William Gibson: Pattern Recognition

19. Dezember 2009 – 15:28

Pattern Recognition hat es bei io9, dem grossen Scifi-Portal, auf die Liste der Top 20 der ScienceFiction & Fantasy der Dekade geschafft, und so bin ich dann froh, mit William Gibsons Roman doch wenigstens eines dieser Bücher gelesen zu haben. (Autorin Annalee Newitz bezeichnet es als ‘reine’ Scifi-Liste, aber die Harry-Potter-Bücher gehören für mich definitiv nicht in die SF).

William Gibson – Pattern Recognition

Gleichzeitig ist das aber auch erstaunlich, denn Pattern Recognition ist eigentlich kein Science-Fiction Roman, eher schon das was man als Gegenwartsliteratur bezeichnet, für den durchschnittlichen Literatur-Rezensenten vielleicht ein bisschen zu geekig und nerdig, aber im grossen und ganzen ein Roman, der in der Jetztzeit spielt und sich ihrer Mittel, Schauplätze und Marken bedient.

Die Hauptfigur, Cayce Pollard, erinnert auffällig an Marly Kruschkova, und das ist fast das Beste was man über sie sagen kann. Zu Beginn des Romans ist Cayce, gesprochen Case (wird Gibson hier nicht etwas arg selbstreferentiell, oder gehen ihm die Charakternamen aus?), noch eine Figur die neugierig macht – deren seltsamer Tick, auf viel beworbene Logos und Markennamen allergisch zu reagieren, eigenartig mit ihrer Fähigkeit korrespondiert, Trends zu erkennen – Cayce ist ein hochbezahlter Spezialist, ein ‘cool hunter’, eine Beraterin in Sachen Top-oder-Flop wenn es um Marketingaktionen geht.

Ihr Spleen, keine Massenwaren zu tragen und nur ‘echte’ Originale, wahre Designschätze an ihren Körper zu lassen, diese aber bar jeden Logos (Gibson hat anscheinend No Logo aufmerksam gelesen) macht sie fast zu einer Stil-Ikone, macht Laune, sich auf die gleiche Weise dem marktschreierischen Logogedröhne unseres Alltags zu entziehen. Aber Cayce schafft es durch den ganzen Roman nicht, aus einem halb jetlag-bedröhnten, halb soziophoben Beinahe-Komazustand zu so etwas wie richtigem Leben zu erwachen, obwohl die Aufgabe, die sie erwartet, unglaublich faszinierend zu sein scheint. Sie jagt “Footage”.

Das grösste Rätsel das sich dem Leser am Anfang des Buches stellt ist die Frage was “footage” überhaupt ist, und warum Cayce davon so fasziniert ist, warum Menschen auf der ganzen Welt dieser Footage nachjagen und ihren Sinn zu ergründen suchen. “Footage”, stellt sich heraus, sind winzige Videoschnipsel, kinofilmartige Ausrisse aus einem Gesamtwerk oder auch filmische Vignetten die für sich allein stehen – das ist bei den Fans umstritten – und was die “footage” umso interessanter macht ist ihre mysteriöse Herkunft. Leider kann Gibson dem Leser die Faszination der Fans für die Footage nicht vermitteln, denn seine Beschreibung der Videoclips ist nicht minder ausrisshaft. Niemand weiss, wer diese Videos produziert, woher sie kommen, oder auch nur wie sie ins Web gelangen.
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Terry Pratchett: Der Winterschmied (Hörbuch)

11. Dezember 2009 – 12:24

Der Winterschmied ist das dritte Buch einer auf der Scheibenwelt angesiedelten Jugendbuchreihe von Terry Pratchett rund um die werdende Hexe Tiffany Weh (im Original Tiffany Aching). Ich kannte keinen der Romane zuvor, das ist aber auch nicht nötig, um an

Winterschmied CD

Terry Pratchett: Der Winterschmied
Hörbuch (5 CD)

Gelesen von Boris Aljinovic

einen Riesenspass zu haben.

