Veröffentlichungen

Karen Miller – The Awakened Mage

Der zweite Teil von Karen Millers Kingmaker, Kingbreaker-Serie.

Als ich den ersten Teil dieses Buches, The Innocent Mage, las, war ich mir nicht sicher ob ich mir einen zweiten Teil antun sollte. Aber dann fand

Karen Miller – The Awakened Mage
Kingmaker, Kingbreaker Book 2

doch seinen Weg auf meinen Lesestapel, schließlich will man bei so angefangenen Sachen ja irgendwie doch wissen, wie sie ausgehen.

Um es kurz zu machen: es lohnt sich nicht wirklich, dieses Buch zu lesen. Die Handlung um Asher aus Restharven, den Fischermann aus dem einfachen Volke (hier: die Olken) und eine elfengleiche Spezies von “Adligen”, die Doranen, und ihren König, sowie den weit zurück liegenden magischen Krieg zwischen Barl und Morg, der die Hintergrundgeschichte für das Ganze bildet, gehen in einem Wust von mysteriösen Andeutungen und klischeebehafteter Langeweile unter.
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John Grisham – Die Liste (Hörbuch)

John Grisham kennt wohl jeder – er ist seit “Die Firma” so etwas wie der Großmeister des juristischen Thrillers. Weltweit wurden über 60 Millionen seiner Bücher verkauft und in 29 Sprachen übersetzt, und zahlreiche seiner Bücher wurden erfolgreich verfilmt.

John Grisham – Die Liste (6 CDs)
gelesen von Charles Brauer

Das Buch

In Die Liste kehrt Grisham zu seinen Wurzeln zurück, oder vielmehr, zu denen seiner Charaktere. 1989 erschienen sein erster Thriller Die Jury (A Time to Kill), der in Clanton, Mississippi spielte, und einige der Figuren tauchen in beiden Werken auf – zum Beispiel Lucien Wilbanks und Harry Rex Vonner.

Ich-Erzähler von Die Liste ist Willie Traynor, und auch wenn die Geschichte aus dem Blickwinkel der Jetztzeit erzählt wird, von einem alternden Traynor, spielt die Handlung doch in etwa im Jahr 1985 oder 1986, zeitlich also vor A Time to Kill.

Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. In Abschnitt 1 wird erzählt, wie Willie Traynor mit abgebrochenem Studium in der Stadt anlangt, dank Sponsorings seiner Großmutter Redakteur und schließlich Besitzer der Lokalzeitung wird, und über einen spektakulären Mordprozess berichtet. Dieser erste Teil ist es, der an Bücher wie Die Firma erinnert, und in dem Grisham sein schreiberisches Können zeigt, zumindest soweit es um den Spannungsbogen geht.

Eine junge Mutter wird brutal vergewaltigt und vor den Augen ihrer Kinder ermordet. Wer der Täter ist, steht relativ schnell fest – der jüngste Spross einer reichen und in allerlei kriminelle Geschäfte verwickelten Familie der Gegend, der Padgitts, die Macht, Einfluss, Geld, Bestechung und Einschüchterung auffahren, um das Schlimmste zu verhindern. Dennoch wird Danny Padgitt verurteilt; allerdings nur zu Haft und nicht zur Todesstrafe, wie viele erwartet haben.

Im zweiten Teil erleben wir mit, wie sich Traynor, unter anderem durch seine reißerische Berichterstattung über Padgitt reich geworden, in Clanton einlebt, wie das Leben weiter geht, und er schließlich feststellen muss, dass Padgitt Freigänger ist, mehr Freiheiten als mancher Staatsbürger Mississippis genießt, und sich auf dem besten Wege befindet, auf Bewährung frei gelassen zu werden. Die Drohungen der Padgitts gegen Traynor und alle anderen Beteiligten sind jedoch nicht vergessen.
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Hartmuth Malorny – Tod in Thailand

Harald Nitrowski ist ein abgehalfterter, drittklassiger Privatdetektiv aus Dortmund; er scheint das Leben ebenso zu hassen wie sich und seinen Job, und kommt als mißmutig, gelangweilt und widerlich rüber. Er säuft, raucht, pflegt Beziehungen zur (Dortmunder) Unterwelt und ist in seiner Misanthropie kein besonders angenehmer Zeitgenosse.

