=webhafen-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3211215352">Was essen wir morgen? 13 Food Trends der Zukunft</a>&#8221; ist informativ gemacht und gut aufbereitet, aber ohne Leidenschaft für das Thema geschrieben &#8211; ein Nachschlagewerk, in dem man einmal blättert und es dann zu anderen Hochglanzprodukten ins Regal stellt.</p>
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