Tiffany ist in Hexenausbildung bei Fräulein Verrat, einer Hexe die rund 100 Jahre älter ist als sie, und bei all ihren Schrullen höchst respektiert. Eines schönen Tages nimmt Fräulein Verrat Tiffany mit zu einem Morisken-Tanz, einer ausgesprochen ernsten Angelegenheit, denn bei diesem Tanz wird traditionell (und irgendwie magisch) der Wechsel vom Winter zum Sommer eingeleitet.

Die alte Hexe warnt ihre Schülerin, weder hinzusehen noch sich zu bewegen. Doch Tiffany kann nicht anders als hinsehen, lässt sich von einem unerklärlichen und unvernünftigen Drang treiben, mitten in den Tanz hineinzuspringen und mitzutanzen – mit dem Ergebnis, dass der Winterschmied, die Urgewalt, die für Schnee, Eis, Kälte und den Winter an sich zuständig ist, sich in sie verliebt.

Fortan fallen Millionen Schneeflocken in der Gestalt von Tiffany, der das alles unglaublich peinlich ist – das wäre nicht weiter schlimm, aber ein menschlicher Teenager ist nicht der passende Partner für einen Quasi-Gott, der noch nie zuvor Gefühle empfunden hat. Und während die Scheibenwelt in einem ewigen, alles erstickenden Winter zu versinken droht, und Eisberge in Gestalt von Tiffany den Schiffsverkehr lahmlegen, verwandelt sich Tiffany langsam in ein Abbild der Sommerfrau, der Gegengewalt zum Winterschmied, der seinerseits alles unternimmt, um menschlicher zu werden, um der Angebeteten näher zu sein.

Mit von der Partie sind – natürlich – die “Kleinen Grössten Männer”, die persönliche blaue Schutztruppe von Gnomen rund um Rob Irgendwer, die Tiffany niemals ganz aus den Augen lassen, eine Menge Hexen – darunter Nanny Ogg und Granny Weatherwax, die selbstredend mal wieder eine ganz eigene Agenda verfolgt – und haufenweise fröhliche ausgelassene Wortspielereien und fantastische irrwitzige Ideen. Und so ziehen die ‘Grössten’ los, einen Helden ausfindig zu machen, weil nur ein Held die verfahrene Situation mit der Sommerfrau lösen kann, überqueren den Fluss der Toten, gehen dabei dem Fährmann gehörig auf den Wecker, während Nanny Ogg in einer unerwarteten Hühnerschwemme steckt, und Tiffany eine Menge darüber lernt wie die Magie der Scheibenwelt funktioniert und was eine Hexe – und einen Menschen – wirklich ausmacht.

Das alles wäre für sich genommen schon recht heiter und vergnüglich – wie Boris Alijnovic auf diesen 5 CDs aber die einzelnen Charaktere und sogar auftretenden Geräusche stimmlich zu sprühenden Leben erweckt, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Ein eher leichtfüssig gehaltener, dennoch tiefgründiger Hexen-Roman von der Scheibenwelt, der als Hörbuch für besonders gute Laune sorgt – sehr gut gelungen!

Mia Ming: Schlechter Sex

7. November 2009 – 04:09

“Von Stellungsfehlern, grotesken Fantasien und absurden Leidenschaften, Macht- und Minderwertigkeitskomplexen, sexuellen Traumwelten und der frustrierenden Realität” will

Mia Ming – Schlechter Sex
33 Frauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten & absurdesten Erlebnisse

laut Klappentext berichten.

Das klang vielversprechend, und ich erhoffte mir Inspirationen davon auch für meine eigene Schreibarbeit – perfekte, weichgezeichnete Liebes- und Sexzenen kann man allerorten im Kino sehen, aber wie sieht schiefgegangenes Liebesspiel, katastrophaler Sex aus?