In

Tod in Thailand: Der Mysteriöse Asiat

lässt Hartmuth Malorny verräucherte Dortmunder Kneipen und das horizontale Gewerbe ebenso schmuddelig unangenehm zum Leben erwachen wie seine als Ich-Erzähler fungierende Hauptfigur.

Die Story windet sich um einen deutschen Spießbürger und dessen “gekaufte” thailändische Ehefrau, die erst verschwindet und später tot aufgefunden wird. Nitrowski soll zunächst für seinen Auftraggeber, Grünbein, die Frau finden und wiederbeschaffen, doch der Mann will schließlich auch noch, dass Nitrowski für ihn den Mörder jagt, eine Aufgabe, der der Schnüffler möglichst spesenfressend aus dem Weg geht.

Statt sich in Schwierigkeiten mit der die Prostitution kontrollierenden Russenmafia zu begeben, forscht er lieber in Thailand bei Mekong-Whiskey und mit einem hübschen Mädchen auf dem Schoß nach dem “geheimnisvollen Asiaten”, dem Drahtzieher hinter der ganzen Geschichte, und hat es damit nicht übermäßig eilig an den Gestaden des Golfs von Thailand.

Tod in Thailand: Der Mysteriöse Asiat ist ein relativ fader Krimi, der unter drei Dingen leidet: die Hauptfigur ist nicht besonders interessant, die Storyline wird mit mehreren Einschüben des Ich-Erzählers schon halb vorweg genommen, und schließlich ist die Auflösung des großen Rätsels jedem einigermaßen versierten Krimileser spätestens auf der Hälfte der Strecke klar, während die Hauptfigur viel zu weggetreten ist, um irgendwas zu kapieren. Das könnte nun ein fabelhafter Roman sein, selbst mit dieser Zusammenstellung, wäre Nitrowski ein Misanthrop vom Schlage eines Dr. House, und wären die Szenerien aus Deutschland ebenso lebensecht geschildert wie die Erlebnisse in Thailand.

Denn das ist es, was trotz einer gehörigen Dosis Klischees diesen Roman dann am Ende doch für mich habwegs lesenswert macht: die Beschreibungen Malornys aus Thailand lassen erkennen, dass er sich dort gut auskennt, und auch wenn er vieles aus dem Blickwinkel des (Sex-) Touristen überzeichnet, ersteht sein generischer thailändischer Touristenort (ob es Pattaya ist, sei mal dahin gestellt) lebendig und lebensecht vor dem Auge des Lesers, der schon mal in Thailand war.

Das war’s dann aber auch an Erwähnenswertem. Ein Lektorat hätte dem streckenweise hakeligen Text und der bisweilen wenig inspirierten Sprache gut zu Gesicht gestanden; zum Glück, muss man sagen, ist die im ersten Abschnitt viel zu langatmige Geschichte dann doch nur 125 Seiten lang geworden.

Exotisches Ambiente allein macht aber noch keinen Roman – dieses Werk (und Detektiv Nitrowski) kann man getrost auslassen.

Jonathan Kellerman – Evidence

Der 24. Alex-Delaware-Roman

Die Romane um den (ursprünglich Kinder-) Psychologen Alex Delaware haben mich ein weites Stück meiner Lesegeschichte begleitet, ich glaube ich habe fast alle davon gelesen, wenn auch nur eine Handvoll hier bislang Erwähnung gefunden hat. Das, was für mich die Faszination an Delaware und den Romanen Kellermans ausmachte, waren die psychologischen Einsichten und Gedankengänge der Hauptfigur, sowie die bildhaften, szenischen Beschreibungen der Landschaft, die Los Angeles und seine Umgebung wie einen Film vor mein inneres Auge holten.

In

Evidence

entfernt sich Kellerman von beidem immer mehr.

