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	<title>texte.webhafen.de &#187; B</title>
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	<description>Rezensionen und andere Texte von Petra Hildebrandt</description>
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		<title>Anthony Bourdain &#8211; So koche ich</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 09:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bourdain, Anthony]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Buch beschreibt Anthony Bourdain, wie ein Laie zu Hause Gerichte wie die der Küche des Les Halles, wo er einige Jahre Küchenchef war, mit viel Vorbereitung und wenig finalem Aufwand auf (semi-) professionellem Niveau selbst herstellen kann. So koche ich. Im Les Halles, New York Geschrieben ist das Werk, als würde Tony himself [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Buch beschreibt Anthony Bourdain, wie ein Laie zu Hause Gerichte wie die der Küche des Les Halles, wo er einige Jahre Küchenchef war, mit viel Vorbereitung und wenig finalem Aufwand auf (semi-) professionellem Niveau selbst herstellen kann. </p>
<p><center><img src="http://www.23hq.com/23666/5530232_3aedbebdb42ffe249805365c4e9c9b35_standard.jpg" alt=""  border=0/></center></p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/389667269X?ie=UTF8&#038;tag=foodfreak-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=389667269X">So koche ich. Im Les Halles, New York</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=foodfreak-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=389667269X" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /><br />
</h3>
<p>Geschrieben ist das Werk, als würde <em>Tony himself</em> direkt zum Leser als Kochlehrling sprechen, in einem auf Deutsch manchmal etwas befremdlich anmutenden Duktus, was auch an der Problematik liegen könnte, seinen Slang in eine andere Sprache zu übertragen. In der gewohnt rotzigen, kerligen Art, die er zu kultivieren pflegt, mit ein bisschen Flair im Stil von &#8220;ein Koch erscheint nur dan nicht zur Arbeit wenn seine Mama gestorben ist oder er mit den Füssen voraus rausgetragen werden muss&#8221;, führt Bourdain den Leser durch das kleine und grosse Kücheneinmaleins einer professionell arbeitenden Küche, von Mise-en-place (zu lauter Lieblingsmusik,  was bei ihm zu einer Zen-Übung wird) über Kalbsfond und <em>demi-glace</em> bis zu den Höhen und Tiefen der klassisch-französischen (Fleisch-) Küche.<br />
<span id="more-625"></span><br />
Obwohl ich seine unkonventionelle Ansprache witzig finde, stört sie mich bei diesem Buch etwas &#8211; die Rezepte, die Bourdain vorstellt, sind im grossen und ganzen Küchenklassiker, down-to-earth, und es ist ermutigend dass er zeigt wie man &#8220;aus den ekligen schwabbligen Teilen&#8221; richtig gutes Essen macht, entgegen der heutigen Tendenz, Filet, Brüstchen etc. zu servieren. Er schreibt von der <em>Chef-driven cuisine</em>, im Gegensatz zur <em>ingredient-driven cuisine</em>, beschreibt warum die Küchen armer Länder oft so viel reichhaltiger und vielfältiger sind als die der &#8220;fetten&#8221; Nationen. Das alles ist höchst interessant zu lesen, ebenso wie zahlreiche Praxistipps die sich in den eher unprätentiösen Rezeptanweisungen verstecken, passt aber im Gesamtzusammenhang irgendwie nicht mit der launigen Erzählweise zusammen &#8211; es ist als müssten eine Folge <em>No Reservations</em> und ein klassisches Kochbuch fusionieren, und die Mixtur harmoniert nur sehr bedingt.</p>
<p>Die Rezepte für sich genommen sind geradeheraus und nachkochbar, wenn auch wohl nicht alle Rezepte den Praxistest durchlaufen haben. Ärgerlich ist, dass konsistent die französischen Zuschnitte für Fleisch und deren Bezeichnungen ohne auch nur ein Glossar oder den Hinweis, wie etwas ähnliches in Deutschland heissen könnte, übernommen wurden. (Begriffe wie Metzgerfilet, Bürgermeisterstück etc. existieren durchaus, aber vermutlich wäre das zu viel der Leistung für eine billige Übersetzung gewesen).</p>
<p>Die geradlinige Ausrichtung an der französischen &#8220;Bistro&#8221;-Küche alter Art ist es, die sowohl Segen als auch Fluch dieses Buches ist. Rezepte für <em>beurre blanc</em>, Bechamel, Rotweinbutter, Rillettes, oder Coq au Vin finden sich auch in anderen guten Grundkochbüchern. Die wenigsten der vorgestellten Rezepte haben  den &#8220;Oh das will ich unbedingt nachkochen&#8221;-Sex-Appeal, wenn sie auch durchaus gut und zuverlässig und lecker klingen. Stelle ich mir die Frage, ob ich dieses Buch kaufen würde, wenn nicht Tony Bourdain der Autor wäre, lautet die Antwort ganz klar: <strong>nein.</strong> </p>
<p>Vielleicht sähe das bei der englischsprachigen Version anders aus, aber ich habe meine Zweifel. Kochbücher über gute französische Küche gibt es reichlic. Der eine oder andere hält &#8220;den Bourdain&#8221; für ein unverzichtbares Standardwerk &#8211; so gern ich Tony mag, für mich ist das Buch nach der ersten, schmunzelnden Lektüre nur ein Staubfänger, den ich ohne allzu viele Schmerzen gern wieder in der Bibliothek abgebe.</p>
<p>Eine ausführliche Rezension zu diesem Buch findet man auch bei Valentina&#8217;s Kochbuch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.valentinas-kochbuch.de/index.php?article_id=19">Anthony Bourdain: So koche ich &#8211; Ein sympathischer Macho mit kleinen Fehlern</a></UL></p>
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		<title>Katinka Buddenkotte &#8211; Ich hatte sie alle</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2009/06/katinka-buddenkotte-ich-hatte-sie-alle/</link>