Mia Ming hat 33 Erlebnisberichte von Frauen zusammengetragen, die im weitesten Sinne mit Sex zu tun haben – und setzt Vorworte an Männer und Frauen vor die Texte, die den Frauen zu sagen scheinen, schaut her, ihr seid nicht alleine mit dem miesen Sex an dem die Kerle schuld sind, es geht auch anderen so, und den Männern: schaut hin und lernt was draus. Letzteres mag ja noch halbwegs hinkommen, aber ersteres…?

Zunächst einmal, wenn man einen Begriff wie Todsünden verwendet, sollte man möglichst im klassischen Komplex derselben bleiben – in der christlichen Lehre, aus der sich dieser Begriff entlehnt, gibt es sieben, nicht 33 Todsünden, und die Überschriften scheinen auch ebenso beliebig wie sinnlos gewählt – warum soll Sex mit einem unerfahrenen Mann nicht schön sein? Auch Gier, oder selbst Unterwürfigkeit, kann im entsprechenden Kontext extrem erotisch sein. Ein Blick auf die anderen “Todsünden” zeigt aber sehr deutlich, dass es eigentlich gar nicht um (schlechten) Sex geht, sondern um lausige Beziehungen.

  • Gier
  • Unterwürfigkeit
  • Nachlässigkeit
  • Grobheit
  • Respektlosigkeit
  • Ignoranz
  • Selbstüberschätzung
  • Anspruchslosigkeit
  • Unerfahrenheit
  • Geiz
  • Eitelkeit
  • Maßlosigkeit
  • Vergeistigung
  • Untreue
  • Unkontrolliertheit
  • Verantwortungslosigkeit
  • Phantasielosigkeit
  • Verkommenheit
  • Unbedarftheit
  • Arroganz
  • Narzissmus
  • Falschheit
  • Übermut
  • Niedertracht
  • Belanglosigkeit
  • Widerwärtigkeit
  • Unaufrichtigkeit
  • Unbeholfenheit
  • Egoismus
  • Orientierungslosigkeit
  • Übereifer
  • Unorganisiertheit
  • Wahllosigkeit

Beim Lesen habe ich das Gefühl in einer 80er-Jahre-Blase zu stecken.
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Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

23. Oktober 2009 – 07:57

Von Hirschhausen scheint momentan medial überall zu sein – im Radio, im Fernsehen, auf der Bühne – und auf meinem Lesestapel. Ein bisschen war ich der immergleichen Bonmots und einstudierten Szenen über Glück und Menschheit ja schon überdrüssig, und hatte so meine Zweifel ob ich

Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

wirklich lesen sollte. Aber ein Blick in das Buch, und ich begann zu kichern… kein schlechtes Zeichen.

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Arto Paasilinna – Adams Pech die Welt zu retten (Hörbuch)

20. September 2009 – 09:34

Arto Paasilinna ist heute einer der bekanntesten Autoren Finnlands. Er gilt als Vielschreiber, der meist etwas verschroben-abgedrehte Bücher in kurzer knapper Sprache schreibt, die einen sehr speziellen Humor haben.

Ich hörte das erste Mal von Paasilinna, als Jürgen von der Lippe und Ralf Schmitz in der Sendung Was liest Du sein Buch “Im Jenseits ist die Hölle los” vorstellten – und mit ihrem Vortrag für eruptives Gelächter sorgten.

Arto Paasilinna – Adams Pech die Welt zu retten
gelesen von Jürgen von der Lippe (4 CD)

Die Geschichte, der man an einigen Punkten anmerkt dass sie bereits im Jahr 1993 geschrieben wurde (der Originaltitel lautet schlicht “Aatami ja Eeva”, also Adam und Eva), entwickelt sich folgendermassen…
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Jonathan Kellerman – Bones

11. August 2009 – 09:41

Der 23. Roman aus der Alex-Delaware-Reihe

Jonathan Kellerman – Bones

Alex Delaware is back. Ich habe den einen oder anderen Roman der Reihe ausgelassen, aus vielen Gründen, und auch diesen habe ich eher zufällig in der Bibliothek ergattert – und gestutzt, verbinde ich doch mit ‘Bones’ im Titel seit langem eher die Romane von Kathy Reichs. Aber es handelt sich in der Tat um einen der Thriller um Psychologe Alex Delaware und seinen Freund, Lt. Milo Sturgis, Mordermittler in Los Angeles.