Die Geschichte ist ein klassisches police procedural, das eher in einen Ed McBain-Krimi passen würde, ganz routiniert geschrieben, aber dennoch nicht mehr als Krimidurchschnitt. Charakterentwicklungen der Haupthandlungsträger gibt es keine, die Story nimmt ausserdem nur sehr langsam Fahrt auf. Im Grunde ist der Psychologe Alex Delaware nicht mehr als ein Erzähler der Story, der Lieutenant Milo Sturgis bei einem Fall als dessen Faktotum begleitet – er ist weder für die Aufklärung hilfreich noch nötig noch trägt er sonst irgendwas zu den spannenden Teilen des Romans bei.

Die Handlung: Ein privat bezahlter Sicherheitsmann entdeckt bei einem seiner Routine-Rundgänge durch die leerstehende Bauruine eines Hauses in einem Stadtteil der Superreichen zwei Leichen. Sie befinden sich in einer sexuellen Stellung, der Mann wurde erschossen, die Frau erwürgt – und, wie sich später herausstellt, mit einem Revolver vergewaltigt.
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Brian Proffitt – Take Your iPad to Work

“Take Your Ipad To Work” is the first book to focus on the usability of the Apple iPad as a business device. It examines device features, the best applications available for business users, such as printing, on-line meetings, content creation and cutting-edge information tools, and productive ways to use them. The iPad has a robust application set with a large number of ways it can be used in business, but its potential as a business tool has been largely unexplored. This book discusses a range of business tasks, organized by general business type. After an overview of basic device features, there is a section devoted to general business tasks, then sections on retail, small business, and enterprise use.

So weit die Kurzbeschreibung bei Amazon zu

 

Brian Proffitt – Take Your iPad to Work

Tatsächlich richtet sich, liest man in die Einleitung, das bei Course Technology erschienene Buch an den Geschäftsmann, der sich noch nicht ganz sicher ist ob ein iPad denn irgendwie in seinem Betrieb sinnvoll ist, und ihm bei seinen Aufgaben hilfreich sein kann. In 26 Kapiteln nähert sich Proffitt dem Objekt der Begierde – dem iPad – sowie darauf verwendeten Anwendungen, die möglicherweise im Business nützlich sind.
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Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto

Vom Cover dieses Buches, auf welchem die Schauspielerin Jutta Speidel ganz groß, ihr Lebensgefährte typografisch angepasst ein klein wenig kleiner als Autor auftaucht, prangt einem die goldblonde Bajuwarin mit dem radbehelmten Italiener vor einem Alpenpanorama entgegen.

Jutta Speidel & Bruno Maccallini – Wir haben gar kein Auto… – Mit dem Rad über die Alpen

Vielleicht befremdet das ein wenig, ist doch in Deutschland Signore Maccallini vielen immer noch durch seinen Satz mit dem Auto in einer Kaffeewerbung erinnerlich, aber in gewisser Weise ist die Aufteilung treffend.

“Über die Alpen” wollen sie also mit dem Radl fahren, mal eben so – das ist ein wenig schönfärberisch, von “über” kann nämlich keine Rede sein. Aber gut, Bill Bryson – dessen Reiseerzählungen ich sehr schätze – redet ja auch von einem Walk in the Woods, wo er eine ausgewachsene Expedition auf dem Appalachian Trail meint..

Speidel und Maccalini wollen die Via Claudia Augusta befahren, die sich auf einer alten Römerstrasse durch die Alpen windet und am Reschenpass gen Italien absinkt. Von Bayern, ihrer Heimat, nach Italien, in seine Heimat – durch lauschige Wiesen, niedliche Bergdörfchen, mit Brotzeiten auf Almen und Verweilen unter schattigen Bäumen… alles könnte wunderschön sein, nur gehen ihre Vorstellungen vom gemeinsamen Trip doch etwas auseinander.
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Jared Diamond – Collapse

Sachbücher, insbesondere solche die sich mit Anthropologie, Ökologie, Klimaveränderung und auch menschlicher Siedlungsgeschichte befassen, lese ich sehr gern und – offen gesagt – zum Vergnügen. Für


Jared Diamond – Collapse
How Societies Choose to Fail or Succeed

habe ich allerdings über 3 Jahre und ungefähr 14 Anläufe gebraucht, bis ich das Buch komplett gelesen hatte. Warum?