		<comments>http://texte.webhafen.de/2009/06/katinka-buddenkotte-ich-hatte-sie-alle/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 06:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Buddenkotte, Katinka]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Katinka Buddenkotte arbeitete nach dem Abitur in verschiedenen Jobs, u.a. in einem Call-Center und einer Düsseldorfer Werbeagentur. Ihre Erfahrungen in diesen Branchen verarbeitete sie satirisch in ihrem Buchdebüt &#8220;Ich hatte sie alle&#8221;, das sich, nachdem es in der Sendung &#8220;Was liest du?&#8221; von Jürgen von der Lippe vorgestellt wurde, zum Bestseller entwickelt hat und inzwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Katinka Buddenkotte arbeitete nach dem Abitur in verschiedenen Jobs, u.a. in einem Call-Center und einer Düsseldorfer Werbeagentur. Ihre Erfahrungen in diesen Branchen verarbeitete sie satirisch in ihrem Buchdebüt &#8220;Ich hatte sie alle&#8221;, das sich, nachdem es in der Sendung &#8220;Was liest du?&#8221; von Jürgen von der Lippe vorgestellt wurde, zum Bestseller entwickelt hat und inzwischen in der 7. Auflage vorliegt (Gesamtauflage bis April 2009: 20.000 Exemplare). Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.</p></blockquote>
<p>So steht&#8217;s in der Wikipedia, und ja, auch ich bin an </p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936819211?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3936819211"><img src="http://g-ecx.images-amazon.com/images/G/03/ciu/b2/19/76b3e10e22a0ec0b88fde110.L._AA240_.jpg" border=0></p>
<p>Katinka Buddenkotte &#8211; Ich hatte sie alle</a></h3>
<p>nur wegen der Sendung &#8220;<a href="http://www.wdr.de/tv/comedy/sendungen/fernsehen/was_liest_du/index.jsp">Was liest Du</a>&#8221; hängen geblieben.</p>
<p>Mit &#8220;Satirische Erzählungen&#8221; ist das kleine Büchlein mit einem Umfang von 150 Seiten untertitelt, und satirisch und nicht selten überzogen sind die kleinen Stories durchweg.</p>
<p>Geschrieben sind sie, als habe Buddenkotte sie alle höchstselbst und haargenau so erlebt, und tatsächlich merkt man den kurzen Texten durchaus an, dass im Kern oft reale Erlebnisse stecken, gnadenlos (und manchmal zu arg) überzeichnet, aber mit einem wissenden und bitterbösen Blick auf das reale Leben und Marotten bestimmter Gruppen von Menschen aus ganz bestimmten Lebensbezügen, die zumindest ich schon so erlebt habe wie Buddenkotte sie karikiert.</p>
<p>Und so erwische ich mich beim Lesen &#8211; und vor allem Vorlesen, denn dafür sind diese Textbonbons geschrieben &#8211; oft beim hilflosen Lachen, aber leider verliert sich das durch das Buch hinweg, denn die Stories scheinen immer und immer wieder auf ein Klischee eines superlässig loserhaften Twentysomething in der ach-so-grossen Welt hinauszulaufen, und auch der Witz verflacht zusehends, so als habe der Lektor die besten Geschichten an den Anfang gestellt &#8211; macht ja nix wenn der Leser auf der Hälfte der Strecke aufgibt. Hauptsache das Buch ist verkauft. Vielleicht läuft sich die Abstrusität der Geschichten in der Häufung aber auch einfach irgendwann tot.</p>
<p>Manches ist fantastisch zusammenfabuliert und auch in absoluter Unglaubwürdigkeit der Fakten einfach noch eine hervorragende Satire, anderes ist banal und langweilig. Als launiges Vorlesebändchen für einen heiteren Abend kann ich <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936819211?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3936819211">Ich hatte sie alle</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3936819211" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> durchaus empfehlen, als Komplettlektüre oder Solo-Werk dagegen ist es eher wie ein Quickie: Am Anfang noch sehr aufregend, dann aber viel zu schnell vorbei um gut zu sein, und man ist dann doch froh dass es schon vorüber ist.</p>
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		<title>Michael Busselle &#8211; Stilleben- und Nahfotografie</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 06:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Busselle, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Stilleben]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Reihe &#8220;Einfach besser fotografieren&#8221; bei Laterna Magica ist 1999 dieser Band erschienen: Michael Busselle &#8211; Stilleben- und Nahfotografie Auf rund 120 farbig gedruckten Seiten widmet sich Busselle zunächst den &#8220;Welt der Nahfotografie&#8221;, nämlich den möglichen Motivbereichen. Rund 30 Seiten gönnt er dann dem Thema &#8220;Komposition und Licht&#8221;, also den eher technischen Details wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Reihe &#8220;Einfach besser fotografieren&#8221; bei Laterna Magica ist 1999 dieser Band erschienen:</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3874677532?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3874677532"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/2162Z532XJL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Michael Busselle &#8211; Stilleben- und Nahfotografie</a></h3>
<p>Auf rund 120 farbig gedruckten Seiten widmet sich Busselle zunächst den &#8220;Welt der Nahfotografie&#8221;, nämlich den möglichen Motivbereichen. Rund 30 Seiten gönnt er dann dem Thema &#8220;Komposition und Licht&#8221;, also den eher technischen Details wie Bildausschnitt, Belichtung, Hintergründen. </p>
<p>Der dritte Abschnitt erläutert Arrangements von Stilleben, und Teil 4 umfasst die anscheinend unverzichtbare Beratung zur Ausrüstung, die bei der Wahl der Kamera und der Objektive beginnt und bei Archivieren und Präsentieren der Bilder endet.</p>
<p>Was das Buch ausmacht ist jedoch nicht so sehr der eher karg gehaltene Text, sondern das sind die Abbildungen, die hervorragenden Fotos, die die vorgestellten Themen weit besser illustrieren und vor allem Ideen und Anregungen für das Umsetzen eigener Gestaltungen liefern können.</p>
<p>Ein schön anzuschauendes Büchlein. </p>
<p>Das Kapitel über Ausrüstung hätte gern für mich zugunsten stärkerer technischer und kompositorischer Details weichen dürfen. Leider erschliesst Busselle die Themen wie die Wirkung von Texturen und Hintergründen nicht systematisch. So bleibt das Buch eher explorativ, und macht Laune auf die Nahfotografie, als zielgerichtet darauf hinzuführen &#8211; es ist kein Handbuch, sondern eine visuelle Inspiration. Unter diesem Aspekt verfehlt es zwar ein wenig das Thema der Serie, ist aber Einsteigern in die Thematik, die sich mehr mit Nahfotografie befassen wollen, dennoch zu empfehlen.</p>
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		</item>