Irgendwie jedenfalls.

Das Ganze beginnt mit einem troubled kid, einem ziemlich verzogenen Bengel der Generation digital natives, der wegen eines Betrugsversuchs bei einer Klausur Sozialdienst schrubben muss, in einem Naturschutzgebiet, für das er sich nicht die Bohne interessiert. Des Nachts ruft jemand dort an, und berichtet, etwas Totes liege in den Sümpfen. Der Junge hält das ganze für einen blöden Scherz seiner Freunde, und berichtet es erst viel später – aber tatsächlich liegt eine Leiche auf dem Boden des Naturschutzgebietes – und wie sich bald herausstellt, nicht nur eine. Das neueste Opfer allerdings ist eine offenbar sehr nette junge Klavierlehrerin, die für eine superreiche Familie deren hochbegabten Sohn in Musik unterrichtete – welchen Grund hatte jemand sie zu töten?

Allen Leichen gemeinsam ist, dass ihnen eine Hand fehlt.

Gemeinsam mit Milo Sturgis zieht Alex Delaware los, den Mörder dingfest zu machen. Und schon bald tauchen erste Verdächtige auf. Hatte die Klavierlehrerin einen Lover in der BDSM-Szene, der sie erwürgt hat? Oder steckt vielleicht der Hausverwalter dahinter, der die Villen der reichen Familie in deren Abwesenheit betreut, und der ein Auge auf die schöne junge Frau geworfen hatte? Immer komplexer werden die Verbindungen zwischen Ereignissen, die scheinbar rein gar nichts miteinander zu tun haben…
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San Sombrèro: Karibik, Karneval und Kakerlaken

14. Juli 2009 – 08:48

San Sombrèro: Karibik, Karneval und Kakerlaken

Amazon.de schreibt zu diesem “Reiseführer”:

San Sombrèro (…) heißt das mittelamerikanische Ziel der total verrückten Reiseführer-Reihe, die Länder beschreibt, die es gar nicht gibt! Nach dem zart-bitteren, osteuropäischen Molwanien und dem süß-sauren, südostasiatischen Phaic Tan ergänzt (…) das exotisch-scharfe San Sombrèro die Destinationen-Landkarte der mega-schrägen, aus Australien stammenden Guides.

Wenn Lateinamerika witzig überzeichnet dargestellt wird, gibt es morgens Frühstücksflocken mit Rum, dann tanzen Urlauber zur Ruhmeshalle der Seeräuber. Neben landeskundlichen Infos erfahren Leser alles zu den Regionen San Sombrèros — von der lärmenden Hauptstadt Cucaracha City, in der sich korrupte Präsidenten nur drei Monate an der Macht halten, bis zum dichten Regenwald Maraccas, wo Öko-Lodges so schnell aus dem Boden schießen, wie der Regenwald abgeholzt werden kann. Trendsetter seilen sich in Krater hinab, denn „Volcano-ing“ ist echt angesagt. Auf traditionelle Art hingegen wird das Essen in heimischen Strandcafés serviert — „nach zwei Stunden Wartezeit, kalt und an den falschen Tisch“

So weit, so falsch…

Nach dem Reiseführer in das Balkan-Land Molwanien, der gewissermassen Kultstatus als Satire auf Reiseführer und gleichzeitig augenzwinkernde Glosse über die Eigenheiten ehemaliger Ostblock- und Balkanstaaten geniesst – eine höchst amüsante Lektüre – haben die Autoren Tom Gleisner, Santo Cilauro und Rob Sitch sich dieses Mal aller Lateinamerika- und Karibik-Klischees angenommen die man auf einem Haufen versammeln kann. Und der Reiseführer, der ausführlich mit Karten, Symbolen, Tips und Tricks ausgestaltet ist, ist kaum noch von einem professionellen Guide zu unterscheiden, bis hin zur Ankündigung weiterer Titel (mit weiteren fiktiven Staaten) auf den letzten Seiten des Buches.