Jared Diamond ist ein bekannter amerikanischer Evolutionsbiologe und Biogeograf. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Bücher The Third Chimpanzee (über die Evolution des Menschen) und Guns, Germs and Steel: A Short History of Everybody for the Last 13000 Years bekannt.

In Collapse (auf Deutsch als Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen erschienen) stellt Diamond die These auf, dass sich Homo sapiens durch schlechte / falsche / kurzsichtige gesellschaftlich-wirtschaftliche Entscheidungen selbst ausrotten kann, weil er seine Umwelt zerstöre (n muss), und versucht Muster dieser falschen (und richtigen) Entscheidungen anhand verschiedener Kulturen aufzuzeigen, bei denen das mit dem Überleben geklappt hat oder eben schief gegangen ist.

Zu Beginn liest sich das Buch sehr flüssig – Diamond beginnt bei seinen eigenen Beobachtungen in Montana, bei befreundeten Ranchern, einer verfehlten Landwirtschafts-, Wasser- und Minenbaupolitik, und wie diese das Leben der dort Ansässigen verändert und die Umwelt dauerhaft beeinflusst, so dass von Nachhaltigkeit beim Wirtschaften keine Rede mehr sein kann.

Dann folgen Kapitel über die Anasazi, die Kultur der Osterinseln sowie die Pitcairn Islands, die Maya, die Expansion der Wikinger, die nordische Besiedlung Grönlands, Neu-Guinea, das Tokugawa-Japan, Genozid und Umweltprobleme in Ruanda, die Dominikanische Republik und Haiti, China und Australien, sowie ein abschliessender Block mit Diamonds Schlußfolgerungen.

Bis zu den Wikingern habe ich mit Interesse, aber durchaus auch Unbehagen ob des lockeren Umgangs mit den Fakten gelesen. Den Abschnitt über die nordische Besiedlung Grönlands und das Aussterben der Grönländer musste ich insgesamt 8 Mal neu zu lesen anfangen, da sich zwischendrin unendliche Müdigkeit und Langeweile einstellten – dazu gleich mehr. Die Texte über Ruanda und Haiti schliesslich sind wieder sehr spannend, bedürften aber einer genaueren historischen Prüfung.

Diamonds Buch beginnt mit einer These; daran ist zunächst nichts falsch. Diese These und die Belege, die er dafür anführt, hämmert Diamond aber durch das Buch immer und immer wieder penetrant in die Köpfe seiner Leser; ich fühle mich an eine einschläfernde Vorlesung erinnert – es ist als traue der Autor seinem Leser nicht zu sich die simpelsten Fakten und theoretischen Konstrukte auch nur für 20 Seiten zu merken. Insbesondere die Kapitel über Wikinger und Norweger sind langatmig und unnötig aufgebläht. Auch das könnte man noch hinnehmen, wenn Diamond denn seine Punkte wenigstens konzise wissenschaftlich belegen könnte.

Stattdessen beschleicht mich beim Lesen das Gefühl, dass hier ein Think-Tank für Diamond Sekundärliteratur querrezipiert hat. Tatsächlich sind die erwähnten Fakten fast deckungsgleich mit denen aus Vikings – A North Atlantic Saga (ein Werk des Smithsonian Institute), und viele Begrifflichkeiten und Behauptungen Diamonds halten nicht mal einfachsten Prüfungen auf Glaubwürdigkeit stand.
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William Shatner – Up Till Now (Hörbuch)

Bislang habe ich gute Erfahrungen mit Hörbüchern gemacht, die von ihren Autoren gesprochen wurden; allerdings sind das dann im Normalfall Medienprofis (etwa Hape Kerkeling oder Susanne Fröhlich); und so überrascht es nicht, dass auch in diesem Fall, in dem ein professioneller Bühnen-, Film- und TV-Schauspieler mit Jahrzehnten Erfahrung sein Werk einspricht, das Ganze akustisch schon mal perfekt in Szene gesetzt ist.

 

William Shatner: Up Till Now (Autobiografie)
gesprochen von William Shatner

Das Buch:

William Shatner schaut auf ein ereignisreiches Leben zurück. Wer in ihm nur ‘Captain Kirk’ sieht, wird auch als hart gesottener StarTrek Fan hier eines Besseren belehrt – William Shatner hat die Theater- und Filmlandschaft über 60 Jahre bereist und dabei Fußabdrücke hinterlassen – mal kleine, mal grosse, mal tiefe, mal fast vergessene.