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		<title>James Lee Burke &#8211; Pegasus Descending</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 03:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burke, James Lee]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[David Robicheaux]]></category>
		<category><![CDATA[Louisiana]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 15. David Robicheaux-Roman Im Urlaub bescherte mit das Bücherregal eines der Hotels, in dem wir übernachteten, diesen Roman: James Lee Burke &#8211; Pegasus Descending Von James Lee Burke hatte ich bislang nur in Sekundärliteratur über das Krimi-Genre gelesen, besonders wenn es um die Variante des hard boiled Detektivs geht. Und obwohl David Robicheaux, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der 15. David Robicheaux-Roman</em></p>
<p>Im Urlaub bescherte mit das Bücherregal eines der Hotels, in dem wir übernachteten, diesen Roman:</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/1416513450?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=1416513450"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/514ufZx6-3L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>James Lee Burke &#8211; Pegasus Descending</a></h3>
<p>Von James Lee Burke hatte ich bislang nur in Sekundärliteratur über das Krimi-Genre gelesen, besonders wenn es um die Variante des <em>hard boiled</em> Detektivs geht. Und obwohl David Robicheaux, die Hauptfigur dieser Krimi-Reihe, ein Vertreter des Gesetzes ist und ein ordentliches Leben in Iberia, Louisiana, lebt, verheiratet mit einer Ex-Nonne, die seine Muse und sein Gewissen zu sein scheint, ist er in der Tat ein würdiger Vertreter dieser Tradition.</p>
<p>Wir schreiben das Jahr 2005. Dave Robicheaux muss sich gleich mit drei ungeklärten Todesfällen herumschlagen. Nummer 1 ist ein Mädchen, beinahe eine junge Frau, kurz vor dem College-Alter, die mit einer Schusswunde im Kopf im Vorgarten ihres Wohnhauses gefunden wird. Alle Anzeichen deuten auf Selbstmord &#8211; aber welchen Grund hätte es gegeben? Sie war schön, hatte gute Noten, nahm keine Drogen &#8211; und doch deutet die Autopsie auf Drogenmissbrauch und mehrfachen Sex mit verschiedenen Männern kurz hintereinander hin. Irgendetwas ist hier gar nicht so wie es sein sollte.</p>
<p>Dann sind da die skelettierten Überreste eines Obdachlosen, die nach offenbar 12 Monaten Liegedauer in einem Abwasserkanal gefunden wurden. Auf den ersten Blick scheint er ein Opfer eines Fahrerfluchtunfalls gewesen zu sein, aber auch hier passen die Details nicht zusammen.<br />
<span id="more-369"></span><br />
Nummer drei ist Tony Lujan, Collegestudent aus gutem Hause, der mit einer Pumpgun erschossen wurde. Robicheaux hat den unbestimmten Verdacht, dass alle drei Taten zusammenhängen, aber ihm fehlt der entscheidende Hinweis. Die Spuren führen zu zwei wohlhabenden Männern: Bellerophon Lujan und Whitey Bruxal. Beide arbeiten im Casinogeschäft und haben Beziehungen zur Mafia. Doch der  Staatsanwalt möchte die Taten lieber einem lokalen Drogendealer namens Monarch Little anhängen, der praktischerweise ausserdem arm und schwarz ist. </p>
<p>Robicheaux hat vage Erinnerungen aus einer alkoholumnebelten Nacht vor 25 Jahren, in der sein damaliger Kumpel Dallas Klein, ein Vietnam-Veteran, von jemandem ermordet wurde, der mit Whitey Bruxal zu tun hatte. Und nun taucht eine Frau auf, die sehr wohl Dallas Kleins Tochter sein könnte, und legt sich mit den Casinoleuten, allen voran Whitey Bruxal, an&#8230;</p>
<p>James Lee Burke legt die Handlung höchst elaboriert an, lässt die Vergangenheit und die seelischen Narben Robicheaux&#8217; plastisch vor dem Leser auferstehen. Robicheaux ist ein gebrochener, komplizierter, düsterer Charakter, der eher Glück hat auf der richtigen Seite des Gesetzes zu stehen, verfolgt von seinen eigenen Dämonen, die ihn zu einem hochgradig spannenden und authentischen Protagonisten machen. Die Entwicklung der Story ist nicht minder gekonnt, die speziellen Eigenheiten der Gesellschaft Louisianas und das bisweilen für Aussenstehende bizarr anmutende soziale Gefüge der US-Gesellschaft der Südstaaten spielen hier ebenso eine Rolle wie das heissfeuchte Klima der amerikanischen Golfküste.</p>
<p>Ein exzellenter, durchdachter Plot, fabelhafte Charaktere, und eine sprachlich meisterhafte Umsetzung auf den Punkt machen klar, warum James Lee Burke auch nach 15 Romanen mit David Robicheaux zu den Stars seines Genres gezählt werden darf. Das macht Lust auch die vorangegangenen 14 Romane zu lesen. <strong>Super Thriller-Unterhaltung mit einem faszinierenden Antihelden.<br />
</strong></p>
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		</item>
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		<title>T. C. Boyle &#8211; A Friend of the Earth</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2008/08/t-c-boyle-a-friend-of-the-earth/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Aug 2008 15:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Boyle, T. C.]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[friend of the earth]]></category>
		<category><![CDATA[Kalifornien]]></category>
		<category><![CDATA[Klimakatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Ty Tierwater]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Klimakatastrophe hat stattgefunden, die meisten Arten sind ausgestorben. El Nino gehört zum Alltag der USA, das Klima schwankt zwischen monsunartigem Dauerregen in dem nichts wirklich trocknet, und glühendheissen Trockenzeiten. Der einzige verfügbare Alkohol ist Sake, aus dem überall angebauten Reis, und das tierische Eiweiß kommt von Catfish, der auch schon mal an klammen Hauswänden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Klimakatastrophe hat stattgefunden, die meisten Arten sind ausgestorben. El Nino gehört zum Alltag der USA, das Klima schwankt zwischen monsunartigem Dauerregen in dem nichts wirklich trocknet, und glühendheissen Trockenzeiten. Der einzige verfügbare Alkohol ist Sake, aus dem überall angebauten Reis, und das tierische Eiweiß kommt von Catfish, der auch schon mal an klammen Hauswänden emporkriecht, kurzum, das Leben im Jahr 2025, wie es Boyle schildert, macht keinen Spaß.</p>