Die Karten, Ortsnamen und die spassige Legende zu den Karten sind sehr vergnüglich anzuschauen, hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Das ist aber leider auch schon das Beste was ich über diesen Reiseführer sagen kann.

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Kathy Reichs – Devil Bones

6. Juli 2009 – 11:15

Der 11. Roman der Temperance-Brennan-Reihe

Devil Bones beginnt mit einem an Dramatik kaum zu überbietenden Auftakt – Brennan sitzt in einem Meeting eines bürokratischen Ausschusses der Universität von North Carolina, und denkt darüber nach dass sie bald sterben wird – und der Leser zuckt innerlich zusammen. Moment, Bones? Ist sie tödlich erkrankt? Woher weiss sie davon, und warum um Himmels willen sitzt sie dann da statt… doch das Ganze entpuppt sich als billiger Köder. Dr. Brennan ist einfach nur langweilig und sie glaubt, dass sie vor Langeweile in dieser Sitzung sterben wird – ein Schicksal das sich allerdings nicht einstellt.

Kathy Reichs – Devil Bones

Vielleicht liegt es an der Location, denn ich bin – mit Ausnahme von Fatal Voyage – mit den Carolina-Romanen von Reichs nie so glücklich gewesen wie mit den Abenteuern aus Montreal, und das setzt sich in diesem Roman fort.

Temperance erhält die Aufgabe, sich Knochen aus einem Kessel anzusehen, der in einem Haus zufällig von Handwerkern gefunden wurde – an einem Platz der als schamanistischer Tempel, Voodoo-Kultstätte oder auch Altar von Satanisten durchgehen könnte. Brennan kann mit ihren Kenntnissen der unterschiedlichen Voodoo-Kulturen der Karibik und ihrer feinen Unterscheidungsmerkmale glänzen. Ein Politiker macht massiv Propaganda gegen alles Nichtchristliche, Unverstandene als “böse kindermordende Satanisten”, und bekommt dafür reichlich Publicity, und noch mehr Knochen aus möglicherweise kultischen Zusammenhängen tauchen auf.

Das alles ist für den Anfang erst mal gar nicht übel und hat ein wenig das alte Brennan-Flair, denn die Wissenschaftlerin kann nicht nur mit forensischer Methodik, sondern auch mit solider Anthropologie punkten.

Tochter Kathy nimmt derweil Mums Schicksal in die Hand und versucht, Tempé mit ihrem derzeitigen Boss zu verkuppeln – was sie nicht weiss ist, dass der Auserwählte eine Flamme aus Tempés Highschoolzeiten ist, mit dem Brennan prompt in einem Alkoholexzess im Bett landet. Dazwischen taucht auch Andrew Ryan auf, den Temperance zwar noch liebt, dem sie aber nicht mehr vertraut, und der seinerseits eingesehen hat, dass sein Versuch, sich mit seiner Ex zu versöhnen um seiner drogensüchtigen Tochter zu helfen, falsch war.
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Wo die glücklichen Hühner wohnen

14. Juni 2009 – 07:15

Braucht es wirklich noch ein Buch über Lebensmittel und Qualität? dachte ich, als ich

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer:
Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen

das erste mal in der Hand hielt. Wenn mir jemand “richtig und falsch” in Ernährungsdingen im Wortsinn auf’s Butterbrot schmieren will, bin ich meist erst mal skeptisch. Doch als ich dann das schwere Hardcover – insgesamt 460 reich und bunt bebilderte Seiten, mit farbigen Markierungen am Schnitt zu den einzelnen Themengebieten – aufschlug, dauerte es nicht lang bis mich die Sachkenntnis und Begeisterung der beiden bekannten TV-Köche zu angeregtem Weiterlesen animierte.