Mit viel Witz, aber auch durchaus Bescheidenheit und einer ihm gut stehenden Demut blickt er zurück auf sein bewegtes Leben, berichtet von seiner Kindheit im kanadischen Montreal, seiner aufblühenden Leidenschaft für’s Theater und ersten Auftritten in Toronto und New York, dann ersten Rollenangeboten in großen Hollywoodproduktionen, die ihm zwar Respekt, aber kein Geld einbrachten, dem Kampf eines aufstrebenden Schauspielers darum, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch von seiner Arbeit am heute berühmten und hoch erfolgreichen Shakespeare-Festival in Stratford, Ontario. Wunderbar ist zum Beispiel zu lesen wie Yul Brynner ihm in den Hintern trat. Dabei sieht er im Rückblick auch ein, dass er oft übermäßig selbstbezogen war und Fehler gemacht hat, und warum seine Ehen nicht unbedingt immer von Erfolg gekrönt waren.

Natürlich kommt auch die Rolle des James Tiberius Kirk zur Sprache, wie diese sein Leben veränderte und wie und warum Star Trek die Welt verändert hat (es gibt eine wunderbare Doku mit Shatner unter dem Titel How William Shatner changed the world, die sich mit den Auswirkungen von StarTrek auf die heutige Technologie befasst). Er versucht die Animositäten zwischen ihm und den anderen Mitgliedern der StarTrek Crew zu verstehen, wenn ihm das auch nicht immer gelingt, und erzählt von den Auseinandersetzungen mit Leonard Nimoy, mit dem ihn heute eine tiefe Freundschaft und auch viel Zusammenarbeit an anderen Dingen verbindet.
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Norbert Suchanek – Der Soja-Wahn

Norbert Suchanek ist seit seinem Studium der Chemietechnik Umweltjournalist, war für Greenpeace aktiv, und hat sich in Eine-Welt-Netzwerken engagiert. Er lebt und arbeitet heute in Brasilien. In

Norbert Suchanek: Der Soja-Wahn
Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät

setzt er sich kritisch mit der Sojabohne auseinandern – egal ob es sich um Ernährungslügen handelt oder die Folgen des weltweiten Sojaanbaus für Mensch und Umwelt.

Die Kapitelliste:

  1. Soja – gut für die Gesundheit?
  2. Margarine aus Soja – gesünder als Butter?
  3. Soja statt Gras – schlecht für Mensch und Tier
  4. Soja und Asien – mehr Mythos als Wahrheit
  5. Opfer der Bohne: Mensch und Natur
  6. Soja – ein amerikanischer (Alb-) Traum
  7. Kann (Gen-) Soja nachhaltig sein?

Die Frage nach der Gesundheit ist hoch interessant, und es ist passend, dass Suchanek sie an den Anfang stellt. Immer wieder wird Soja als gesundes Nahrungsmittel, ja geradezu als Superfood angepriesen; Soja sei gut in den Wechseljahren und gegen Krebs (wegen der Phytoöstrogene); das Eiweiss besonders hochwertig; Sojaprodukte ein jahrtausendealtes Gesundmittel der Asiaten, Motto: esst mehr davon, etc. pp.

Dem Format des Bändchens angemessen geht Suchanek auf diese Fragen sehr komprimiert ein; viele Erkenntnisse der modernen Ernährungsmedizin jenseits von Low-Fat-Propaganda und Ernährungsrichtlinien der Regierungen (wie die Fehlerhaftigkeit der Cholesterinhypothese oder die fälschliche Behauptung mehrfach ungesättigte Fettsäuren seien gesünder als einfach gesättigte) setzt er voraus oder reisst diese nur knapp an; dafür findet sich dann in der Literaturliste das wohl endgültige Standardwerk zum Thema, Gary Taubes’ Good Calories, Bad Calories: Fats, Carbs, and the Controversial Science of Diet and Health oder auch die thematische Artikelsammlung der Weston A. Price Foundation zum Thema Soja, Soy Alert.