<p>Hauptfigur von</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0747556687?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0747556687"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/21JN39PFXZL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>A Friend of the Earth</a></h3>
<p>ist Tyrone &#8220;Ty&#8221; O&#8217;Shaughnessy Tierwater, geboren 1950. In den 80ern des 20. Jahrhunderts war er noch ein langhaariger Öko-Aktivist, getrieben vom Engagement seiner Freundin Andrea. Doch das Leben meint es nicht gut mit ihm, er wandert als Aktivist in den Knast, und zu Beginn des Romans ist er 75 Jahre alt und desillusioniert, seine erste Frau und die Tochter aus dieser Ehe sind tot, und er verdient sich seinen Lebensunterhalt &#8211; das Rentensystem ist nicht mehr existent &#8211; als Tierpfleger für einen superreichen Popstar irgendwo in Kalifornien.</p>
<p>Sein Arbeitgeber träumt davon, ein paar Exemplare aussterbender Spezies am Leben zu erhalten und sie später in Gefangenschaft zu züchten, dabei konzentriert er sich auf Tierarten an denen nur wenige ein Interesse haben. Seit nunmehr 10 Jahren ist Tierwater bei ihm angestellt, als Andrea, seine Ex-Frau und die Stiefmutter seiner verbliebenen Tochter Sierra (wie <a href="http://www.sierraclub.org/">Sierra Club</a>) plötzlich aufkreuzt und bei ihm einzieht, um die Geschichte von Sierra zu schreiben, die 2001 als &#8220;tree-hugger&#8221; starb.<br />
<span id="more-222"></span><br />
Die Geschichte von Sierra ist eingebunden als eigene Erzählung in den Roman.</p>
<p>Durch eine unglückliche Verkettung von Umständen kommt Tierwaters Arbeitgeber ums Leben und er ist ohne Job, die Erben des Stars verstossen ihn mitsamt Andrea, in die er sich erneut verliebt hat. Sie machen sich auf den Weg zu einer Berghütte, in der sie sich vor Jahrzehnten vor der Polizei versteckt haben, und finden dort eine Art Neuanfang, ein <em>Walden</em>, wenn man so will, das die Hoffnung wiedererweckt, die sie 30 Jahre zuvor verloren glaubten.</p>
<p>Das wirklich seltsame an <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0747556687?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0747556687">A Friend of the Earth</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0747556687" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist dieses gelinde optimistische Ende, das nicht so recht zum Rest des Romans passen will, denn der ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem Heute &#8211; selten hat jemand so prägnant, mit solcher Bildgewalt beschrieben, wie das Leben (in Kalifornien) post-Klimakatastrophe aussehen mag, dabei den Finger in die absurden und prekären Zustände der zerbröckelnden Sozialsysteme gelegt, den Jugend- und Schönheitschirurgiekult unter die Lupe genommen, und dennoch eine so fantastische, fesselnde Geschichte geschrieben. Ty als &#8220;junger Alter&#8221; und Erzähler der Geschichte, der dabei zwischen seinem jüngeren und dem heutigen Ich hin- und herspringt, zeigt wie sich ein Mensch verändern kann, aber wie schnell auch Dinge die wir heute für gegeben hinnehmen, locker in unserer eigenen Lebenszeit ganz andere Wendungen erfahren können.</p>
<p>Dabei ist Ty Tierwater keineswegs ein strahlender Held, eher schon ein ziemlich kaputter Typ, und vielleicht ist es gerade das, was zusammen mit der glasklaren Sprache Boyles den Reiz dieses Romans ausmacht &#8211; ein Underdog hält uns den Spiegel von Ereignissen vor, die uns in nicht allzuferner Zukunft genauso auch ereilen könnten, eine kaputte, kranke Welt die einem die Kehle zuschnürt und das hilflos zynische Lachen dabei zu ersticken scheint.</p>
<p>Ist das Sci-Fi? Ist das ein Ökothriller, oder doch eine Fabel? Es ist auf jeden Fall ein verdammt guter, fesselnder Roman,  der zu den Highlights meines Lesejahres gehört. Unbedingt lesen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Desmond Bagley &#8211; Lebenslänglich mit Rückfahrkarte</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2008/06/desmond-bagley-lebenslanglich-mit-ruckfahrkarte/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2008 06:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bagley, Desmond]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Desmond Bagley]]></category>
		<category><![CDATA[freedom trap]]></category>
		<category><![CDATA[IRA]]></category>
		<category><![CDATA[mackintosh]]></category>
		<category><![CDATA[Rearden]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer auch immer damals bei Heyne entschieden hat, aus dem 1972 erschienenen Thriller Freedom Trap auf Deutsch Lebenslänglich mit Rückfahrkarte zu machen, gehört geschlagen, weil der Titel eigentlich schon zu viel von der Handlung verrät, ganz besonders aber, da das Buch bereits 1973 mit Paul Newman in der Hauptrolle unter dem Titel &#8220;The Mackintosh Man&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer auch immer damals bei Heyne entschieden hat, aus dem 1972 erschienenen Thriller <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0006130097?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0006130097">Freedom Trap</a> auf Deutsch</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3404105206?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3404105206"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51XAEVVTV9L._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Lebenslänglich mit Rückfahrkarte</a></h3>
<p>zu machen, gehört geschlagen, weil der Titel eigentlich schon zu viel von der Handlung verrät, ganz besonders aber, da das Buch bereits 1973 mit Paul Newman in der Hauptrolle unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.imdb.com/title/tt0070351/">The Mackintosh Man</a>&#8221; verfilmt wurde. Ein solcher Marketing-Faux Pas würde heutzutage sicher nicht mehr passieren.</p>