Was Meuth und Duttenhofer hier vorlegen, ist ein kritischer und informativer Blick auf die Produktion von Lebensmitteln sowie auf mögliche Alternativen zur konventionellen Lebensmittel-Massenindustrie. Die Themen des Buches reichen von “Qualität fürs Leben” und “Klasse statt Masse” – ein sehr aufschlussreiches Kapitel, welches zeigt dass nicht alles was SlowFood ist automatisch auch “bio” sein muss – über die Herstellung von Getreide und Brot (mit einem recht ausführlichen Brotartikel, der auch das exzellente Food- und Brotblog meiner Freundin Chili & Ciabatta nennt), zu Gemüse, Kräutern und Obst.

Im Bereich Fleischproduktion steht stellvertretend für andere Arten das Schwäbisch-Hällische Landschwein als Beispiel für eine artgerechte und naturgerechte Haltung und Aufzucht von Tieren, auch die Produktion von Geflügel- und Rindfleisch betrachten die Autoren kenntnisreich, es geht weiter zu Fisch, Wild, Lamm und Wurst, Schinken und Speck.

Sehr ausführlich und informativ ausgearbeitet ist das Kapitel über Milchprodukte, das u.a. das Für und Wider von H-Milch beleuchtet, nach der Natur im Joghurt fragt, und sich natürlich auch der “guten” Butter widmet. Schliesslich gibt es noch ein Kapitel zum Thema Eier, sowie einen höchst informativen Anhang, der ein Quellenstudium erheblich erleichtert.

Mein Lieblingsartikel im Buch allerdings ist ein Bericht der Autoren vom Besuch bei einem holländischen Tomatenzüchter, der unter Glas mit modernster HiTech pestizidfreie leckere Tomaten anbaut. Unbedingt lesen!

Die grosse Bandbreite von Themen, die Meuth und Duttenhofer hier mit Fachkenntnis abdecken, ist exzellent aufbereitet, gut verständlich, aber was noch viel wichtiger ist, unterhaltsam und spannend zu lesen. Aufgrund der Faktenfülle wird wohl kaum jemand das Werk am Stück durchlesen, sonder eher nach bestimmten Themen suchen, oder sich kapitelweise daran versuchen. Hat man sich erst mal festgelesen, möchte man dann aber auch weiterforschen was es noch so alles zu entdecken gibt.

Bernd Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth haben sich augenscheinlich bestimmten Lieblingsthemen mehr gewidmet als anderen (was vollkommen in Ordnung geht). Zu manchen Themenbereichen liessen sich auch andere, vielleicht auch bessere Beispiele finden als die hier vorgestellten, aber was das Buch über seine reine Funktion als (fabelhaftes) Nachschlagewerk zu Lebensmittelqualität hinaus lesenswert macht, ist eben auch der direkte, persönliche Bezug der Autoren zu ihrem Subjekt und der individuellen Umsetzung der Ideen, sei es das eigene schwäbisch-hällische Landschwein oder die Hühnereier aus der hofeigenen Produktion.

Die Handvoll Rezepte, die durch das Buch eingestreut sind, empfinde ich als eher überflüssig – dieses Buch braucht keine Rezeptdreingabe von zweien, von denen der Leser bereits weiss, dass sie kochen können, es kann für sich stehen.

Eine Fibel des guten Essens, die man auch als altgedienter Foodie noch gern zur Hand nimmt und viel Wissenswertes und auch Neues darin finden kann – für’s eigene Regal wie als Geschenk wärmstens zu empfehlen.

Raghavan Iyer – 660 Curries

7. Juni 2009 – 09:44

This book is nothing short of a treasure chest, containing an endless supply of very authentic Indian recipes, each bursting with the true flavors of Indias many regions.” wird Madhur Jaffrey auf dem Rückeinband von

Raghavan Iyer – 660 Curries

zitiert, und das ist eine sehr zutreffende Beschreibung.

Iyer liefert mit diesem (nicht bebilderten) Wälzer nicht weniger als eine ultimative Curry Bible ab. Fast ein Jahr habe ich das Buch nun in höchst aktiver Benutzung, und würde es jederzeit wieder kaufen (und an Freunde der indischen Küche verschenken).

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