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	<title>texte.webhafen.de &#187; E</title>
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	<description>Rezensionen und andere Texte von Petra Hildebrandt</description>
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		<title>Lajos Egri &#8211; Literarisches Schreiben</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Oct 2007 13:30:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Egri, Lajos]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Autorenhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Lajos Egri ist den meisten vor allem ein Begriff durch sein Buch über das Dramatische Schreiben (The Art of Dramatic Writing), das gemeinhin als Standardwerk gehandelt wird. Ich kenne The Art of Dramatic Writing nicht, weswegen ich den 1967 verstorbenen Ungarn nur an diesem Werk messen kann. Lajos Egri: Literarisches SchreibenStarke Charaktere &#8211; Originelle Ideen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lajos_Egri">Lajos Egri</a> ist den meisten vor allem ein Begriff durch sein Buch über das <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932909585?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3932909585">Dramatische Schreiben</a> (<em>The Art of Dramatic Writing</em>), das gemeinhin als Standardwerk gehandelt wird. Ich kenne <em>The Art of Dramatic Writing</em> nicht, weswegen ich den 1967 verstorbenen Ungarn nur an diesem Werk messen kann.</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932909682?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3932909682"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51C6N6WWW3L._SL160_.jpg" border=0><br clear=all><br clear=all>Lajos Egri: Literarisches Schreiben<br clear=all>Starke Charaktere &#8211; Originelle Ideen &#8211; Überzeugende Handlung</a></h3>
<p><span id="more-177"></span><br />
Das beim <a href="http://www.autorenhaus-verlag.de/autorenhaus-verlag.phtml">Autorenhaus-Verlag</a> erschienene Buch in der Übersetzung von Kirsten Richers ist in 11 Kapitel unterteilt:</p>
<ol>
<li>Schreiben für die Ewigkeit</li>
<li>Originalität</li>
<li>Emotion: Die Quelle der Leserbindung</li>
<li>Wichtig sein ist wichtig</li>
<li>Die Entwicklung einer Figur</li>
<li>Improvisation</li>
<li>Widersprüche in der Figur</li>
<li>Die Story in der Abhängigkeit</li>
<li>Wo finden Schriftsteller ihre Ideen?</li>
<li>Die Motivation</li>
<li>Prinzipien des Schreibens</li>
</ol>
<p>Ein durchaus interessant klingendes Inhaltsverzeichnis. Egri stellt die These auf, dass glaubwürdige, dreidimensionale Charaktere die Träger einer jeden guten Story sind &#8211; so weit gehe ich mit ihm konform. Nur leider sind die überreichlichen Beispiele, die der Autor dann aufführt, so uninspiriert, simpel gestrickt, nicht im mindesten dreidimensional und ausserdem  hausbacken, dass es mich bereits nach 40 von rund 200 Seiten schüttelt ob der banalisierenden Küchentischpsychologie, die der Autor da durchblicken lässt. Das mag mit dem Abstand zu erklären sein, der mich von einem Mann der 1888 geboren ist, trennt, aber nur teilweise. Natürlich hat er versucht, seine Beispiele zu abstrahieren, zu vereinfachen &#8211; aber ist das wirklich der Sinn einer Lektion in literarischem Schreiben (Englisch: <em>The Art of Creative Writing</em>)?</p>
<p>Die Figuren einer schlechten Soap Opera von heute haben mehr Tiefgang und Facetten als die Charaktere, die Egri hier als Lehrbeispiel aufführt. Darüber hinaus lassen sich seine Thesen auch sehr viel kompakter an den Leser bringen. Im wesentlichen, behauptet Egri, gehe jeglicher Antrieb eines Menschen / einer Figur von Unsicherheit aus, egal ob derjenige ein Psychopath und Mörder oder eine altruistische Mutter Theresa ist, und das einzige, was den Menschen neben Sicherheit wirklich interessiere sei seine eigene Wichtigkeit. Diese These hämmert er schlechtes Beispiel um schlechtes Beispiel in unzähligen Variationen in die Köpfe seiner Leser und Schreibschüler. Daneben greift Egri auf das Modell der einem Text zugrundeliegenden &#8220;These&#8221; (bei James N. Frey heisst dasselbe &#8220;Prämisse&#8221;), also des &#8220;Lehrsatzes&#8221; in einem Stück, welchen der Autor zu beweisen sucht, zurück.</p>
<p>Bücher über das Schreiben gibt es viele, und auch zur Charakterentwicklung (und Prämisse) lassen sich viele gute Werke finden. Dieses Buch von Lajos Egri gehört allerdings zu denen, die man meines Erachtens ob ihrer Banalität gut auslassen kann. <strong>Überflüssig.</strong></p>