<p>Ein Mann, der sich Rearden nennt, wird für einen spektakulären Diamantenraub angeheuert, dann aber anscheinend von jemandem bei der Polizei verpfiffen, und landet schließlich im Gefängnis, wo er die nächsten zwanzig Jahre seines Lebens sitzen soll. Die Polizei schlägt ihm einen Deal vor &#8211; er soll ihnen die geraubten Diamanten aushändigen, dann wirke sich das strafmildernd aus. Das Problem ist nur, Rearden hat die Diamanten nie zu Gesicht bekommen. Er wurde von seinem Auftraggeber, Mackintosh, hereingelegt.</p>
<p>Was zunächst wie eine Gaunergeschichte anfängt, entfaltet sich jedoch nach und nach zu einem kunstvoll gestrickten Kalter-Krieg-Spionage-Thriller. Rearden bricht aus, und so langsam wird klar, dass er allein für diesen Ausbruch überhaupt in Gefängnis musste, um einer Serie von Gefängnisausbrüchen auf die Spur zu kommen, bei denen eine größere Organisation die Hand im Spiel hat &#8211; der russische Geheimdienst. Und wie ist die IRA in die Sache verwickelt?</p>
<p>Das alles interessiert Reardens Fluchthelfer aber nur wenig &#8211; sie wollen ihren Anteil an den Diamanten, die er nie besessen hat. Und nun sitzt Rearden zwischen allen Stühlen &#8211; Ganoven, mehrere Geheimdienste und die britische Polizei sind ihm auf den Fersen, während er verzweifelt versucht, am Leben zu bleiben und Licht in das Dunkel der Vorkommnisse zu bringen&#8230;</p>
<p>Obwohl <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3404105206?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3404105206">Lebenslänglich mit Rückfahrkarte</a> nun fast 40 Jahre auf dem Buckel hat und man die natürlich an den technischen Gegebenheiten des Buches bemerkt, ist es ein atemberaubend spannender, in einer mitreissenden Ich-Perspektive erzählter Thriller, den man mit etwas Auffrischung hier und da (kein böser Kommunismus mehr) problemlos in die Neuzeit übertragen könnte. Hier war ein Routinier des Genres am Werk, und das auf hohem Niveau. </p>
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		<title>Bill Bryson &#8211; Frühstück mit Kängurus</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2008/06/bill-bryson-fruhstuck-mit-kangurus/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jun 2008 07:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bryson, Bill]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>

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		<description><![CDATA[Bill Bryson ist vielen heutzutage durch seine ebenso witzigen wie mit vielen ungewöhnlichen Fakten angefüllten Reiseberichte bekannt &#8211; ob er mit einem Freund über den Appalachian Trail wandert oder von seinen Europa-Reisen plaudert, man wird nie müde die kleinen Anekdötchen und obskuren Erlebnisse des Briten aus Überzeugung (er ist in den USA geboren) zu lesen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Bryson">Bill Bryson</a> ist vielen heutzutage durch seine ebenso witzigen wie mit vielen ungewöhnlichen Fakten angefüllten Reiseberichte bekannt &#8211; ob er mit einem Freund über den Appalachian Trail wandert oder von seinen Europa-Reisen plaudert, man wird nie müde die kleinen Anekdötchen und obskuren Erlebnisse des Briten aus Überzeugung (er ist in den USA geboren) zu lesen.</p>
<p>Und nachdem er Europa und die USA intensiv bereist hat, musste naturgemäss auch irgendwann Australien dran glauben, ein Kontinent, den er zwar schon oft besucht, aber noch niemals wirklich als Reisender erlebt hat.</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442453798?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442453798"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51C5RCZJWNL._SL160_.jpg" border=0></p>
<p>Bill Bryson &#8211; Frühstück mit Kängurus</a></h3>
<p>Natürlich frühstückt der reisende Autor ebensowenig mit Kängurus wie er in <a href="http://texte.webhafen.de/2005/09/bill-bryson-picknick-mit-baren/">Picknick mit Bären</a> mit Pelztieren tafelt. Stattdessen bereist er <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Down_Under_(book)">Down Under</A>, so auch der Originaltitel des Buches, mit Auto und Eisenbahn und erkundet den Kontinent höchst ausführlich. Überhaupt kommen typisch australische Klischees wie Kängurus und Koalas, wenn schon, dann eher als Randnotizen vor. Dafür ergeht sich Bryson mit viel Spaß an der Sache in Auflistungen aller möglichen Lebensgefahren, wie der giftigsten Tiere und Pflanzen der Erde, die selbstverständlich in Australien und vorzugsweise da wo er sich hinbegibt, existieren. Diese Macke wird zu einer Art <em>running gag</em>, der sich durch das gesamte Buch zieht, und bei dem man manchmal nur noch wissend grinst, wenn man weiss: aha jetzt kommt wieder eine der gefährlichsten, giftigsten, bissigsten, tödlichsten Wasauchimmer-Arten.</p>
<p>Andererseits, wer Bryson kennt, weiss dass keine Reise bei ihm so ganz planmässig verläuft, das beginnt schon bei einem etwas schlechten Timing, das ihn dank Sturzregen und weggespülter Straße beinahe an Australiens Ostküste festsitzen lässt, obwohl er doch ein Boot zum <em>Great Barrier Reef </em>erwischen will.<br />
<span id="more-213"></span><br />
Und obwohl er natürlich vom grössten Lebewesen der Welt erzählt, und fach- und sachkundig über den Nationalpark und die Gefährdung der Biotope berichtet, sind es die Reiseanekdoten, die den Spaß ausmachen. Da gruselt er sich beim (stürmischen) Wasserausflug in der Vorstellung,  im Riff vergessen zu werden, und hat natürlich auch gleich eine passende Geschichte verschollener Riffbesucher auf Lager, oder ist sich fast sicher, beim nächsten Bad im Meer von einem Haifisch oder einer tödlichen, nein DER tödlichsten Qualle überhaupt dahingestreckt zu werden. </p>
<p>Bryson flicht Details und Fakten über den fünften Kontinent in seine humoreske Reiseerzählung, über australische Politik ebenso wie über Forscher und Entdecker, die aus purer Blödheit mit ihren Expeditionen kläglich scheiterten. Er weiss wunderbar ironisch von Ausflügen zu vergessenen Leuchttürmen oder einer langen Wanderung durch Perth zu berichten, natürlich besucht er den Ayers Rock, aber auch gottverlassene Nester irgendwo am Rande des Nichts.</p>