Für den, der diese Lektüre kennt, sind die Ernährungskapitel keine Neuigkeiten, alle anderen dürften erstaunt aufschauen. Die meisten Punkte aus dem Buch zum Thema Soja als Menschennahrung findet man bei Taubes oder der Weston A. Price Foundation detaillierter wieder, sofern man des Englischen mächtig ist – das Weiterlesen lohnt sich.

Die folgenden Kapitel widmen sich dann der Massenproduktion von Soja im agrarindustriellen Komplex – beginnend bei der Tatsache, dass proteinreiches Soja eben keine geeignete Tiernahrung darstellt (und natürlich ernährtes Tier, grass-fed oder pastured heisst das im angloamerikanischen Raum, nicht nur besser schmeckt sondern auch für den Konsumenten deutlich gesünder ist).

Weiter geht es über Gentechnik (97% der Sojabohnen aus den USA sind GMO-crops) und Pestizide (Round-up und Konsorten) zur flächendeckenden Vernichtung von Regenwäldern für aus Sojaöl gewonnenen ach-so-nachhaltigen Biodiesel (die Produktion verschlingt 27% mehr Energie als sie erzeugt) und den Billigfleischhunger der ersten und zweiten Welt, die Zerstörung kleinbäuerlicher Strukturen und die Subventionierung von Soja in den USA, bis hin zu neuem Agrarkolonialismus in Afrika. Der Pestizid- und Düngerverbauch von Soja nimmt Rekordausmaße an. Und dank Lobbyisten darf sich in Zukunft selbst Soja, das mit aus Flugzeugen versprühten Pestiziden eingenebelt wurde, noch als ‘verantwortliches Soja’ schmücken.

Soja, eine Alternative für die Zukunft? Nur, wenn die Zukunft transgenen patentierten Produkten aus dem Labor der Agrochemiekonzerne gehört.

Die 110 Seiten sind gut zu lesen und ein vielleicht grad dank seiner Kompaktheit kräftiger Tritt in den Hintern, die eigenen Glaubenssysteme mal wieder zu überdenken. Zu befürchten steht allerdings, dass dieses Büchlein diejenigen, die es bräuchten, am wenigsten erreichen wird, sondern es am Ende auf preaching to the choir herausläuft.

Auf jeden Fall empfehlenswert.

Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher (Hörbuch)

 

Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher (Hörbuch)
vorgetragen von Dirk Bach. Ungekürzte Fassung.

 

Das Buch

“Eine Übersetzung aus dem Zamonischen” nennt Walter Moers sein Werk, das die Geschichte einer Suche erzählt. Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz begibt sich auf eine Grand Tour, nachdem sein Dichtpate, Danzelot von Silbendrechsler, verstorben ist und ihm ein recht eigenartiges Erbe hinterlassen hat: einen Text, welcher von solcher Schönheit und sprachlichen Perfektion ist, dass alles andere dagegen verblassen muss. Dummerweise ist der Verfasser des Textes unbekannt, das einzige was Hildegunst weiss, ist, dass sich der Unbekannte auf Anraten von Danzelot nach Buchheim begeben hat – in die Stadt der Bücher.

Buchhaim ist das Zentrum des zamonischen Bücherschaffens – hier leben Dichter, Agenten und Verleger, hier findet der Literaturbetrieb in all seiner Schönheit und Schrecklichkeit statt. Die Suche nach dem unbekannten Dichter führt den Lindwurm in abgewrackte Kaschemmen und finstere Antiquariate, die von mythischen Fabelwesen geleitet werden, zu Literaturlesungen und einem Platz voller vergessener Dichter, sowie in ein Nebelheimer Trompaunenkonzert, welches eine sehr weitreichende Wirkung (nicht nur) auf den Protagonisten hat.

Schliesslich aber landet Hildegunst auf verschlungenen Pfaden in der Unterwelt Buchhaims, in der düsteren Welt von Bücherjägern und Quallenfackeln, den gefährlichen Buchlingen, den Katakomben und tiefen Abgründen der Buchkultur Zamoniens, mithin in der Welt des Schattenkönigs. Wird Hildegunst seinen vermissten Dichter finden? Oder jemals wieder das Tageslicht erblicken?
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