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		<title>Barbara Esstman &#8211; Mare&#8217;s Milk</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Aug 2007 04:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Esstman, Barbara]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>

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		<description><![CDATA[Barbara Esstman fing nach eigenem Bekunden das Schreiben als Zeitvertreib in einer Midlife-Crisis an und meinte, es sei eine bessere Wahl als &#8220;Töpfern oder Makramee&#8221; gewesen &#8211; zweifelsohne, denn ihr Roman Night Ride Home wurde 1999 mit Rebecca de Mornay und Keith Carradine verfilmt. Warum auch immer der Verlag meinte, denselben Roman in Grossbritannien unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Barbara Esstman fing <a href="http://www.authorsden.com/visit/author.asp?AuthorID=71">nach eigenem Bekunden</a> das Schreiben als Zeitvertreib in einer Midlife-Crisis an und meinte, es sei eine bessere Wahl als &#8220;Töpfern oder Makramee&#8221; gewesen &#8211; zweifelsohne, denn ihr Roman <a href="http://www.amazon.de/gp/product/006097754X?ie=UTF8&amp;tag=simo-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=006097754X">Night Ride Home</a> wurde <a href="http://www.imdb.com/title/tt0177944/">1999 mit Rebecca de Mornay und Keith Carradine verfilmt.</a></p>
<p>Warum auch immer der Verlag meinte, denselben Roman in Grossbritannien unter dem Titel</p>
<h3 align="center"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41FYM8MQ78L._SL160_.jpg" /><br clear="all" /><br clear="all" />Mare&#8217;s Milk</h3>
<p>veröffentlichen zu müssen ist ein Rätsel das sich mir nicht erschließt.</p>
<p>Die Handlung spielt im Jahr 1947 in Missouri. An einem schönen Frühlingstag stirbt der 16-jährige Simon Mahler, als sein Pferd Zad, eine rassige Araberstute, über einen Felsbrocken stolpert und ihn dabei unabsichtlich abwirft, da er nur halb im Sattel gesessen und sich auf diesem herumgelümmelt hatte. Sein Vater, Neal, der die Pferdenarrheit seiner Ehefrau noch nie verstanden oder gut geheissen hat, lässt seine Frau &#8211; die vor Trauer ausser sich ist &#8211; einige Zeit in eine geschlossene Anstalt einweisen, wo man ihr mit Elektroschocks und Psychopharmaka noch den letzten Funken Verstand aus dem Hirn zu treiben versucht.</p>
<p>Noch in derselben Nacht erschiesst Neal Mahler Zad, die das Lieblingspferd seiner Frau war, und verkauft alle ihre Pferde, die Nora mit einem kleinen Erbe ihrer Großmutter finanziert hatte. Über Wochen versucht er diesen Akt der Grausamkeit vor Nora zu verbergen. Die Familie bricht schließlich auseinander, Neal zieht mit Tochter Clea in die Stadt und überlässt seine Frau, die seiner Meinung nach nur zu Verstand kommen muss, ihrem Schicksal. Sein Ziel ist es, die Farm zu verkaufen und alsbald nimmt er einen Job in Chicago an. Doch Nora will auf ihrem Grund und Boden bleiben.<br />
<span id="more-170"></span><br />
Ihr zur Seite stehen ihre Mutter, Maggie Rhymer, die nach Jahren des Globetrotterdaseins zurückkehrt, weil sie nicht mitansehen will, wie Neal die Ranch verkauft, auf der ihre Familie seit 70 Jahren lebt, und Ozzie Kliner, Jugendliebe von Nora und Pferdespezialist.</p>
<p>Erzählt wird das Ringen einer Frau um die 40 um ihre persönliche Freiheit und geistige Gesundheit in verschiedenen Abschnitten aus dem Blickwinkel der Haupthandlungsträger:</p>
<ul>
<li>Neal Mahler &#8211; ein erfolgreicher, skrupelloser Geschäftsmann und Städter, der seine Frau noch nie verstanden hat und glaubt, wenn sie ihm nur gehorcht und mit ihm in die Stadt zieht wird alles gut</li>
<li>Clea Mahler &#8211; das jüngere Kind von Nora und Neal, zerrissen zwischen ihren Eltern, die nicht weiss wem sie glauben soll</li>
<li>Nora Mahler &#8211; die Pferdenärrin die sich zum Wohle ihrer Ehe in den letzten zwanzig Jahren von fast allem abgenabelt hat das ihr etwas bedeutete, mit Ausnahme der Pferde. Nachdem Neal ihr die Pferde genommen hat, muss sie auch seelisch ganz von vorn anfangen. In der Öffentlichkeit steht sie als durchgedrehte Ehefrau und schlechte Mutter da</li>
<li>Maggie Rhymer &#8211; Noras Mutter, die als einzige Neal Mahler für das Wohl ihres Kindes und Enkelkindes die Stirn bietet</li>
<li>Ozzie Kliner &#8211; Noras Jugendliebe, der ihretwegen in den 2. Weltkrieg zog, sie auch 20 Jahre später noch liebt, und versucht Nora zu helfen wieder sie selbst zu sein &#8211; wenn sie es will</li>
</ul>