<p>Bryson zeigt mit oft trocken-britischem, bisweilen schwarzem Humor Australien von vielen verschiedenen Seiten. Er besucht &#8220;visitor centers&#8221; in New South Wales, entdeckt die Stadt Canberra oder hässliche Touristen-Shops in obskuren Formen entlang der Küste, fährt mit der Indian-Pacific-Eisenbahn von Sydney nach Perth, gurkt mit dem Auto schlecht vorbereitet durch&#8217;s Outback, oder räsoniert freundlich-verwundert über einen Staat, dessen Premierminister auch schon mal an der Küste ertrinken kann, in dem die Städte sicher und sauber sind, und die Menschen ebenso freundlich wie das Bier kalt, aber in welchem die Ureinwohner immer noch massiv diskriminiert werden.</p>
<p>Mit spitzer Feder nimmt er die Marotten und Eigenheiten der Australier unter die Lupe, und kann die hinreissend schönen ebenso wie die atemberaubend gefährlichen Seiten Australiens plakativ und faszinierend beschreiben. </p>
<p>Bei all dem darf die Bryson-typische Faktenfülle nicht fehlen &#8211; keine Statistik und kein Zahlen- und Datenmaterial ist zu obskur, um hier nicht aufzutauchen, und so ist bei aller Plauderei über seine Reise <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442453798?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442453798">Frühstück mit Kängurus: Australische Abenteuer</a> auch ein wahrlich formidabler und für den Australienreisenden unbedingt anzuratender Reiseführer geworden &#8211; die Vielfalt an Informationen, die <a href="http://www.randomhouse.com/features/billbryson/">Bryson</a> hier zusammengetragen hat, ist ebenso interessant und faszinierend wie der Kontinent selbst. Oder in seinen Worten:</p>
<blockquote><p><em>Dieses Land ist gleichzeitig atemberaubend leer und voll gepackt mit Zeugs. Interessantem Zeugs, uraltem Zeugs, Zeugs, das man nicht auf Anhieb versteht. Zeugs, das man sogar noch finden muss.</em></p></blockquote>
<p>Mit Bryson das &#8220;Zeugs&#8221; zu finden, im Wortsinne zu ent-decken, macht einen Heidenspaß &#8211; und Lust, der Welt sechstgrößte Nation, die die größte Insel des Planeten bewohnt, selbst zu besuchen.</p>
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		<title>Elizabeth Benedict &#8211; Erotik schreiben</title>
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		<pubDate>Fri, 02 May 2008 12:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Benedict, Elizabeth]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Autorenhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Erotische Texte zu schreiben, das ist eines der schwersten Unterfangen überhaupt &#8211; jeder der das einmal versucht hat, weiss, wie schwer. In Elizabeth Benedict &#8211; Erotik schreiben versucht die Autorin, sich dem Thema von unterschiedlichen Seiten und immer mit einem Blick auf die (englischsprachige) Literatur zu widmen. Die Kapitelüberschriften verraten schon ansatzweise, wohin die Reise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erotische Texte zu schreiben, das ist eines der schwersten Unterfangen überhaupt &#8211; jeder der das einmal versucht hat, weiss, <strong>wie</strong> schwer.</p>
<p>In</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932909674?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3932909674"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51HBQ56K2HL._SL160_.jpg" border=0><br clear=all><br clear=all>Elizabeth Benedict &#8211; Erotik schreiben</a></h3>
<p>versucht die Autorin, sich dem Thema von unterschiedlichen Seiten und immer mit einem Blick auf die (englischsprachige) Literatur zu widmen. Die Kapitelüberschriften verraten schon ansatzweise, wohin die Reise geht:</p>
<ol>
<li>Was wird Oma von mir denken? &#8211; Autoren reden über das Thema Sex
<li>Eine Liebeszene ist keine Gebrauchsanleiung &#8211; und andere Grundlagen
<li>&#8220;Überrasch mich&#8221; &#8211; und andere literarische Appelle
<li>AIDS in der Literatur &#8211; Was hat sich seit 1995 verändert?
<li>Die Unschuld loswerden &#8211; und andere erste Male
<li>Grosse Erwartungen &#8211; Hochzeitsnacht und Flitterwochen
<li>Lebenslänglich &#8211; Ehepartner
<li>Ein dreifaches Hoch &#8211; auf den Ehebruch
<li>Zu Dir oder zu mir &#8211; Sex aus Spaß an der Freude
<li>Verbotener Sex &#8211; Gesetz, Geschichte, Staatsanwalt
<li>Solo Sex &#8211; Allein am Telefon und im Internet</ol>
<p><span id="more-201"></span><br />
Die erste Auflage dieses Buches ist 1995 erschienen, dadurch erklärt sich auch der Rückblick im 4., überarbeiteten Kapitel auf eine nun doch etwas andere Wahrnehmungslage der Thematik; auch das letzte Kapitel liest sich 15 Jahre nach Erfindung des WWW naturgemäss etwas anders als noch vor 13 Jahren.</p>
<p>2002 ist dieses rund 240 Seiten starke Buch in der 2. überarbeiteten Auflage beim Autorenhaus Verlag erschienen, wieder einmal in der treffsicheren Übersetzung von Kerstin Winter. &#8220;Mit anregenden Beispielen aus der modernen Literatur&#8221; verspricht der Untertitel, und Benedict hat sich wirklich Mühe gegeben, eine grosse Bandbreite von Literatur vieler sexueller Spielarten einzubinden, wenn auch interessanterweise das Thema &#8220;Kinky Sex&#8221; und BDSM, das nach Meinung mancher Medien heutzutage stark den Mainstream in der Literatur erobert, aussen vor bleibt.</p>
<p>Anregend allerdings finde ich die Texte von Nabokov über Gabriel Garcia Marquez, Scott Turow und Oscar Hijuelos bis zu Wesley Gibson und Allan Barnett nur selten &#8211; die meisten vorgestellten Auszüge aus der &#8220;Weltliteratur&#8221;, die Benedict unter &#8220;erotisch&#8221; einsortiert, sprechen mich nicht wirklich an, und das zeigt auch schon die große Problematik des Themas. Zu Sex ist jeder ein Experte, und jeder hat etwas vollkommen anders im Kopf, weswegen es &#8220;die&#8221; Anleitung, wie man erotische Szenen schreibt, nicht gibt, nie geben wird und auch nicht geben kann.</p>
<p>Benedict gibt sich Mühe, die beinahe ausufernde Bandbreite der Texte über sexuelle Begegnungen vorzustellen, mögliche Themen und Motive aufzuzeigen. Natürlich ist die Wahrnehmung von Sexualität in einem aufgeklärt-säkularisierten Europa im 21. Jahrhundert eine ganz andere als noch vor 100 oder 200 Jahren, unser Umgang mit Pornographie oder einfach nur Nacktheit ist ein anderer (man vergleiche etwa die Reaktionen muslimischer Staaten wie Malaysia auf dünn bekleidete Popsternchen mit unserem medialen Alltag); während wir in Europa recht gelassen auf sexuelle Subkulturen blicken, sind in einigen Staaten der USA Oralsex oder gleichgeschlechtlicher Sex immer noch Straftaten mit dem entsprechenden Nimbus des Verbotenen, Homosexualität unter Männern ist post-AIDS eine ganz andere Nummer als davor&#8230; das Bild der Sexualität ist ein uneinheitlicheres, aber auch offeneres geworden.</p>
<p>So ist Benedicts Buch auch mehr ein Führer durch die Entwicklung der Sexualität in der Literatur als wirklich ein &#8220;Ratgeber&#8221; wie man Erotik schreibt, auch wenn der Titel das suggeriert. Das Kapitel &#8220;Eine Liebesszene ist keine Gebrauchsanleitung&#8221; und die ans Ende gesetzten Schreibübungen dagegen sind durchaus bei der praktischen Umsetzung dieser komplizierten Aufgabe hilfreich.</p>
<p>Ich habe mir von dem Buch mehr erwartet. Das mag daran liegen, dass bis auf zwei Szenen (ausgerechnet) aus einem schwulen Erotiktext mich keins der literarischen Beispiele wirklich überzeugen konnte, oder auch daran, dass ich mir &#8211; an einem konkreten Schreibprojekt sitzend &#8211; mehr praktische Hilfe bei der Umsetzung erhofft hatte. Summa summarum ist das Buch eine gute Einführung in die Tücken der Thematik, die aber &#8211; <em>pun intended</em> &#8211; unbefriedigend bleibt. Dennoch ist es eine gute Einführung in die literarischen Spielarten des Liebesaktes, die jedem, der sich mit dem Themenkreis Erotik Schreiben befasst, einige hilfreiche Einsichten und Erkenntnisse liefern kann.</p>
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		<title>Desmond Bagley &#8211; Blindlings</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Mar 2008 03:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Bagley, Desmond]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi / Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein britischer Geheimagent ausser Dienst, quasi ein alternder (und schottischer!) James Bond, fährt wieder einmal in die Sommerfrische Islands, um angeln zu gehen und seine Geliebte, Elin Ragnarsdottir, zu besuchen. Aber dieses Mal ist alles anders, denn ein früherer Auftraggeber erpresst ihn &#8211; er soll einen Job für ihn erledigen. Eigentlich ist es nur ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein britischer Geheimagent ausser Dienst, quasi ein alternder (und schottischer!) James Bond, fährt wieder einmal in die Sommerfrische Islands, um angeln zu gehen und seine Geliebte, Elin Ragnarsdottir, zu besuchen. Aber dieses Mal ist alles anders, denn ein früherer Auftraggeber erpresst ihn &#8211; er soll einen Job für ihn erledigen. Eigentlich ist es nur ein klitzekleiner Auftrag &#8211; er soll ein Päckchen abholen und an einem bestimmten Ort Islands abliefern, eine ganz simple Kurierdienstleistung.</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3547711320?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3547711320">Desmond Bagley &#8211; Blindlings</a></h3>
<p>Eigentlich&#8230; denn bereits am Flughafen wartet ein Killer auf ihn, den er mit einem Messer ausser Gefecht setzt. Woher wusste derjenige von seinem Kommen? Schon bald stellt sich heraus, dass Alan Stewart zwischen die Fronten in einem erbitterten Kleinkrieg mehrerer Geheimdienste geraten ist. Der Schlüssel scheint das kleine schwarze Kästchen zu sein, dass Stewart in Geysir, der großen Touristenstadt der Insel, einem Kontaktmann aushändigen soll. Doch auf dem Weg dorthin wird er von Bewaffneten gejagt, und wenig später ist sein Kontaktmann tot.</p>
<p>Ihm bleibt nur die Flucht nach vorn in einem Geländewagen in die weite unbarmherzige Natur Islands, mit der Frau die er liebt an seiner Seite. Und er hat eine vage Idee, wie er dem Komplott auf die Spur kommen kann, das sein Leben zu zerstören droht&#8230;<br />
<span id="more-195"></span><br />
Auch fast 40 Jahre nach seinem ersten Erscheinen hat <em>Running Blind</em> wenig von seiner Aktualität verloren. Zwar herrscht kein kalter Krieg mehr, und die technischen Mittel, die Geheimdienste heute einsetzen, sind ausgefeilter und komplizierter geworden, die zugrundeliegende Handlung lässt sich aber ohne Probleme nahtlos in das 21. Jahrhundert, oder sogar in einen James-Bond-Film transportieren.</p>
<p>Desmond Bagley legt mit <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3547711320?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3547711320">Blindlings</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3547711320" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> einen klassischen Agenten- und Abenteuerthriller vor, dessen Storyline gut durchkonzipiert ist, die Spannung auf einem konstant hohen Level hält und den Leser mitfiebern lässt, eingepackt in die fantastischen Beschreibungen einer Expedition in eine urtümliche und lebensfeindliche Naturlandschaft, die für den Menschen fast so fremd ist wie der Mond.</p>
<p>Die Hauptrolle in diesem Roman spielt daher auch die großartige und bildgewaltig beschriebene Natur Islands, und so ist dieser Roman die ideale Lektüre für Island-Fans und solche die es werden wollen. Die Handlung als solche ist nicht sonderlich innovativ, aber solide Unterhaltung, die einfach Spaß macht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>T. C. Boyle &#8211; Talk Talk</title>
		<link>http://texte.webhafen.de/2008/03/t-c-boyle-talk-talk/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Mar 2008 15:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Boyle, T. C.]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ein grosser Fan der Bücher von Thomas Coraghessan Boyle, seit ich 1995 The Tortilla Curtain, deutsch America, las. In T. C. Boyle &#8211; Talk Talk legt er wieder einmal einen zeitgenössischen Roman vor, der sich &#8211; ähnlich wie The Tortilla Curtain &#8211; daran macht, den (nicht nur) US-amerikanischen (Alp-)Traum zu sezieren. Und das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein grosser Fan der Bücher von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/T._C._Boyle">Thomas Coraghessan Boyle</a>, seit ich 1995 <em>The Tortilla Curtain</em>, deutsch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423125195?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3423125195">America</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3423125195" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />, las.</p>