<p>Der Roman ist ebenso vorhersehbar wie herzerwärmend, und natürlich findet alles nach Irrungen und Wirrungen zu einem Happy-End &#8211; eine typische Frauen-Familien-Liebesgeschichte mit Pferden, die allerdings sehr gekonnt auf der emotionalen Klaviatur der Leser(innen) spielt &#8211; obwohl pferdebegeisterte Liebesromane nicht unbedingt mein Genre sind habe ich das Buch gern und mit Vergnügen gelesen &#8211; ausgezeichnete Unterhaltung, die in die Abgründe der menschlichen Seele blickt, und sich dabei um ein wenig Südstaaten-Familiensaga windet. Durch die geistige Zerrissenheit Noras gewinnt der Roman eine Tiefe über die Klischees der Gattung hinaus, die ihn lesenswert macht.</p>
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		<title>James Ellroy &#8211; The Cold Six Thousand</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jul 2006 00:05:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ellroy, James]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[John F. Kennedy]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther King]]></category>
		<category><![CDATA[Mobster]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;The Cold Six Thousand&#8221; ist das erste Buch von James Ellroy, das ich gelesen habe, insofern weiss ich nicht, ob seine Sprache in den anderen Werken sich zu ebenso extremen Formen aufschwingt. Denn die Sprache ist das, was dieses Buch schon beim Anlesen bemerkenswert und aussergewöhnlich macht &#8211; kurze, stakkatoartige Sätze, verdichtete, teilweise abgebrochene Prosa&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/0099893304&amp;tag=simo-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742">The Cold Six Thousand</a>&#8221; ist das erste Buch von James Ellroy, das ich gelesen habe, insofern weiss ich nicht, ob seine Sprache in den anderen Werken sich zu ebenso extremen Formen aufschwingt. Denn die Sprache ist das, was dieses Buch schon beim Anlesen bemerkenswert und aussergewöhnlich macht &#8211; kurze, stakkatoartige Sätze, verdichtete, teilweise abgebrochene Prosa&#8230; nur schwer erschließt sich am Anfang diese Art, die Handlung und die Gedanken der Protagonisten in winzige Bruchteile zu zertrümmern.</p>
<h3 align="center"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/0099893304&amp;tag=webhafen-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742"><img src="http://images-eu.amazon.com/images/P/0099893304.03.MZZZZZZZ.jpg" border="0" /><br clear="all" /><br clear="all" />James Ellroy &#8211; The Cold Six Thousand</a></h3>
<p>Setzt man die Splitter und Satzfragmente dann aber zu einem Ganzen zusammen, entfaltet sich ein schillerndes Panorama der US-amerikanischen Alpträume und Abgründe.</p>
<p><span id="more-65"></span></p>
<p>Wayne Tedrow, ein junger Polizist aus Las Vegas, erhält sechstausend Dollar &#8211; und einen Job in Dallas, von dem er irgendwann kapieren wird, dass es sich um eine der größten Vertuschungsaktionen für eine Verschwörung handelt, die er sich nur vorstellen kann. Was beginnt, ist eine Reise in die Unterwelt der Vereinigten Staaten &#8211; im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.</p>
<p>Ob Ku Klux Klan oder Vietnam, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Kennedy">Robert Kennedy</a> und die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mobster">Mobsters</a> oder <a href="http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/hoover/hintergrund/">Hoover und Martin Luther King</a>, <a href="http://www.ellroy.com/">Ellroy</a> lässt keines der finsteren Themen der Sechziger aus, und verwebt die fern wirkenden Handlungsstränge zu einem erschreckenden Pandämonium aus Betrug, Erpressung, Angst, Paranoia, Verschwörungen und Rassismus.</p>
<p>&#8220;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN/0099893304&amp;tag=webhafen-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742">The Cold Six Thousand</a>&#8221; wirft so manche bohrende Frage über die tatsächlichen historischen Abläufe dieser Zeit erneut auf. Mit den erbarmungslos gezeichneten Charakteren begibt sich der Leser in die unausweichliche Abwärtsspirale ihrer Leben und Beziehungen &#8211; und der Geschichte.</p>
<p>Ob man mit Ellroys Sicht der Dinge konform geht und hinter der Ermordung John F. Kennedys ein riesiges Komplott sieht, oder den Roman als eine etwas abgedrehte alternative Geschichtsversion betrachtet &#8211; die Gnadenlosigkeit seiner Vision, die den Zeitraum von Kennedys Ermordung bis zur Wahl, die Nixon ins Weisse Haus brachte, umspannt, macht dieses Buch zu einem der <strong>großen amerikanischen Gegenwartsromane. </strong></p>
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