<p>In</p>
<h3 align=center><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0747587272?ie=UTF8&#038;tag=webhafen-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0747587272"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EWP%2BLt22L._SL160_.jpg" border=0><br clear=all><br clear=all>T. C. Boyle &#8211; Talk Talk</a></h3>
<p>legt er wieder einmal einen zeitgenössischen Roman vor, der sich &#8211; ähnlich wie <em>The Tortilla Curtain</em> &#8211; daran macht, den (nicht nur) US-amerikanischen (Alp-)Traum zu sezieren.</p>
<p>Und das Thema das er sich vorgenommen hat ist eins, das mir den Atem stocken lässt &#8211; von der Willkür und Sinnlosigkeit des amerikanischen Polizei- und Justizwesens ist es nur ein kurzer Schritt zur Problematik des Identitätsdiebstahls, in den USA noch massiv verschärft dadurch dass es kein einheitliches Meldewesen gibt und Konzerne wie Kunden sorglos mit Identitäten und deren Sicherung umgehen.</p>
<p>Alles beginnt mit Dana Halter, einer gehörlosen Lehrerin, die auf dem Weg zur Arbeit, weil sie es eilig hat, nicht an einem Stoppschild hält. Und wenig später findet sie sich in einem Gefängnis wieder, wo man ihr die Liste ihrer immer noch aus zahllosen Counties und Bundesstaaten hereintröpfelnden Verfehlungen vorhält &#8211; geplatzte Schecks, Kreditbetrug, offene Rechnungen &#8211; ein fiskalisches Armageddon. Nur dass sie an keinem dieser Orte jemals war. Wegen der Fluchtgefahr weigert man sich, Kaution zu genehmigen, da sie in wenigstens zwei Staaten auf der Fahndungsliste stehe. Auch ihr Lebensgefährte Bridger, Special-Effects Programmierer im Valley, und ein herbeizitierter Gebärdensprachedolmetscher und ihre Anwältin vermögen nichts zu ändern &#8211; Dana muss mehrere Tage im Gefängnis verbringen, und selbst als sich herausstellt dass sie unschuldig ist, kann sie dem System nicht einfach entkommen.</p>
<p>Das alptraumhafte Szenario, das Boyle hier im ersten Abschnitt des Romans entfaltet, schickt mir kalte Schauer den Rücken hinab &#8211; ist auch der Polizeistaat wie er ihn schildert (und für die USA wohl so auch realistisch ist) bei uns noch ein klein wenig moderater (wenn auch nicht viel), ist auch unser Kredit- und Identitätsmanagement eine Winzigkeit schwerer zu knacken, das was er da schildert könnte jedem von uns passieren, wenn unsere Daten in die falschen Hände geraten, und es ist ein guter Grund auch weiter paranoid zu sein was Datenschutz angeht.</p>
<p>Der Großteil des Romans befasst sich aber weniger mit dieser Problematik, sondern mit einer sich langsam entfaltenden Dreiecks-Nicht-Beziehung zwischen Bridger, Dana Halter und dem Mann, der ihre Identität als Dr. Dana Halter gestohlen hat und eigentlich William &#8220;Peck&#8221; Wilson  heisst. (Bezeichnenderweise ist &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Wilson_(Poe)">William Wilson</a>&#8221; eine Geschichte von Edgar Allan Poe, in der es um einen Doppelgänger geht).</p>
<p>Da die Strafverfolgung weder fähig noch willens ist, dem falschen Dana Halter das Handwerk zu legen, machen sich Bridger und Dana auf die Suche nach dem Doppelgänger, damit die Sache ein für alle mal geregelt ist und Dana wieder ruhig schlafen kann. Was folgt ist eine fernsehreife Verfolgungsjagd, und mit einer Verfilmung ist wohl zu rechnen.<br />
<span id="more-194"></span><br />
Boyle nimmt sich viel Zeit, den Täter in diesem Roman vorzustellen, in sein privates Leben, seine Antriebe, seine Psyche einzutauchen, und doch kann man für ihn irgendwie kein Verständnis aufbringen, er ist einfach nur ein narzisstischer Egomane, ein &#8220;villain&#8221; par excellence &#8211; das ist ungewohnt banal. Ebenso wenig entwickelt sich die gehörlose Dana Halter zu einer Person, die man mag oder mit der man sich identifizieren könnte, sie scheint unter einem Panzer von Aggression zu leben. Das liegt wohl auch daran, dass Boyle die Andersartigkeit des Lebens einer Gehörlosen in einer hörenden Umwelt trotz des Titels &#8211; <strong>Talk Talk</strong> ist der US-Ausdruck für eine Gebärdensprach-Unterhaltung zwischen Gehörlosen &#8211; nicht vermitteln kann, zu sehr ist seine Darstellung von Dana in Klischees verhaftet.</p>
<p>Der Identitätsdiebstahl, der diesem Roman den brisanten Kern hätte geben können, bleibt einleitendes Beiwerk, da hilft auch die Thriller-Struktur nicht, die Boyle dieser Charakterstudie übergestülpt hat. Nicht plottragende detaillierte Beschreibungen der Gourmetmenus, die sich der Kriminelle zubereitet, kontrastieren mit den eher unmotivierten Verfolgungsjagden, deren Szenenschnitte an ein Drehbuch erinnern &#8211; das Buch wirkt wie aus Versatzstücken unterschiedlicher Filme oder Stories zusammengesetzt, und kulminiert schließlich in einem Finale, das ebenso vorhersehbar wie unbefriedigend ist.</p>
<p>Die Frage &#8220;Wer bin ich?&#8221; mit dem faktischen Verlust der Identität auf dem Papier zu koppeln, ist ein interessanter Ansatz &#8211; das was Boyle daraus gemacht hat, ist jedoch enttäuschend auf ganzer Linie und vermag nicht einmal mit Sprachwitz zu überzeugen. Doppelt schade, da der Roman vielversprechend anfing. Aus diesem Thema hätte man mehr machen können &#8211; <em>Talk Talk</em> verschenkt gute 300 von 400 Seiten, um an einen Punkt zu gelangen, der auf den ersten 100 Seiten bereits absehbar war.</p>
<p>Kurzum, eine<strong> Boyle&#8217;sche Fehlleistung</strong>. Meine Empfehlung:<br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&#038;keywords=T.%20C.%20Boyle&#038;tag=webhafen-21&#038;index=english-books&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742">Lieber etwas anderes von T.C. Boyle lesen.</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=webhafen-21&amp;l=ur2&amp;o=3" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></p>
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